Review: #11.17 Altered States

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Ich gebe zu, dass ich mich ein bisschen vor dieser Review gedrückt habe, was besonders mit Daniel Charles und die Fokussierung auf seinen Charakter zu tun hatte. Mit der letzten Episode war ich ja nicht sonderlich zufrieden und auch bei dieser fand ich, dass man es hätte anders gestalten können.
Das war also der zweite Teil von der Storyline rund um Daniels Schlaganfall. Einerseits finde ich es immer interessant, wenn man zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her springt. Doch bei "Chicago Med" habe ich damit eher ein Problem, was wohl damit zusammenhängt, dass sie nur allzu oft mit Patientenfällen zu tun haben und man sich auf diese nicht richtig konzentrieren kann, weil man immer hin und her springt. Besonders schwer fielen mir die ersten Szenen, habe ich doch noch immer das Gefühl, hier fehlt noch irgendwie eine Verbindung oder dass die Szene an der falschen Stelle gewesen ist. Wie dem auch sei. Man hat Daniel rechtzeitig gefunden und dadurch, dass ich mir noch ein bisschen mehr Zeit für die Review gelassen habe, gingen mir noch ein paar mehr Dinge durch den Kopf. Wenn man diese Episode so von vorne bis hinten betrachtet, dann wird mir zumindest klar, dass Sharon Goodwin immer die Konstante in Daniels Leben gewesen ist. Was in den letzten Staffel immer wieder betont wurde, wurde in meinen Augen allerdings erst durch diese Episode wirklich sichtbar. Damit meine ich nicht mal unbedingt, dass Sharon es gewesen ist, die ihn gefunden hat. Es waren für mich die kleinen Dinge, die in der Dramatik zu erkennen waren.
Es deutete zwar vieles darauf hin, dass es sich hier möglicherweise um einen Ausstieg handeln könnte, dem war allerdings nicht so. Eher war es so, wie ich im letzten Teil meiner vorherigen Review geschrieben habe, dass sein Leben noch einmal vor seinem inneren Augen ablaufen und angeblich mit all seinen Fehlentscheidungen sein würde. Ich habe wirklich lange darüber nachgedacht, wie ich das Gesehene bewerten sollte. Ich war nicht besonders glücklich darüber, Daniel schon wieder in einer Lebenskrise zu sehen. Für meinen Geschmack hatte er schon zu viele davon. Auch wussten wir schon lange, dass Depressionen in seiner Familie liegen, weshalb er sich auch immer so um Tochter Anna Charles sorgt. Daniels seelische Verletzungen liegen aber in seiner eigenen Kindheit, die er nie wirklich verarbeiten konnte. Bereits beim Tod seiner Mutter Margaret Charles kam mehrfach zur Sprache, wie sehr er ihr Vorwürfe wegen seines Vaters macht. Daher spielt Margaret auch diesmal eine kleine, aber dennoch entscheidende Rolle. Daniel hat jahrelang ihr die Vorwürfe gemacht, weshalb sein Vater so früh gestorben ist. Dazu muss man auch sagen, dass Daniel in einer Zeit aufgewachsen ist, in der noch nicht so sehr über psychische Erkrankungen gesprochen worden ist und sie sogar noch anders betitelt worden sind. Dazu kam eben noch, dass Daniel den Tod seines Vaters nie verarbeiten konnte, weswegen auch seine Beziehungen nie von langer Dauer gewesen sind und er wahrscheinlich auch gegenüber Anna ein schlechtes Gewissen hat.
Das Interessante dabei war tatsächlich, dass sie daran keinerlei Erinnerungen zu haben scheint, sondern nur, dass ihr Vater ebenfalls wie seine Mutter sein kann, wenn er wütend ist. Wahrscheinlich hat sie das sogar vermehrt miterlebt, wenn Margaret wieder über Robin Charles aufgeregt hat. Es ist eigentlich schade, dass man Mekia Cox nicht noch einmal verpflichten konnte, obwohl ich es für diese Entwicklungen deutlich besser und wichtiger gefunden zu haben, weil es um das Leben ihres Vaters ging. Dabei möchte ich noch einmal auf Sharon zu sprechen kommen, die für mich eine entscheidende Rolle gespielt hat. Während in meinen Augen Suzie Mankiewizc eher in beruflicher Hinsicht eine wichtige Stütze für Daniel gewesen ist, ist es Sharon in privater Hinsicht. Ich fand das Gespräch zwischen Daniel und Suzie sehr toll, weil sie ihn eben auch gut genug gekannt hat. Auch diesmal ist es wieder die warme und liebevolle Ausstrahlung von Brenda Strong, die die Szene noch einmal intensiver macht. Intensiv fand ich auch die Szenen zwischen Sharon und Anna. Zugegen war ich durchaus überrascht, dass Sharon die Entscheidungsgewalt über die medizinischen Maßnahmen von Daniel hat. Wie ich schon schrieb, ist sie die Konstante in seinem Leben, die ihm in allen Höhen und Tiefen beigestanden hat und auch eine Beziehung zu seinen Kindern aufgebaut hat. Für Anna war Sharon diesmal ohnehin eine wichtige Bezugsperson. Beide kennen Daniel gut, beide hatten sich allerdings auch mit ihm gestritten und beide wollen, dass er sich wieder erholt. Sharon hat auch in der letzten Szene bewiesen, dass sie ihn nicht verlieren will. Es hat aber auch gezeigt, dass die beiden schon lange befreundet sind und sich bereits ihre Streitigkeiten verziehen haben. Neben Anna und Sharon spielt auch Mitch Ripley eine entscheidende Rolle, was in der vorherige Episode gar nicht so den Anschein hatte. Wenn man aber mal genauer drüber nachdenkt, ergibt das Sinn. Mitch hatte einen großen, wenn auch nicht allzu sichtbaren Einfluss auf Daniels Leben und andersherum. Ich glaube, diese Episode war wichtig, damit Daniel mit allen Altlasten abschließen kann und vielleicht demnächst neue Wege einschlagen kann.
Hannah Asher musste sich auch mit ihren Problemen bzw. mit ihren Ängsten auseinandersetzen. Zunächst wirkte auf mich ziemlich unpassend, es auch noch in diese Episode mit einzubauen. Wenn man aber genauer drüber nachdenkt, war es wie ein Kontrast zu Daniel. Während dieser sich damit beschäftigt hat, mit dem Tod einer geliebten Person zurechtzukommen, muss sich Hannah damit auseinandersetzen, wie das neue Leben ihres bald geborenen Kindes ihr eigenes Leben verändern wird und diese Veränderung fängt schon im Berufsleben an. Wir sind kurz vor dem Staffelende und ich kann es nicht fassen, dass ihre Schwangerschaft soweit ohne Komplikationen verlaufen ist. Hoffen wir also mal, dass sie auch ein gesundes Baby bekommt und dann wieder arbeiten kann. Ihre Vertretung ist nämlich echt gewöhnungsbedürftig und ich hätte nicht gedacht, dass wir Vera Lovell noch einmal wiedersehen werden. Ebenso war ich über Caitlin Lenox' Reaktion verwundert. Sie war es doch, die Hannah mal verdeutlicht hat, dass sie eine gute Ärztin ist, doch diesmal wirkte sie nur genervt und arrogant, obwohl sie durch die Affäre mit Mitch deutlich entspannter sein müsste. Mit Veras Behandlungsansatz bei Summer hat man wieder ein aktuelles gesellschaftliches Thema angeschnitten, welches offenbar bei Jugendlichen immer wichtiger wird: Diagnosen über ChatGPT nachzulesen. Auf der einen Seite kann das beruhigen, auf der anderen Seite allerdings auch ziemlich Angst machen. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich Veras Ansatz bzw. ihre Worte an Hannah nicht schlecht fand. Manchmal muss man sich doch auf eine Ebene mit den Patienten stellen, ähnlich wie es Daniel macht. Wer weiß, vielleicht arbeiten Vera und Hannah irgendwann doch als Team zusammen. Das würde Vera vielleicht etwas weniger anstrengend machen.
Randnotizen
- Und schon wieder war ein Ausschnitt von "Unsere kleine Farm" zu sehen. Ich glaube allerdings nicht, dass das ein Hinweis auf das kommende Netflix-Reboot ist. Vielmehr glaube ich, dass es was damit zu hat, dass es ein dargestelltes Familienleben gewesen ist, was sich Daniel für sich selbst gewünscht hätte. In der vorherigen Episode war eine Szene zwischen Caroline und Charles zu sehen, die ja eigentlich eine harmonische Ehe geführt haben. In der gleichen Episode wurde auch indirekt die Ehe von Daniels Eltern angesprochen. In dieser Episode ging es vor allem um Daniels Beziehung zu seinem Vater. Entsprechend gab es eine Szene zwischen Charles und Laura. War nur eine Beobachtung.
- Der Wechsel zwischen Gegenwart, Daniels Bewusstlosigkeit und den TV-Momenten waren durchaus anstrengend.
- Veras Anblick erinnert mich immer wieder an ihre Aussage mit Eugene Levy.
Fazit
Diese Episode war besser als die letzte. Die Zusammenhänge waren besser, sowie die Weichen die für die verbliebenen Episoden gestellt worden sind. Also bleibe ich eher versöhnlicher zurück.
Daniela S. - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Altered StatesErstausstrahlung (US): 08.04.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Oscar Rene Lozoya II
Drehbuch: Deanna Shumaker
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