Bewertung: 8

Review: #2.06 Die Rückkehr des Abel Koontz

Der deutsche Folgentitel verrät es schon: die Geschichten aus der ersten Staffel kommen in diese Folge zurück um endlich einen befriedigenden Abschluss zu finden. Natürlich wird nichts in dieser einen Folge beendet werden, aber es wird endlich die Handlung aus der Staffel 1 aufgenommen und der letztendliche Abschluss vorbereitet. Aber das ist bei weitem nicht alles, was diese Folge zu bieten hat, denn sie wartet zudem mit dem Abschluss des Wahlkampfs, einer Zuspitzung der Geschichte um den Mord an Felix und einer angedeuteten Weitertreibung der Buscrashgeschichte auf.

Wiedervereinigung

Nachdem ja schon die letzte Folge ein wenig aus der Staffel 1 schöpfte, ist hier die Rückkehr des Abel Koontz angesagt. Seine Geschichte wird als erste zu einem befriedigenden Ende gebracht und somit ein Teil der ersten Staffel für immer begraben. Wie schon bekannt war, nahm der sterbende Abel Geld für sein Geständnis an um es seiner Tochter zu vermachen, der er ein glückliches Leben ermöglichen wollte und sich selbst so von seiner Schuld ihr gegenüber freikaufen wollte. Was er jedoch erreichte, war, dass Amilia auch in den Sumpf um den Mord an Lilly Kane gezogen wurde und letztlich wegen des Schweigegeldes sterben musste. Seine geplante, letzte Familienwiedervereinigung mit seiner Tochter muss daher ins Wasser fallen. Schön, von der eigentlich so wahrheitsverliebten Veronica zu sehen, dass auch sie einsieht, wann es Zeit für eine erlösende Lüge ist.

Die Geschichte, die hier als CotW verkleidet daherkommt, ist komplex und, wenngleich sie auch den schaurig-schönen Charakter des Clarence Wiedmann wieder belebt, eigentlich erneut ein Mittel zum Zweck. Denn eigentlich soll so lediglich die Geschichte von Aaron Echolls wieder an Fahrt gewinnen. Während Veronica ihn ja schon vor einigen Folgen mit dem Busunglück in Verbindung brachte, wird er hier im Sinne der Lilly Kane Geschichte herausgekramt. Das Abstreiten der Tat (in einer "wunderschönen" Familienwiedervereinigung mit Logan) wirkt heuchlerisch und wenig überzeugend. Warum Aaron jedoch so plötzlich wieder auftaucht, bleibt in dieser Folge ein Geheimnis und wir sollten uns auf einen spektakulären Abschluss des Lilly Kane Falls in den nächsten Folgen vorbereiten.

Jackass – Die Rückkehr

Die Loganshow ist wieder in der Stadt. Ein zweites Mal wegen Mordverdacht verhaftet, lebt Logan wieder in der Form auf, die wir zuletzt Mitte der erste Staffel von ihm sehen durften. Sein arrogantes und selbstverliebtes Auftreten ist (für mich zumindest) ein belustigender Augenschmaus.

Viel wichtiger für die Staffelhandlung ist an dieser Stelle jedoch das urplötzliche Auftauchen des vermeidlichen Zeugens von der Brücke. Wer genau aufgepasst hat, kriegt bereits hier mit, dass der Mann, der in der Polizeistation auftaucht und der Mann, den wir in der ersten Folge dieser Staffel auf der Brücke gesehen haben, so rein gar nichts gemein haben. Es scheint also, als sollte Logan dieser Mord angehängt werden und wir erfahren bereits in dieser Folge einen kleinen Vorgeschmack auf die Auswirkungen die dies haben wird. Die PCHer um Weevil wollen ihren Ruf wiederherstellen und fackeln so kurz und knapp einfach das Echollsanwesen ab. Tragisch natürlich für Logan, schön aber für alle Logan-Fans, weil er durch den Einzug in Duncans Gemächer wieder ein Stück ins Zentrum der Serie rückt. Zudem deutet sich hier eine Fehde zwischen den PCHern und Logan an, die für viel Spannung und Unterhaltung sorgen könnte. Haltet die Augen offen!

Schnipsel

Aus gleichen Teilen an Zeitmangel und meiner Unfähigkeit alle kleinen Aspekte dieser komplexen und immens wichtigen Folge gebührend zu beleuchten werde ich hier die restlichen Punkte der Folge ganz knapp abhandeln:

- Wie sich schon in der letzten Folge andeutete, verliert Keith den Wahlkampf. Die Gründe (aus meiner Sicht) hierfür, hatte ich ja schon in der letzten Review angesprochen. Bleibt nur noch zu sagen, dass ich es als gut für die Handlungen innerhalb der Serie empfinde, dass wir weiterhin Keith als PI, quasi als Outlaw, sehen dürfen, der sich mit der Inkompetenz des Sheriffs Lamb herumschlagen muss. Die Chemie zwischen Lamb und Keith und zwischen Lamb und Veronica ist in manchen Szenen unbezahlbar und es hätte der Serie nicht gut getan, diese gänzlich zu streichen. Zudem wäre viel der "Reiche sind korrupt und kommen damit durch, weil unsere Behörden einfach unfähig sind"-Aussage, die ja ein stetig mitschwingendes Thema dieser Serie ist, verloren gegangen, hätte Lamb seinen Dienst quittieren müssen.

- Wallace bleibt verschwunden und unauffindbar. Und während es in den Zwischenkommentaren Veronicas zwar immer wieder angesprochen wird, fehlt mir hier ein wenig der Beweis (in den Aktionen innerhalb der Folge) dafür, dass sie ihn als Freund wirklich braucht und über alles vermisst. Allerdings tut es der Folge gut, dass dieses Thema ein wenig ruht, denn noch mehr Aktionen hätte diese Folge einfach nicht vertragen.

- Die Geschichte um Curly Moran wird hier endlich an Keith herangetragen. Warum Veronica ihm dies verschwieg, bleibt mir ein Rätsel. Wie schon so oft, glaubt sie mit den Dingen allein fertig zu werden und lässt dabei völlig außer acht, dass sie einen Vater hat, der sich um sie sorgt und vor allem in solch (teilweise lebensbedrohliche) Geschichten eingeweiht werden sollte. Nicht nur um ihr Unterstützung zukommen zu lassen und ihr ein wenig Druck von den Schultern zu nehmen, sondern auch um beiden klar zu machen, wer der Elternteil und wer der Teenager ist. Denn letztlich ist Veronica das – ein Teenager – und sie kann nicht alles allein regeln. Schön zu sehen, wie in Keith der Beschützer durchkommt und er Aaron beweist, wie leicht es ihm wäre an ihn zu gelangen, sollte Veronica etwas zustoßen.

- Keith nimmt die Aufklärung des Buscrashes in die eigene Hand. Im Zuge der Geschichte um den verlorenen Wahlkampf und der gänzlichen, beinahe alle weltlichen Bereiche des Lebens betreffenden Inkompetenz Lambs, muss er dies auch, wenn er sich eine Aufklärung dieses Falles erhofft. Wie schon so oft (langsam werde ich aufhören mich darüber aufzuregen) endet auch diese Geschichte mit einem Cliffhanger. Was die tote Ratte unter dem Bussitz zu suchen hat und welche Bedeutung ihr zugetragen wird, werden wir wohl erst in der nächsten Folge (wenn nicht sogar später) erfahren.

Fazit

Eine Folge, die den endgültigen Abschluss mit der Staffel 1 vorbereitet und hierbei gleichzeitig gekonnt den Seasonarch der aktuellen Staffel zuspitzt.

Ich bin ein besessener Fan der ersten Staffel. Daher empfinde ich diese Folge als wichtig und wunderschön (sie ist nicht perfekt, aber wirklich gut). Aber auch für Leute, die gerne sehen wollen, wie sich die zweite Staffel weiterentwickelt, hat diese Folge Einiges zu bieten. Wie schon in einigen Folgen zuvor macht die Komplexität der Handlungsstränge in dieser Staffel es allerdings nicht wirklich einfach, die Handlungen bis ins kleinste Detail nachzuvollziehen. Dennoch vereint diese Folge wunderschön Zukünftiges und Vergangenes und ist für beides eine extrem wichtige Folge. Durch leichte Verworrenheiten (und den implizierten Anspruch, dass man diese Folge mehr als nur einmal sehen muss um ihr komplettes Ausmaß zu verstehen) ist sie allerdings nicht perfekt. 8 von 9.

Martin Schultze - myFanbase

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