Bewertung: 6

Review: #1.02 Gefangene der Toten

Foto: Copyright: Scott Garfield/Courtesy of AMC
© Scott Garfield/Courtesy of AMC

#1.02 Gefangene der Toten setzt dort an, wo die Pilotfolge aussetze. Aber es wird auch ein tieferer Blick in das Camp geworfen, das schon kurz vorgestellt wurde. Gleichfalls gewinnt die Serie eine einsetzende Personendynamik, indem neue Charaktere eingeführt werden und schon zu Beginn mehr zu sein scheinen, als Stereotypen.

Der erste Aufreger für den Zuschauer ist wohl der Beischlaf zwischen Lori und Shane im Wald. Damit ist wohl bestätigt, dass der Kuss in der vorherigen Folge sicherlich nicht der erste war und die beiden zum Ende der Welt eine Beziehung angefangen haben. Anscheinend in dem Glauben, dass Rick tot ist. Nun ja, der Zuschauer weiß es besser und bekommt so nicht gerade einen positiven Eindruck der beiden Charaktere. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass noch immer nicht geklärt ist, wie lange der Beginn vom Ende, das Auftauchend er ersten Zombies, her ist. Rein spekulativ würe ich an dieser Stelle von einem, vielleicht zwei Monaten ausgehen. Die Zombie-Krankheit will sich auch ersteinmal verbreiten und Rick kann nicht all zu lange ohne Wasser im Koma gelegen haben, dann wäre er verdurstet. Doch ich komme vom Thema ab.

Erfrischend, nach all den ernsten Personen, auch in der neuen Gruppe, ist vor allem Glenn. Obwohl einmal nur Pizzalieferjunge, scheint er für die Versorgung der Gruppe Verantwortung zu tragen. Er ist mutig und gleichzeitig aber durchaus menschlich, wenn er Angst hat in den Kanal zu gehen.

Andrea wirkte zunächst recht taff, doch als sie von ihrer Schwester erzählt, bemerkte man ihre sanfte Seite, die einen viel größeren Teil von ihr auszumachen scheit. Das selbe gilt für T-Dog. Er ist der große, schwarze Muskelmann, der aber anscheinend erst nachdenkt, bevor er seine Fäuste fliegen lässt. Ganz im Gegenteil zum Rassisten Merle Dixon. Dieser provoziert mit seinen rassistischen Aussagen nicht nur sein eigenes Verderben, sondern vor allem Rick, der sich gleich als Polizist zeigt und ihn ankettet. Lachen musste ich vor allem über die Szene, in der Rick und Andrea im Kaufhaus sprechen und sie sagt, dass sie nicht klaut, wenn ein Polizist direkt neben ihr steht. Es sind diese kleinen Szenen, die die Episode rettet.

Meiner Meinung nach, wird viel zu viel Zeit und Gerede darauf verschwendet einen Weg aus dem Kaufhaus heraus zu finden, als dass tatsächlich Handlung passiert. Musste Merle auch noch Andrea anbaggern? Nein, wir haben auch ohne die Szene kapiert, dass er ein ganz mieses Schwein ist. Als dann endlich eine Lösung parat liegt, und zwar einen Beißer zu zerhacken und sich seine Gedärme umzuhängten, damit man in der Menge nicht auffällt, ist es natürlich Glenn, der neben Rick, auserkohren ist. Zwar wird dies an seiner Ortskenntnis liegen, von der Rick sich einen Vorteil verspricht. Doch ich hätte an dieser Stelle lieber Morales oder sogar Andrea gesehen. Doch auch diese Szene wird durch zwei kleine Details wieder gerettet. Zum einen Rick, der vorliest, wer der Beißer war und zum anden Glenn, der die Gedärme einfach mal so ekelerregend findet, dass er sich herzzerreißend übergibt.

Der Regen kam mit einem hervorragenden Timing genau zu der Zeit, als Rick und Glenn vollkommen von Beißern umzingelt waren. Er hatte sich ja schon angekündigt. Leider sah die Menge an Regen, die fiel, nicht so aus, als hätte sie so schnell den Verwesungsgeruch von Rick und Glenns Kleidung waschen können, wie es geschah. Mal abgesehen davon, war diese Szene wirklich Aktiongeladen und spannend. Man ahnte zwar, dass beide überleben, aber dass Rick dann mal schnell einen Rennwagen klaut und seinen Plan etwas ausbaut, damit hat man sicherlich nicht gerechnet.

Sehr positiv ist hier auch anzumerken, dass die anderen aus der Gruppe auf dem Dach einen Augenblick beführchten, Rick und Glenn könnten ohne sie verschwinden. Um die Dramatik zu steigern, was durchaus gelingt, brechen natürlich gerade in dem Moment, in dem Rick mit dem Transporter zum Eingang fährt, dass die andern auf seine Ladefläche fliehen können, die Beißer ein. Merle wird, wie zu erwarten, zurückgelassen, die anderen fliehen. Zum Schluss genießt Glenn jubelnd seinen neuen, jaulenden Wagen und rast die Autobahn entlang.

Insgesamt waren in der zweiten Episode zu viele Zufälle am Werk. Natürlich wurde so in erster Linie Spannung aufgebaut, aber manchmal ist es auch zu viel des Guten. Kleine Szenen retten die Episode allerdings aus dem Sumpf der Mittelmäßigkeit, in dem sie streckenweise drohte zu versinken. Besonders auffällig ist hier der kleine, verstecke Witz in Form von Glenn. Aber auch die weiche Ader von Andrea macht ihren Teil gut. Bleibt nun abzuwarten, was mit Merle auf dem Dach passiert. Denn wieder endet die Episode in einem Cliffhanger.

Jamie Lisa Hebisch - myFanbase

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