Bewertung: 4

Review: #10.13 Michonnes Weg

Foto: Danai Gurira, The Walking Dead - Copyright: Eliza Morse/AMC
Danai Gurira, The Walking Dead
© Eliza Morse/AMC

Es wurde bereits vorher angekündigt, dass diese Episode den Ausstieg von Michonne bzw. Danai Gurira aus der Serie bedeuten würde. Es war auch ziemlich klar, dass wir auf der Insel sein würden, auf die Michonne mit dem Fremden gefahren ist. Die Frage war nur, ob sie dort stirbt oder sich dort ein neuer Weg eröffnet. Und ob es absurd wird oder sinnvoll.

"Und was lief dann schief?"

Michonne erreicht mit Virgil die Insel und wird direkt enttäuscht. Es scheint nicht wirklich Waffen zu geben, es gibt ja nicht mal eine richtige Gemeinde. Eher ist Virgil ein vereinsamter Mann, der in dieser neuen Welt zwar überlebt hat, aber auch nicht so wirklich zurecht kommt. Seine Familie ist bereits tot und von Waffen hat er quasi nur gehört. Michonne hätte allen Grund, sofort wieder umzudrehen, doch sie hat sich über die Jahre eben auch verändert und hofft noch, dass ihre Reise doch noch etwas Gutes haben könnte. Also rennt sie quasi blind in ein Gebäude voller Beißer, die sie für Virgil abmurksen soll, weil er dafür zu ungeschickt ist. Mich haben diese Szenen wirklich überhaupt nicht gereizt. Ich habe immer erwartet, dass irgendwas Unerwartetes passiert, weil es eigentlich so dumm von Michonne war, aber im Endeffekt läuft alles ganz normal ab, nur das es einfach unglaublich lange dauert. Nachdem sie geholfen hat, wird sie aber weiter hingehalten und soll auch noch auf der Insel übernachten. Ganz so zutraulich ist sie dann doch nicht. Sie macht sich auf Erkundungstour und bemerkt Virgil nicht, wodurch sie sich einsperren lässt und zumindest auditiv auf ehemalige Kollegen von Virgil trifft, die sie aufklären, was mit ihm los ist. Das hätte man alles auch viel schneller lösen können, denn die künstlich aufgebaute Spannung hat eigentlich keinen echten Mehrwert.

"Lass die Medizin in dir wirken."

Bis dahin kann man von einer langsamen Erzählweise reden, die vielleicht Michonne als Figur in ihrer vorerst letzten Folge würdigt, doch leider kommen die Autoren dann auf eine ganz seltsame Idee. Virgil setzt Michonne unter Drogen, die bei ihr zu Wahnvorstellungen führen und ein kleines Was-wäre-wenn auslösen. Wie unnötig war das bitte? Hier in einigen Szenen aufzuzeigen, dass Michonne auch auf Negans Seite hätte landen können und entsprechend alles anders hätte laufen können, ist weder schön anzusehen gewesen, noch hatte es für den Charakter an sich einen wirklichen Mehrwert. Als wenn Michonne ihren Weg wirklich in Frage stellen würde. Die Szenen haben mich enorm genervt. Sie haben nichts gebracht, als Zeit von der Uhr zu nehmen, damit auch ja die gesamte Episode nur mit Michonne zu tun hat. Wäre es wenigstens witzig gewesen. Unter Drogen kann man ja alles Mögliche inszenieren.

"Du musst ihn suchen."

Michonne ist dann stark, überwältigt Virgin, rettet die anderen und muss dann ihr brennendes Boot am Strand sehen, nur um kurz darauf ein größeres Boot zu finden. Dann wird es wenigstens interessant, denn sie findet Sachen von Rick und hat dadurch Hoffnung, dass er noch lebt, etwas, dass nur die Zuschauer wissen. Das war dann erstmals in dieser Episode wirklich emotional, insbesondere, weil Michonne mit Judith sprechen kann und sie es ist, die Michonne den entscheidenden Schubs gibt, sich auf die Suche nach Rick zu machen.Für Michonne beginnt nun also ein ganz neue Reise und um dem Zuschauer am Ende noch mal deutlich zu machen, dass sich Michonne geändert hat, lässt man den Rückblick aus der Anfangsszene quasi noch mal ablaufen, nur eben in der neuen Situation, in der Michonne dann doch den Menschen hilft und hier zufällig auf eine große Gemeinde trifft, die sich auf Reisen begibt. Die tausend Fragen, die einem dazu einfallen, lasse ich jetzt mal weg, denn wir werden in naher Zukunft sowieso nichts weiter dazu erfahren. Das vorläufige Ende von Michonne ist also ein sehr hoffnungsvolles. Sie glaubt ihre Kinder in Sicherheit und hat berechtigte Hoffnung, dass Rick doch noch lebt. Es gibt deutlich schlimmere Szenarien. Das Ende ist also gelungen, der Weg dorthin war nur beschwerlich und für mich kaum auszuhalten.

Fazit

Ich kann diesen Episoden, die nur einen Charakter betrachten, einfach nichts abgewinnen. Sie bringen in der Regel die Handlung nicht wirklich voran und bewirken emotional bei mir auch nichts, was eine normale Episode nicht auch geschafft hätte. Ich denke immer nur, dass man das auch in zehn Minuten hätte erzählen können. Unter dem Strich war das also eine überflüssige Episode, die Michonne als Charakter nicht spannender gemacht hat, zumal sie vorerst nicht mehr zu sehen sein wird. Man kann diese Episode also nur damit abtun, dass man diesem prägenden Charakter eine volle Episode widmen wollte und ihr immerhin ein hoffnungsvolles Ende gebaut hat.

Emil Groth - myFanbase

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