Bewertung: 8

Review: #12.01 Tod und Wiederauferstehung

Foto: Jared Padalecki & Jensen Ackles, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jared Padalecki & Jensen Ackles, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Der Auftakt von Staffel 12 von "Supernatural" hält mit #12.01 Keep Calm and Carry On, was die Serienmacher uns versprochen haben. Nach den ganzen großen Storylines der letzten Jahre, die sich immer weiter übertroffen haben, bis hin zu Gott höchstpersönlich, wird nun um einiges zurückgeschraubt. Keine mystische Übermacht, die die Welt bedroht. Dafür die britischen (Wo)Men of Letters, die Amerika revolutionieren wollen und Mama Winchester, die tatsächlich in Fleisch und Blut vor Dean steht.

"Hi, mom."

Überraschung, Überraschung! Mary ist wieder da. Und sie hat keine Ahnung, dass seit ihrem letzten Besuch auf der Erde über 30 Jahre vergangen sind. Nachdem sich der erste Schock gelegt hat, merkt man aber ziemlich schnell, dass das immer noch die gleiche taffe Mary ist, die man schon aus Deans Reisen in die Vergangenheit kennt. So endet Deans erster Annäherungsversuch an seine Mutter mit dem Gesicht im Gras. Also wird es Zeit, Mary auf den neuesten Stand zu bringen. Dabei kann Dean sie mit einem Haufen Einzelheiten aus ihrem Leben überzeugen, über die sich jeder "Supernatural"-Fan sicher sehr gefreut hat. Trotzdem Hut ab an Mary. Es ist eine Sache, damit klarzukommen, dass du wieder von den Toten auferstanden bist und deinem erwachsenen Sohn gegenüberstehst. Aber dann noch gefasst zu bleiben, wenn er von den ganzen verrückten Dingen erzählt, die ihm so passiert sind, das ist nochmal ganz was anderes.

Überhaupt scheint Mary ein ziemlich starker Charakter zu sein. Bis jetzt durften wir sie ja immer nur ganz kurz sehen. Von dem her ist es interessant, wie Mary Winchester so tickt. Dabei scheint sie Dean in vielen Dingen zu ähneln. Sie scheut keinen Kampf, setzt sich für ihre Familie ein und liebt den Impala. Alleine diese Szene war wirklich herrlich anzusehen und auch sonst hatten die beiden schon jetzt einige tolle Momente miteinander. So zum Beispiel, als Mary Dean anvertraut, dass sie das Jäger-Leben nie für ihre Kinder gewollt hätte und Dean ihr ehrlich antworten kann, dass es ihre Bestimmung ist und sie der Welt damit helfen können. Saving people, hunting things.

Inzwischen hat es Castiel geschafft, einen der coolsten Auftritte überhaupt hinzulegen und dramatisch als Komet auf die Erde zu kommen. Da hatte ich ja schon ein richtiges "Smallville"-Flashback. Das Wiedersehen mit den Winchesters fällt dann vorhersehbar merkwürdig aus. Man kann Mary ihren irritierten Blick nicht verdenken, wenn ihr Sohn nicht nur einen Engel kennt, sondern von dem auch noch herzlich umarmt wird. So viel zum Thema "Die Engel wachen über dich, Dean". Überraschenderweise tut sich Cas leicht, sich in Mary hineinzuversetzen. Auch er musste sich erst einmal an das Leben im 21. Jahrhundert gewöhnen. Von dem her bin ich schon jetzt mehr als gespannt, wie sich die Beziehung der beiden weiterentwickelt.

"Screw you."

Während Dean damit zu tun hat, Mom und die Suche nach seinem Bruder unter einen Hut zu bekommen, trifft Sam auf den zweiten großen Storyarc der Staffel: Die britischen Men of Letters. So erfahren wir auch gleich, dass Sam im Staffelfinale tatsächlich angeschossen wurde, wobei das im Nachhinein wohl nur der Anfang eines sehr, sehr miesen Tages war.

Es hat mich wirklich positiv überrascht, wie kämpferisch Sam trotz allem war. Immerhin geht er davon aus, dass Dean tot ist und damit nicht viel hat, zu dem er zurückgehen könnte. Trotzdem weigert er sich mit eisernem Willen, den Women of Letters die Antworten zu geben, die sie verlangen. Ironischerweise hätte er vermutlich sogar kooperiert, wenn sie ihn einfach nett darum gebeten und ihre Situation erklärt hätten. So kann er eine Folter über sich ergehen lassen, die zwar sicherlich nicht an die des Teufels heranreicht, aber dennoch höllisch weh getan hat. Trotzdem schafft Sam es, einen Fluchtversuch zu unternehmen. Die Szene, in der er sich augenscheinlich die Kehle durchgeschnitten hat, sah so echt aus, dass ich kurz auch ganz schockiert war. Aber Entwarnung - das Blut kam nur von seiner Handfläche (ganz nebenbei ein geschickter Hinweis auf Sams Taktik, durch diesen Schmerz an der Realität festzuhalten). Wirklich zu schade, dass er nicht fliehen konnte. Andererseits kann man wohl mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass es Dean und Co. sein werden, die ihn letztlich befreien. Nur weiß Sam das leider nicht. Und so sitzt er herzzerreißend einsam und verlassen in dem Keller, während im Hintergrund ganz passend Black Sabbaths "Solitude" erklingt: "the world is a lone place when you are on your own".

Was die Men of Letters angeht, wissen wir nun endlich, was sie in den USA wollen. Nämlich Jäger zu ihrem Monstermanagement bekehren. Einfach an allen Knotenpunkten einen Zauber anbringen und das Monster, sobald es in die Falle läuft, professionell entsorgen. Demnach gibt es also kein Monsterproblem in der UK, womit auch gleich meine Hoffnungen schwinden, dass eine Folge vielleicht mal dorthin führt. Das System der britischen Men of Letters klingt zwar ganz gut, trotzdem frage ich mich, wie es sein kann, dass sie bisher noch keine Bemühungen angestellt haben, sich auch um die USA zu kümmern. Schließlich sind die Men of Letters dort schon seit langer Zeit von den Dämonen ausgelöscht worden. Da wäre es doch auch für diesen ominösen Boss an der Zeit gewesen, jemanden vorbeizuschicken. Abgesehen davon gibt diese Null-Monster-Regelung netten Wesen keine Chance, wie Sam und Dean sie auf ihren Jagden schon öfters getroffen haben.

Jetzt muss es also Toni Bevell richten. Auch diese Folge hat es nicht geschafft, mir Toni ausgesprochen sympathisch oder unsympathisch zu machen. Einerseits sehen wir, wie sie mit ihrem Kind telefoniert und sich weigert, den Folterspezialisten kommen zu lassen, andererseits hat sie Sam aber auch knallhart und rücksichtslos gefangengenommen. Ich hoffe, dass ich sie in der nächsten Folge besser einschätzen kann.

Fazit

Bis jetzt scheinen die großen Storyarcs von Staffel 12 sehr vielversprechend zu sein. Es dürfte spannend werden zu sehen, wie sich Mary in das bestehende Team von Sam, Dean und Cas (falls er dieses Mal denn bei ihren bleibt) einfügen wird. Ein bisschen geht mir noch der große Bösewicht der Staffel ab. Die Men of Letters scheinen zwar zukünftig eine große Rolle zu spielen (schließlich ist ihr Logo das Introbild der Staffel), aber irgendwie scheinen sie eher neutral zu sein. Natürlich spukt auch noch irgendwo Luzifer herum, wie uns durch die ansonsten etwas unnötigen Szenen mit Crowley gezeigt wurden. Mal sehen, ob diese beiden und ihr Kampf um die Herrschaft über die Hölle nur eine Nebenhandlung bleiben, oder doch noch wichtig werden. Auf jeden Fall macht diese Staffel schon jetzt schrecklich viel Spaß und macht Freude auf mehr.

Denise D. - myFanbase

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