Bewertung: 8

Review: #13.18 Die Mission

Foto: Jensen Ackles, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jensen Ackles, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach den Entwicklungen der letzten Episode bin ich schon sehr gespannt gewesen, wie es weitergehen wird. Und "Supernatural" enttäuscht nicht, sondern schreitet in #13.18 Bring 'em Back Alive weiter zügig mit der Hauptgeschichte voran. Während die Szenen mit Luzifer im Himmel eher enttäuschend waren, sind die Ereignisse rund um Sam und Dean dafür umso interessanter.

"You don't look good." - "Yeah, well, you're not my type, either."

Es war ja klar, dass Mary und Jack nicht jetzt schon gerettet werden können, dafür ist es einfach noch zu früh. Nichtsdestotrotz war Dean und Ketchs Ausflug in die Parallelwelt äußerst unterhaltsam. Angefangen bei der herrlich angespannten Atmosphäre zwischen den beiden. Ketch, der versucht, mit Smalltalk das Eis zu brechen, während Dean einfach nur genervt ist. Trotzdem, ob es Dean nun gefällt oder nicht, sie bilden ein echt gutes Team, und das nicht nur, weil die Schauspieler eine super Chemie miteinander haben. Während sich Dean mit der Parallelwelt und dem Jagen an sich besser auskennt, kann Ketch ihn mit seiner militärisch-strategischen Ausbildung gerade noch so vor einer vorschnellen Entscheidung abhalten. Denn – Überraschung – nach Bobby und Kevin bekommen wir nun auch die Parallelwelt-Version von Charlie zu sehen.

Kein Wunder, dass das Dean erst mal aus dem Konzept bringt. Schließlich war Charlies Ableben ja alles andere als einfach. Überhaupt kam es mir fast so vor, als wollten sich die Serienmacher mit diesem Gastauftritt ein bisschen für das entschuldigen, was sie diesem Charakter angetan haben. Denn Charlies liebloser und unnötiger Tod ist weder vergessen noch vergeben. So scheint es auch Dean zu gehen, der sich nach wie vor nicht verziehen hat, was mit Charlie geschehen ist. Und da steht sie nun, diese andere Charlie, die gleichzeitig doch so vieles mit dem Original gemeinsam hat. Natürlich will Dean sie als erstes vor den Engeln retten, schließlich weiß er zumindest, wo sich Charlie befindet, ganz im Gegensatz zu seiner Mutter und Jack. Trotzdem hat es mich etwas überrascht, dass auch Ketch bei dem Plan mitspielt, ein Teil von mir geht nämlich nach wie vor felsenfest davon aus, dass es ihm hauptsächlich um Mary geht. Aber vielleicht haben die Winchesters ja auch etwas bei Ketch bewirken können, wir werden sehen. Die eigentliche Rettung von Charlie verlief dann ziemlich reibungslos, wenn man bedenkt, dass es nur zwei Jäger in fremden Terrain gegen eine Truppe Engel sind.

"Everyone believed that Gabriel was gone. And suddenly I was free, no obligation to God or Heaven or mankind."

Während Dean und Ketch auf Rettungsmission unterwegs sind, müssen sich Sam und Castiel mit Gabriel beschäftigen, der nach wie vor alles andere als kooperativ ist. So erfahren wir auch endlich, wie Gabriel überleben konnte. An dieser Stelle muss man der Serie echt ein Lob aussprechen, denn die enochischen Schriftzeichen an der Wand mit Gabriels Geschichte waren visuell und erzählerisch um einiges faszinierender, als wenn Gabriel es einfach selbst gesagt hätte. Wirklich eine sehr coole Idee. Gabriel hat also tatsächlich eine weitere Illusion verwendet, um Luzifer auszutricksen (hinterfragen wir mal besser nicht, ob der das nicht hätte merken müssen) und hat seine Zeit danach ausgelassen feiernd verbracht – wie sollte es auch anders sein. Zugegebenerweise, so ganz will das nicht unbedingt zusammenpassen. Diese Vermeidungsstrategie passt zu dem Gabriel, wie wir ihn zuerst kennengelernt hatten, dem Trickster, dem es nur um Spaß ging und der nichts mit seiner verkorksten Familie zu tun haben wollte. Aber er hatte sich dann doch dazu entschlossen, in das Geschehen einzugreifen, auf der Seite der Menschen. War das im Nachhinein dann alles nichts anderes als ein weiterer Trick?

Oberflächlich betrachtet erscheint es einem fast so. Nachdem Gabriel wieder bei Sinnen ist und seine Kräfte zurückbekommen hat, kann er sich endlich an Asmodeus rächen und tötet ihn. Das kam für mich dann doch etwas überraschend. Immerhin war Asmodeus einer der Hauptbösewichte in dieser Staffel und dann wird er mal eben so schnell beseitigt? Trotzdem war die Szene eine Genugtuung, denn auch wenn Asmodeus ein ganz unterhaltsamer Gegner war, ist er mir nie sympathisch geworden. Nur leider war's das auch für Gabriel, der kein Interesse an einer weiteren Runde Rettet-die-Welt hat. Verständlich, bei dem, was er die letzten Jahre durchgemacht hat. Aber stimmt das wirklich? Schließlich hat Gabriel Castiel und Sam vor dem sicheren Tod gerettet. Klar kann man sagen, dass er einfach nur die Chance genutzt hat, Asmodeus loszuwerden, aber trotzdem glaube ich noch nicht, dass wir Gabriel zum letzten Mal gesehen haben.

"Every time we get close, it always falls apart. Every freakin' time."

Unterm Strich war diese Folge für die Winchesters gleichzeitig ein großer Erfolg und eine ebenso große Niederlage. Sie haben Charlie gerettet und konnten Asmodeus besiegen, aber sie haben trotzdem weder Mary und Jack finden können, noch haben sie die Chance, erneut in die Parallelwelt zu gelangen. Denn dafür fehlt ihnen mal wieder die Gnade eines Erzengels. Wieder stehen sie vor verschlossenen Toren und diesmal ist es Dean, dem der Kragen platzt. Nachdem er Woche für Woche an der Hoffnung festgehalten hat. Nachdem er für Sam eine gute Miene aufgesetzt hat. Nachdem sie Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt haben, um zu Mary und Jack gelangen zu können. Und das alles für nichts. Diese Frustration, die da aus Dean herausbricht war echt toll gespielt von Jensen Ackles, der es mal wieder problemlos schafft, eine ganze Reihe verschiedenster Emotionen in einem kurzen Moment zu übertragen und ebenso von den anderen beiden, die betroffen daneben stehen. Wobei es bei Sam mehr als nur bloße Betroffenheit sein dürfte. Schließlich hat er sich in letzter Zeit an Deans Optimismus festgeklammert. Immerhin schien es tatsächlich nur ein kurzer Moment der Wut gewesen zu sein. Denn Dean gibt sich noch nicht geschlagen.

"You can't replace your father! You can't replace anything! You have nothing! You might as well go back to the cage!"

Diese Folge hat mal wieder bewiesen, zu was für einem enttäuschenden Charakter Luzifer geworden ist. Das ist alleine schon deswegen eine Schande, weil der Teufel einfach eine viel zu bedeutende Gestalt ist, als dass man ihn derart links liegen lässt. Noch dazu, weil Mark Pellegrino in den vielen Jahren bewiesen hat, dass er Luzifer viel facettenreicher spielen kann, als nur als Witzfigur. Zugegeben, die Exorzismus-Szene war schon herrlich komisch. Hin und wieder sieht man noch einen Funken von Luzifers bedrohlichen Seite, von der Persönlichkeit, die ihn so bekannt gemacht hat. Doch dann versinkt das schnell wieder in Selbstmitleid und Ziellosigkeit. Genau das wurde dieses Mal von Anael angesprochen, der es schon nach kurzer Zeit mit Luzifer gründlich reicht. Sie hat mir da richtig aus dem Herzen gesprochen, denn so kann es doch nicht weitergehen. Da hat es Luzifer endlich auf den himmlischen Thron geschafft, ist endlich am Ziel seiner Träume – und jetzt? Nichts. Er bringt den Himmel nicht unter seine Kontrolle, er versucht nicht, die Weltherrschaft an sich zu reißen, oder was auch immer Luzifers großer Plan war. Stattdessen lässt der die paar verbliebenen Engel nach Jack suchen. Wieder in der Hoffnung, dass ihm das etwas Erfüllung im Leben bringt. Dabei ist eigentlich jetzt schon klar, dass das genau so aussichtslos sein wird, wie seine Übernahme des Himmels. Ja, Luzifer muss sich klar werden, was er denn überhaupt eigentlich möchte. Eine Beziehung zu Jack aufbauen? Wie Gott über Himmel und Erde herrschen? Endlich seinen schlechten Ruf bei den Menschen loswerden? Immerhin scheint ihm sein Problem dank Anael doch noch klargeworden zu sein. Jetzt stellt sich die große Frage, was Luzifer aus all dem macht. Bleibt er weiter die Randfigur, die den Winchesters hin und wieder einen Stein in den Weg legt und ansonsten für nicht viel mehr als ein paar lustige Szenen gut ist? Oder nutzt man das Potential des Charakters doch mal wieder aus und gibt ihm eine echte Storyline. Egal, ob es gemeinsam mit den Winchesters gegen Michaels Armeen ist, oder ob Luzifer lieber seine eigenen Pläne verfolgt (hey, die Hölle ist doch jetzt auch wieder zu haben). Hauptsache, es tut sich was.

Fazit

Man merkt, dass man sich langsam aber sicher der Zielgerade von Staffel 13 nähert und die letzten großen Hindernisse aufgebaut werden. Durch Asmodeus' doch überraschend frühen Tod scheidet der als Bösewicht auf einmal aus. Bleibt in dieser Welt noch Luzifer, der sich wohl endlich mal klarwerden muss, was genau er denn überhaupt möchte – wirkliches Schurkenpotential hat das auch nicht gerade. Also wird das Ganze wohl auf AU!Michael als Endgegner hinauslaufen. Die Zeichen deuten alle in diese Richtung, nachdem sich die Charaktere schön zwischen den Welten aufgeteilt haben, um gegen Michaels Armee vorzugehen. Falls es tatsächlich zu einem Aufeinandertreffen mit Michael kommt, stellt sich nun natürlich die große Frage, welcher andere Erzengel sich auf die Seite der Winchesters schlagen wird: Luzifer oder Gabriel? Oder müssen sie es doch wieder alleine richten?

Denise D. - myFanbase

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