Bewertung: 7

Review: #13.19 Die Macht des Todes

Foto: Jared Padalecki, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jared Padalecki, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach der ziemlich ereignisreichen letzten Folge schraubt "Supernatural" in #13.19 Funeralia das Tempo etwas zurück. Es werden weiter Vorbereitungen für die große Rettungsmission getroffen, während man die Zeit auch gleich dafür nutzt, den Charakter Rowena noch etwas näher zu beleuchten.

"Are only Winchesters allowed to come back from the dead?"

Nachdem Gabriel sich nicht an der Rettungsmission der Winchesters beteiligen möchte, wird es nun Zeit für Plan B: Rowena. Die hat dank der Seite aus dem Hexenbuch, die Sam ihr überlassen hat, so viel Macht wie nie zuvor und genießt dementsprechend ihr Leben. Klar, dass sie herzlich wenig Lust darauf hat, sich dem gefährlichen Kampf der Brüder anzuschließen – noch dazu, wo sie doch ihre ganz eignen Pläne verfolgt. Denn Rowena hat sich verändert. Natürlich ist sie immer noch die gewiefte, amüsante und flirtende Hexe vom Anfang, aber trotzdem haben die Geschehnisse ihre Spuren hinterlassen. Besonders eines: Crowleys Tod. Die beiden hatten nie eine einfache Beziehung, trotzdem war immer klar, dass sich hinter dem Stolz, dem Verrat und der komplizierten Vergangenheit sehr wohl noch Gefühle verborgen haben. Es ist also nur logisch, dass Rowena mit all ihrer neuerworbenen Macht Crowleys Tod nicht einfach so akzeptieren will.

Dennoch war es eine echte Überraschung, dass Rowena nicht wie üblich auf mehr Macht aus ist, sondern aus ganz emotionalen Gründen mordet (und ihre Opfer dabei sogar noch mit Bedacht auswählt). Es war ein cleverer Schachzug, mithilfe der Sensenmänner den Tod auf sich aufmerksam zu machen. Nur ändert das leider nichts an der Situation. Seit Billie aufgetaucht ist, wird sehr viel von Schicksal gesprochen. Davon, dass Tode nicht ganz überraschend passieren, sondern schon lange geplant sind. Dass der Tod eines jeden Einzelnen längst feststeht und auch genau so geschehen muss, damit das Gleichgewicht des Universums nicht durcheinander kommt. Insofern hat sich Rowena eine denkbar ungünstige Zeit ausgesucht, um ein Wunder zu verlangen. Und trotzdem hat das die Winchesters noch nie davon abgehalten, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Kein Wunder also, dass Rowena den beiden Heuchelei vorwirft, als die sie bei ihrem Versuch, ihren Sohn zu retten, aufhalten wollen. Aber kann man es ihr verübeln? Wer kann denn noch nachzählen, wie oft Sam und Dean im Laufe der Serie gestorben sind? Was die beiden bereit waren, füreinander aufs Spiel zu setzen?

Wobei, Sam scheint ja doch mit Rowena mitzufühlen. Die beiden hatten schon immer eine spezielle Beziehung (fast ein bisschen so wie Dean und Crowley) und spätestens nach ihrem Gespräch über Luzifer haben sie eine besondere Verbindung. Sam konnte hinter Rowenas Fassade blicken, wo sich die genau gleichen Ängste verbergen, die auch ihn quälen. Natürlich ist es also Sam, der sich Rowena in den Weg stellt, während sich Dean mit ihrem Bodyguard prügelt. Es ist zu schade, dass Billie eingeschritten ist, denn es hätte mich unglaublich interessiert, ob Rowena Sam tatsächlich geopfert hätte. Sam war ja bereit, sie zu erschießen, auch wenn es ihm sichtlich schwer gefallen ist.

Rowena bekommt nun also ihr Gespräch mit dem Tod. Es hat mich gewundert, wie einfühlsam Billie auf die verzweifelte Rowena eingegangen ist. Meistens tritt sie doch mehr als komplett neutrale Instanz auf und gerade nachdem Rowena doch einige ihrer Sensenmänner umgebracht hat, müsste man doch davon ausgehen, dass Billie nicht allzu angetan von ihr ist. Doch auch die netten Worte ändern nichts an dem Fakt, dass Crowley nicht zurückgebracht wird. Zumindest nicht von Billie. Was geschehen ist, ist geschehen und kann auch nicht rückgängig gemacht werden. Eigentlich schade, denn von all den Charakteren, die wir in dieser Staffel gesehen haben, ob nun "echt" oder das Parallelwelt-Pendant, würde ich mir Crowley mit am meisten zurückwünschen. Aber ähnlich wie Rowena muss ich wohl einfach damit leben, dass es das war mit dem König der Hölle.

Zum Abschluss bekommen wir noch eine sehr versöhnliche Szene zwischen Rowena, Sam und Dean zu sehen. Gerade letzterer war Rowena gegenüber ja immer mehr als kritisch gestimmt. Trotzdem hat auch er aufmunternde Worte, wie sie da so gemeinsam biertrinkend auf dem Boden sitzen. Crowleys Tod war nicht Rowenas Schuld, er hat seine eigenen Entscheidungen getroffen. Und vor allem: Beide glauben daran, dass Rowena noch eine Chance auf Wiedergutmachung hat.

"We will find a way to fix this."

Während die Winchesters sich mit Rowena beschäftigen, muss Castiel zu der schockierenden Erkenntnis kommen, wie schlimm es um den Himmel wirklich steht. Etwas wundert es mich ja schon, dass wie das so völlig an ihm vorbei gehen konnte. Man müsste doch meinen, dass er über Engelradio oder andere Verbindungen zumindest eine Ahnung gehabt haben müsste, aber das ganze Ausmaß, damit hat Castiel nicht gerechnet. Der Himmel ist ein echt trauriger Anblick, angefangen beim betrunkenen Wächter des Himmelstores, über wie leergefegte Gänge, bis hin zum flackerenden Licht. Viel ist nicht mehr übrig vom einstigen göttlichen Glanz. Andererseits hat mir die Hölle eh schon immer viel besser gefallen, als das klinische Weiß des Himmels – da werde ich immer an den Zahnarzt erinnert, gruslige Stühle und Bohrer inklusive. Trotzdem ist und bleibt es Cas' Zuhause und man sieht ihm deutlich an, wie sehr ihn sein jetziger Zustand trifft.

Eigentlich wollte sich Castiel Hilfe erbitten, nur um nun festzustellen, dass die Engel stattdessen eher die seine benötigen. Denn nachdem der Probelauf mit Luzifer als himmlischen Herrn gründlich schiefgelaufen ist, haben die Engel schon den nächsten Erzengel im Visier: Gabriel. Wobei doch sehr fraglich ist, ob der Lust darauf hat, im Himmel für Recht und Ordnung zu sorgen. Es ist wohl bezeichnend dafür, wie verzweifelt die Lage ist, wenn diese beiden ganz oben auf der Liste stehen. Tatsächlich scheint Naomi schon ihren Frieden damit gefunden haben, als eine der letzten Engel zusammen mit dem Himmel unterzugehen. Alles hat ein Ende, auch der Himmel. Damit kommt man wieder auf das Thema Schicksal und Vergänglichkeit zu sprechen. Nur, dass Castiel noch nicht aufgegeben hat und für den Himmel kämpfen will. Damit läuft seine Nebengeschichte wunderbar mit der Hauptstoryline der Winchesters zusammen, denn sie alle verfolgen ein Ziel: Gabriel finden. Der scheint der Schlüssel aller Probleme zu sein, vorausgesetzt, er kann und will ihre Erwartungen auch wirklich erfüllen.

Randnotizen:

  • Wo steckt eigentlich Luzifer? Nachdem er in der letzten Folge von Anael sitzen gelassen wurde, scheint er nun aus dem Himmel verschwunden zu sein. Sucht er jetzt selbst nach Jack oder macht er sich auf den Weg zurück in die Hölle?
  • Man merkt Ruth Connell einfach an, mit was für einer Freude sie Rowena spielt. Ihre Szenen haben schon immer Spaß gemacht, egal ob sie nun gerade für oder gegen die Winchesters arbeitet, aber diese Folge hat da nochmal eins draufgesetzt.
  • Die Todes-Prophezeiung, nach der Sam Rowena töten wird, ist ein unglaublich interessantes Konzept und ich bin schon gespannt, wie man damit weiter vorgehen wird.
  • Ganz nebenbei ist die ganze Sache mit dem Sensenmann, der Sam und Dean ständig verfolgt, ziemlich gruslig gewesen. Wer möchte schon auf Schritt und Tritt beobachtet werden, noch dazu von einem Boten des Todes?



Fazit

Diese Folge hat einiges dafür getan, eine andere, emotionalere Seite von Rowena zu zeigen und sie einem noch sympathischer zu machen. Auch wenn sich inhaltlich nicht allzu viel bei der Hauptstoryline getan hat, gibt es doch einige strategische Veränderungen: Die Winchesters haben nun mit Rowena eine der mächtigsten Hexen auf ihrer Seite und es wurde noch einmal hervorgehoben, wie zentral Gabriel für die ganze Geschichte ist.

Denise D. - myFanbase

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