Bewertung: 8

Review: #1.07 Kapitel 7: Die Badewanne

Foto: Winona Ryder, Millie Bobby Brown & David Harbour, Stranger Things - Copyright: Curtis Baker/Netflix
Winona Ryder, Millie Bobby Brown & David Harbour, Stranger Things
© Curtis Baker/Netflix

Nun ist es also geschehen: die Grüppchen um Hopper/Joyce, Nancy/Jonathan und Mike/Dustin/Lucas/Eleven finden zusammen und ziehen an einem Strang. Nach so mancher Episode, bei der man sich wünschte, dass sie einfach mal miteinander über ihre Entdeckungen reden würden (wohl in dem Wissen, dass ihr bisheriges Vorgehen mehr als verständlich war in Anbetracht der Entdeckungen, die sie machten), tut es einfach so gut, dass sie nun gemeinsame Sache machen und damit den Endspurt einläuten. Generell ist #1.07 Kapitel 7: Die Badewanne in vielerlei Hinsicht wohltuend und steigert die Vorfreude auf das Staffelfinale gewaltig.

Am Besten, wir beginnen gleich mit Steve, Tommy und Carol. Dann haben wir es hinter uns. Episode 7 tut deswegen gut, weil so langsam klar wird, was der Plan der Macher von "Stranger Things" war. Dadurch, dass Tommy und Carol so derart unnatürlich schlecht gezeichnet wurden, hat Steve nun die Möglichkeit, mit etwas Gewissen zu punkten. Wie sich herausstellt, waren es Tommy und Carol, die die Schmierfinke am Kino waren und von denen auch die Initiative dafür ausging. Als Steve dann schließlich dem Kinobetreiber hilft, die Schmierereien zu entfernen, ist der Weg zurück in die Welt von Nancy und Co. geebnet. Deswegen ist die Charakterzeichnung von Tommy und Carol immer noch unter aller Sau, aber durch diesen Kontrast kann Steve Sympathien für sich einheimsen, als er sich gegen sie stellt und endlich mal wieder eine positive Seite von sich zeigt. Also trotz alledem für sich genommen ein durchaus guter Kniff, um ihn wieder besser zu integrieren, auch wenn man ihn gar nicht erst so eindimensional hätte werden lassen müssen in der Zwischenzeit. Mal sehen, wo Steves Reise hinführt.

Es wäre aber nicht fair der Serie gegenüber, würde man den Fokus in der Review tatsächlich auf diese drei Personen fokussieren, denn zum einen ist auch die Screentime diesmal erfrischend kurz und zum anderen passiert weiß Gott genug, um lieber darauf näher einzugehen.

Dies beginnt zunächst bei der Versöhnung von Mike, Lucas und Eleven, als ihnen Dr. Brenner und Co. auf den Fersen sind - inklusive Verfolgungsjagden, Helikopter und auch ansonsten allerlei Action, die es in der Serie bisher in dieser Konzentration noch nicht gab. Die Schlinge zieht sich immer mehr zu, vorerst sind die Jungs und Eleven aber entkommen. In jedem Fall gut, dass sie wieder zueinander gefunden haben, denn Zusammenhalt ist nun wichtiger denn je. Nicht zu vergessen die Szene am Anfang, als Eleven und Mike kurz davor sind, sich zu küssen. Dass sie natürlich durch jemanden unterbrochen werden müssen (in dem Fall Dustin), bevor sich ihre Lippen berühren, ist zwar extrem vorhersehbar, aber bei den beiden wirkt dieses unschuldige Sich-Näherkommen einfach nur sehr süß.

Hopper und Joyce wiederum treffen auf Jonathan und Nancy im Polizeirevier und tun sich schnell zusammen, als sie von ihren jeweiligen Erlebnissen berichten. Schön, dass Joyce Jonathan dessen Schlägerei natürlich nicht durchgehen lässt, sondern ihn ordentlich zur Rede stellt, aber auch weiß, was nun wirklich zählt: Will finden. Amüsant ist der Auftritt von Troys Mutter nach dessen Armbruch in der vergangenen Episode und wie sie nun das Revier aufmischt. Dabei erfährt Hopper, dass Eleven bei den Jungs ist und übernatürliche Fähigkeiten hat. An dieser Stelle wäre der Punkt gewesen, wo man das Geschehen noch ein wenig hätte verzögern können, indem Hopper Troy nicht glaubt bzw. seine Mutter ihm nicht oder wo Hopper und Joyce anzweifeln, was Jonathan und Nancy im Wald widerfahren ist. Aber nichts davon. Jeder weiß aufgrund eigener Erlebnisse, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, und zweifelt die Intensität der Geschichten des Anderen nicht an, womit man schnell gemeinsame Sache machen kann.

Diese gemeinsame Sache hat es in sich: nachdem Eleven zusehends schwächer wird bei all den Kräften, die sie einsetzen muss - unter anderem sorgt sie dafür, dass ein Van mit Dr. Brenners Agenten sich vor ihnen überschlägt, sodass sie fliehen können - kommt man auf die Idee mit einem Floating-Tank (analog zu MKUltra), mithilfe diesem Eleven ihre Kräfte für die Suche nach Barb und Will bündeln kann. Im Anschluss an eine schöne Montage, in der jeder versucht, seinen Teil für das Gelingen des selbstgebauten Floating-Tanks beizutragen inkl. eines sehr amüsanten Telefonats zwischen Dustin und Mr. Clarke, kann Eleven schließlich Kontakt zu Barb und Will aufnehmen. Barb, die Eleven zunächst in der Schattenwelt aufsucht, ist leider mausetot (wie creepy war bitte das schneckenartige Ding, was aus ihrem Mund kroch?), Will wiederum versteckt sich im Schattenwelt-Pendant des "Fort/Schloss Byers" und Eleven gelingt es, einen völlig verstörten Will mithilfe von Joyce ein wenig zu beruhigen. Eines ist aber klar: Will hat nicht mehr viel Zeit, bevor ihn dasselbe Schicksal wie Barb ereilt. Dies wird in der Schlussszene noch einmal sehr deutlich, als das Monster ins Fort einbricht. Dass Eleven es überhaupt so lange im Tank aushält nach der grausigen Entdeckung von Barb, ist ein Verdienst von Joyce, der es gelingt, Eleven zu beruhigen. Nach all der Zeit, in der Eleven entweder durch Dr. Brenner Fürsorge für dessen Zwecke vorgegaukelt wurde oder sie sich mit den Jungs umgab, die allein altersbedingt nun mal auch nur bedingt dazu fähig sind, Elevens extreme Gefühlsäußerungen zu beruhigen, tut es so unfassbar gut, mit Joyce eine mutterähnliche Figur für Eleven zu haben, die sich tatsächlich um sie sorgt und weiß, was sie in der Situation sagen und tun muss.

Während die Jungs in der Schule beim Floating-Tank und bei Eleven sind, haben sich Nancy und Jonathan mit ihren Jagdutensilien, die sie sich einfach mal so eben aus dem offensichtlich gänzlich inkompetenten Polizeirevier holen, versorgt und wollen das Monster töten. Joyce und Hopper unterdessen wollen ins Hawkins-Labor einbrechen, werden dort aber von Dr. Brenner und seinen Mannen entdeckt. Durch das retardierende Moment um Joyce und Hopper, die erst mal festgesetzt sind, werden im Staffelfinale nun die drei Jungs mit Eleven und wohl auch Jonathan und Nancy diejenigen sein, die den nächsten Schritt zur Rettung Wills machen müssen und es könnte kaum spannender sein, ob es ihnen gelingt.

Fazit

Eine sehr starke Episode, weil endlich die Serie selbst wie ihre einzelnen Figuren sich auf das große Ganze konzentrieren und unnötiges Teenie-Drama weg lassen. Dies gepaart mit elementar wichtigen Enthüllungen um Will und Barb, tollen Momenten und einer Story, die sich mit großen Schritten ihrem absoluten Höhepunkt nähert, lassen die Vorfreude auf das Staffelfinale deutlich steigen.

Andreas K - myfanbase


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Stranger Things" über die Folge #1.07 Kapitel 7: Die Badewanne diskutieren.