DVD-Rezension: Nashville, Staffel 3

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In den USA wurde die dritte Staffel von "Nashville" vom 29. September 2014 bis zum 13. Mai 2015 beim US-Sender ABC ausgestrahlt. In Deutschland strahlte der Bezahlsender FOX die Staffel vom 07. Juli 2015 bis zum 15. September 2015 in Doppelfolgen aus. Seit dem 27. September 2019 sind die 22 Episoden nun auch im deutschen Markt auf DVD erhältlich.

Inhalt

Foto: Connie Britton & Charles Esten, Nashville - Copyright: Spirit Media; ABC/Mark Levine
Connie Britton & Charles Esten, Nashville
© Spirit Media; ABC/Mark Levine

Nachdem Deacon (Charles Esten) und Luke (Will Chase) Rayna (Connie Britton) einen Heiratsantrag gemacht haben, muss sie sich für einen der beiden Männer entscheiden, was gar nicht einfach für sie ist. Auch Maddie (Lennon Stella) übt auf ihre Mutter Druck aus, die ihre Eltern als Paar sehen möchte. Beruflich sieht es deutlich besser aus, da Raynas neues Label Highway 65 erste Klienten unter Vertrag nimmt. Darunter ist auch die Newcomerin Sadie Stone (Laura Benanti), die einiges an Potenzial mitbringt. Allerdings bringt sie auch ihre Vergangenheit mit, die ihr gerade neu aufgebautes Leben vollkommen auf den Kopf stellt. Ganz ähnlich geht es auch Gunnar (Sam Palladio), der mit Kiley (Alexa PenaVega) auf seine Jugendliebe trifft und dabei erfährt, dass er Vater ist, was wiederum seine Beziehung zu Zoey (Chaley Rose) auf eine harte Probe stellt. Während Will (Chris Carmack) und Layla (Aubrey Peeples) noch immer Wills wahre Sexualität vor der Öffentlichkeit zu vertuschen versuchen, muss Juliette (Hayden Panettiere) bald preisgeben, dass sie schwanger ist. Allerdings ist sie sich nicht sicher, wer der Vater ist: Avery (Jonathan Jackson) oder Jeff Fordham (Oliver Hudson).

Rezension

Foto: Laura Benanti & Connie Britton, Nashville - Copyright: Spirit Media; ABC/Mark Levine
Laura Benanti & Connie Britton, Nashville
© Spirit Media; ABC/Mark Levine

Anders als beim Staffel-2-Auftakt war der von Staffel 3 ziemlich ruhig. Zumal man als Zuschauer auch direkt in der ersten Episode der Staffel die Auflösung bekommt, für wessen Antrag Rayna sich entscheidet. Allzu überraschend ist dies auch gar nicht, denn die Autoren nutzen erneut Flashbacks um zu zeigen, wie schwierig ihre Vergangenheit mit Deacon doch letztlich war. Trotz dessen wird man das Gefühl nicht los, als habe Rayna die gänzlich falsche Entscheidung getroffen, mit welchem Mann sie ihr restliches Leben verbringen möchte. Immer wieder werden Situationen zwischen Rayna, Luke und Deacon geschaffen, die signalisieren, für wen in Wahrheit ihr Herz schlägt.

Das Love Triangle sorgt auch dafür, dass einem Luke trotz allem Verständnis in vielen Episoden immer unsympathischer wird und man sich fragt, ob er überhaupt in der Lage ist, jemals die Verbundenheit zwischen Rayna und Deacon zu verstehen und zu akzeptieren. Die Antwort darauf ist ein Ja und kann mit dem Sprichwort "Es muss erst einmal Gras über die Sache gewachsen sein", beantwortet werden. Wobei auch hier eine traurige Entwicklung vorangeht, die den Cliffhanger für das Staffelfinale bildet und man hofft, es möge alles gut gehen. Diese traurige Entwicklung zeigt auch einmal mehr, wie eng die Verbundenheit zwischen Rayna und Deacon tatsächlich ist und wie hervorragend die Chemie zwischen den beiden Darstellern ist.

Foto: Connie Britton, Henry Byalikov & Lindsay Arnold, Nashville - Copyright: Spirit Media; ABC/Adam Taylor
Connie Britton, Henry Byalikov & Lindsay Arnold, Nashville
© Spirit Media; ABC/Adam Taylor

Als traurige Entwicklung könnte man auch Juliettes Storyline ansehen, wobei diese sehr positive Züge hatte. Aufgrund der Schwangerschaft von Hayden wurde auch ihre Serienfigur schwanger und man könnte sagen, dass damit das Unheil für Juliette ihren Lauf nimmt: Sie weiß nämlich nicht, wer der Vater ist. Zum einen ist da Avery, den sie wirklich zu lieben scheint und auf der anderen Seite ist Jeff, der Mann mit dem Juliette Avery betrogen hat. Seit ihrem Geständnis herrscht Funkstille der beiden und für sie stand fest, dass ihr Seitensprung mit Jeff Folgen hat. Auch mir fiel ein Stein vom Herzen, als sich dieser Verdacht nicht bestätigt hat und Juliette sich wieder mit Avery versöhnt hat. Dennoch nimmt die Beziehung der beiden nach der Geburt eine gefährliche Wendung, bei der man Averys Handeln vollkommen nachvollziehen kann und trotzdem getroffen ist, was einem die Autoren bei diesem Paar bieten.

Getroffen ist man gewissermaßen auch von Gunnars Storyline. Seine Beziehung zu seinem Bruder Jason (David Clayton Rogers) war bereits zu dessen Lebenszeit nicht die einfachste. Dennoch war Gunnar immer bewusst und wichtig, den anderen klarzumachen, dass Jason auch gute Charakterzüge hatte und nicht nur schlecht gewesen ist. Umso tragischer ist daher der Verlauf, der sich bei Kileys (zweiter) Rückkehr offenbart. Denn nicht Gunnar ist der Vater von Micah, sondern sein Bruder. Ich wünsche die Autoren hätten sich dazu entschieden, dass Kiley ihre Jugendliebe betrogen hat. Das ist zwar auch hart für Gunnar, der es gar nicht verdient hat, aber dadurch hätte er noch einen Funken gute Erinnerung an seinen Bruder, die aber auch mit einem einzigen Satz zunichte gemacht wurde. Schade, denn so wirkt es, als habe Jason den grausamen und brutalen Mord in der ersten Staffel absolut verdient.

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© Spirit Media; ABC/Mark Levine

Für mich ist auch Scarlett (Clare Bowen) in dieser dritten Staffel der stärkste Charakter. Zwar will sie zu Beginn Nashville den Rücken kehren, doch durch einen (ungewollten) Roadtrip mit Gunnar und Avery, wird sie zum Umkehren bewegt. Mir hätte es sehr leid getan, wäre Scarlett aus der Serie geschrieben worden, da sie ebenfalls die gute Seele von "Nashville" ist. Allerdings lässt sich auch hier erkennen, dass ihr einiges aufgebürdet wird. Durch den Schicksalsschlag rund um Deacon und dessen Sturheit, ist auch Scarlett gezwungen, sein Geheimnis zu bewahren. Gerade deshalb kann sich auch ihre Beziehung zu Dr. Caleb Rand (Nick Jandl) nicht richtig entfalten, was ich schade finde, da die beiden ein schönes Paar abgeben.

Die Beziehungen sind in dieser Staffel bei allen Charakteren, egal ob Haupt- oder Nebencharakter, ein heikles Thema. Zum einen ist da Will, der in Kevin Bicks (Kyle Dean Massey) einen süßen Typen gefunden hat, doch aufgrund seines Images als gefeierter Countrystar immer wieder mit Missverständnissen zu kämpfen hat. Zum anderen sind da noch Layla und Teddy (Eric Close), die durch ihren Kontakt mit Jeff immer wieder in Bedrängnis geraten. Wobei man sagen muss, dass besonders Teddy eine Seite von sich zeigen kann, die ihn mir letztlich doch sympathisch macht und er seine Familie über sein eigenes Wohlergehen stellt.

Specials & Technische Details

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Dieses Mal werden die Fans enttäuscht, da die Box kein Bonusmaterial enthält, was ich ziemlich schade finde. Besonders da ich ein Blick hinter die Kulissen immer für sehenswert halte.

Erscheinungstermin: 27. September 2019
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 906 Minuten (22 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache: Deutsch, Englisch

Fazit

Ich muss sagen, dass die Autoren einige Fehlentscheidungen getroffen haben, was die Charakterentwicklungen der dritten Staffel von "Nashville" betreffen. Besonders rund um Gunnars Storyline hätte man viel eher einen Schlussstrich ziehen können, um ihm nicht noch mehr Leid zufügen zu müssen. Letztlich ist es aber wieder die Musik und die tollen Momente, die einiges wieder wettmachen können, wenn auch nicht alles. Eine kleine Besonderheit bietet da auch der Auftritt von Sängerin Christina Argulira, die als Jade St. John für Aufsehen sorgt.

Daniela S. - myFanbase

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