DVD-Rezension: Orange is the New Black, Staffel 6

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Auf Netflix wurden bereits die letzten dreizehn Abenteuer der Insassinnen von Litchfield veröffentlicht. Wer sein Gedächtnis vorher noch mal auffrischen möchte, kann dies mit dem DVD-Set tun, welches am 1. August 2019 veröffentlicht wurde. In der sechsten Staffel müssen Piper & Co. sich mit den Konsequenzen des Gefängnisaufstands auseinandersetzen.

Inhalt

Der Aufstand in Litchfield wurde von der Polizei aufgelöst und die Insassinnen, die dafür verantwortlich gemacht werden, müssen mit den Konsequenzen leben und warten im Hochsicherheitstrakt auf ihr Verhör. Piper (Taylor Schilling), die von Alex (Laura Prepon) getrennt wurde, befürchtet das Schlimmste und glaubt, dass ihre Verlobte ums Leben gekommen sei. Nicky (Natasha Lyonne) macht sich derweil Sorgen um Red (Kate Mulgrew), die sich von ihren Freundinnen betrogen fühlt.

Foto: Selenis Leyva & Jessica Pimentel, Orange is the New Black - Copyright: 2019 STUDIOCANAL GmbH
Selenis Leyva & Jessica Pimentel, Orange is the New Black
© 2019 STUDIOCANAL GmbH

Daya (Dascha Polanco) wird im Hochsicherheitstrakt von einem Wärter physisch und psychisch missbraucht, während ihre Mutter Aleida (Elizabeth Rodriguez) in der Freiheit versucht, ihr Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken und ihre Kinder zurückzubekommen. Lorna (Yael Stone) ist derweil schwanger und Blanca (Laura Gómez) versucht alles, um ebenfalls ein Baby zu bekommen. Gloria (Selenis Leyva) und Maria (Jessica Pimentel) stehen auf Kriegsfuß, Frieda (Dale Soules) fürchtet um ihre Sicherheit und Suzanne (Uzo Aduba) fällt es schwer, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Letztere muss zudem die Wahrheit über den Tod von Piscatella (Brad William Henke) für sich behalten, wozu sie von Cindy (Adrienne C. Moore) gedrängt wird, welche mit dieser Entscheidung schwer zu kämpfen hat. Denn nur die Wahrheit könnte Taystee (Danielle Brooks) vor einer lebenslangen Haftstrafe retten, die zum Sündenbock des Aufstands erklärt wird. Flaca (Jackie Cruz), die von Maritza (Diane Guerrero) getrennt wurde, versucht sich mit der Leitung einer Radioshow abzulenken und Pennsatucky (Taryn Manning) befindet sich noch immer auf der Flucht.

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Rezension

Nachdem der Aufstand am Ende der fünften Staffel aufgelöst wurde, wurde ein Teil der Insassinnen von Litchfield in einen Hochsicherheitstrakt verlegt und der andere Teil in ein Gefängnis in Ohio. Dadurch fühlt sich die Serie fast wie ein Reboot an, denn auf viele alte, lieb gewonnene Charaktere müssen wir verzichten. Musste sich zu Beginn der Serie nur Piper an das Gefängnisleben gewöhnen, fangen nun auch die Alteingesessenen bei Null an. Durch die Aufteilung in verschiedene Blöcke ergeben sich zudem ganz neue Charakterkonstellationen, was für eine frische und aufregende Dynamik sorgt. Wir lernen auch eine Handvoll neuer Charaktere kennen, von denen einige wirklich interessant sind, andere dafür aber auch furchtbar anstrengend.

Foto: Amanda Fuller, Orange is the New Black - Copyright: 2019 STUDIOCANAL GmbH
Amanda Fuller, Orange is the New Black
© 2019 STUDIOCANAL GmbH

Die sechste Staffel braucht ein wenig um in Fahrt zukommen. Gerade die erste Folge plätschert ein wenig vor sich hin und beginnt mit einer viel zu langen Musicalnummer, die von Suzanne halluziniert wird. Hier können die Darstellerinnen zwar einmal mehr ihr Talent unter Beweis stellen und man gewinnt einen Einblick in Suzannes psychischen Zustand, doch es ist gleichzeitig auch ermüdend, denn es bremst ein wenig den Erzählfluss. Nach ein paar Folgen kommt die Staffel dann allerdings wieder in Schwung und man hat sich zudem an die Änderungen gewöhnt, die durch die Verlegung entstanden sind, und der Status quo wird, mehr oder weniger, wiederhergestellt.

Die neuen Charaktere, allen voran die verfeindeten Geschwister Barb (Mackenzie Phillips) und Carol (Henny Rusell), bieten genügend Stoff für interessante Geschichten und der Rückblick der beiden gehört zu den schockierendsten der bisherigen Serie. Badison (Amanda Fuller) gehört, wie schon oben erwähnt, zu den anstrengenderen neuen Charakteren und man wünscht sich eigentlich nur, dass sie endlich von der Bildfläche verschwindet, auch wenn sie nicht ganz den Hassfaktor von Piscatella erreicht. Ihr Sinn in der Serie besteht praktisch nur darin, dem ansonsten glücklichen Paar Piper und Alex Probleme zubereiten und für Konflikte zwischen den beiden zu sorgen. "Orange is the New Black" ist schließlich immer noch eine Dramaserie, bei der man das Glück eines Charakters mit Vorsicht genießen sollte, denn lange hält es in den meisten Fällen nicht an.

Foto: Nick Dillenburg, Matt Peters & Emily Tarver, Orange is the New Black - Copyright: 2019 STUDIOCANAL GmbH
Nick Dillenburg, Matt Peters & Emily Tarver, Orange is the New Black
© 2019 STUDIOCANAL GmbH

Vor allem für Taystee, die das rechtliche Ausmaß des Gefängnisaufstandes zu spüren bekommt, läuft es alles andere als gut und auch Charaktere wie Daya und Maria müssen mit den Konsequenzen leben, da den Gefängnisleitern ein einfacher Ausweg wichtiger ist, als die Wahrheit. In den meisten Fällen ist dies hart, unfair, aber auch realistisch. Trotz des Humors hat sich "Orange is the New Black" nie davor gescheut politisch relevante und sozialkritische Themen einzubauen und seine Zuschauer mit der kalten Realität zu schocken, auch wenn dies bedeutet, dass lieb gewonnene Charaktere leiden müssen. Unverdiente Haftverlängerungen, Verrat unter Freunden oder Missbrauch durch Wärter - die Insassinnen müssen wieder einiges einstecken.

Die düsteren Storylines einiger Charaktere werden immer mal wieder durch leichte und lustige Momente aufgelockert. Vor allem die Beziehung zwischen Fig (Alysia Reiner) und Caputo (Nick Sandow) sorgt für erheiternde Stimmung, gerade weil beide auf den ersten Blick gar nicht zusammenpassen und als Paar doch hervorragend funktionieren. Die Radioshow oder das Spiel der Wärter bieten witzige Momente, auch wenn Letzteres moralisch äußert verwerflich ist.

Specials & Technische Details

Foto: Copyright: 2019 STUDIOCANAL GmbH
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Das Bonusmaterial fällt spärlich aus, ist dafür allerdings wirklich interessant. Im Featurette "Litchfield to the Max" reden Cast & Crew ausführlich über die Änderungen in der sechsten Staffel und liefern Hintergrundinformationen zu den Ideen einiger Storylines. Zusätzlich gibt es ein Gag Reel mit einigen amüsanten Patzern und Audiokommentare zu den Episoden acht und dreizehn.

Erscheinungstermin: 1. August 2019
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 740 Spielminuten (13 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch

Fazit

Auch in der sechsten Staffel schafft die Gefängnisserie noch immer mit ihrer einzigartigen Mischung aus Humor, starken Hauptdarstellerinnen und hartem Realismus zu überzeugen. Das neue Setting und ungewohnte Charakterkonstellationen sorgen für frischen Wind und wer die Erzählstruktur der fünften Staffel nicht mochte, wird der sechsten Staffel wieder mehr abgewinnen können.

Kevin Dave Surauf - myFanbase

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