DVD-Rezension: Orange is the New Black, Staffel 3

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2013 ging die Gefängnisserie "Orange is the New Black" auf Netflix an den Start und entwickelte sich zu einem wahren Serienphänomen, das mittlerweile sogar bis zur siebten Staffel verlängert wurde und den Zuschauern somit mindestens bis 2019 erhalten bleibt. In Deutschland gibt es allerdings seit kurzem erst mal Staffel 3 in einer hübschen DVD-Box zu erwerben. Somit kann man sich noch mal auf den neuesten Stand bringen, bevor am 17. Juni 2016 die vierte Staffel bei Netflix an den Start geht.

Inhalt

Foto: Orange Is The New Black - Copyright: 2016 STUDIOCANAL GmbH
Orange Is The New Black
© 2016 STUDIOCANAL GmbH

Nach Rosas (Barbara Rosenblat) Flucht und dem brutalen Tod von Vee (Lorraine Toussaint) kehrt in Litchfield langsam wieder Normalität ein, die jedoch nicht lange währt. Alex (Laura Prepon) muss zurück ins Gefängnis, nachdem Piper (Taylor Schilling) sie verraten hat und die beiden kommen sich wieder näher. Als Alex jedoch die Wahrheit herausfindet und Piper die attraktive Insassin Stella (Ruby Rose) kennenlernt, beginnt es zwischen den beiden wieder zu kriseln. Noch dazu eröffnet Piper ein illegales Geschäft und verkauft, mit der Hilfe anderer Insassinnen und einem Wachmann, getragene Unterwäsche.

Auch die Beziehung von Daya (Dascha Polanco) und Bennett (Matt McGorry) wird durch ihr gemeinsames Geheimnis und Dayas Familie auf eine harte Probe gestellt. Nicky (Natasha Lyonne) will Heroin an Leute außerhalb des Gefängnisses verkaufen, was ihr schnell zum Verhängnis wird und finanzielle Probleme und die drohende Schließung von Litchfield setzen Caputo (Nick Sandow) immer weiter unter Druck.

Währenddessen ist Alex sich sicher das Kubra (Eyas Younis) jemanden ins Gefängnis geschleust hat, um sie zu töten, und hat dabei die neue Insassin Lolly (Lori Petty) unter Verdacht. Sophia (Laverne Cox) verscherzt es sich mit Gloria (Selenis Leyva) und bringt dabei das komplette Gefängnis gegen sich auf, Pennsatucky (Taryn Manning) hat ein traumatisches Erlebnis mit einem der Wachmänner und Brook (Kimiko Glenn) versucht sich das Leben zu nehmen. Außerdem nimmt die Freundschaft zwischen Red (Kate Mulgrew) und Healy (Michael J. Harney) romantische Züge an.

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Rezension

Foto: Natasha Lyonne & Matt Peters, Orange Is The New Black - Copyright: 2016 STUDIOCANAL GmbH
Natasha Lyonne & Matt Peters, Orange Is The New Black
© 2016 STUDIOCANAL GmbH

Auch nach drei Staffeln zeigt "Orange is the New Black" noch keine Ermüdungserscheinungen und liefert erstklassige Unterhaltung. Was nicht heißt, dass alles an dieser Staffel perfekt ist. Es gibt einige Kritikpunkte, die ich in dieser Rezension ansprechen möchte und dazu zählt der Verlust von zwei lieb gewonnen Charakteren - Bennett und Nicky. Matt McGorry hat natürlich viel zu tun, immerhin ist er auch Hauptdarsteller in "How to Get Away with Murder" und war deshalb möglicherweise nicht für die komplette Staffel verfügbar, was auch nicht das Problem ist. Sein Ausstieg ist nur einfach völlig abrupt und passt so gar nicht zu seinem Charakter. Es wirkt einfach nicht abgeschlossen und vielleicht ist es das auch nicht, aber das Ende seiner Storyline hinterlässt dennoch einen bitteren Nachgeschmack und lässt seinen eigentlich liebenswürdigen Charakter in einem ziemlich schlechten Licht dastehen.

Auch die Entscheidung Nicky, gespielt von Natasha Lyonne, rauszuschreiben, macht für mich keinen Sinn. Mir ist nicht bekannt, ob Natasha möglicherweise anderen Verpflichtungen nachgehen musste, allerdings kann ich mir anders nicht erklären, warum man einen der besten Charaktere rausschreiben sollte. Ein weiterer Kritikpunkt ist Piper, die in dieser Staffel eine recht unglaubwürdige Wandlung durchmacht. Ich weiß, dass viele ihren Charakter nicht mögen - es gibt sogar ganze Tumblr-Blogs zu diesem Thema - doch ich habe ein ganz anderes Problem mit ihr. Ihre Verwandlung zur harten Knastchefin und Leiterin eines illegalen Höschengeschäfts passt einfach so gar nicht zu ihrem Charakter. Eigentlich finde ich sie nicht schlecht und in Staffel 3 hat sie auch starke Momente, aber im Großen und Ganzen gefällt mir nicht, wohin sich ihr Charakter entwickelt hat. Auch wenn mir die Szene im Finale, in der sie Stella direkt in eine Falle tappen lässt, wirklich gut gefallen hat.

Foto: Taylor Schilling & Ruby Rose, Orange Is The New Black - Copyright: 2016 STUDIOCANAL GmbH
Taylor Schilling & Ruby Rose, Orange Is The New Black
© 2016 STUDIOCANAL GmbH

Stella war ebenfalls ein Störfaktor. Ruby Rose ist zwar wirklich hübsch, aber man spürte einfach keine Verbindung zu ihrem Charakter. Sie war weder sonderlich interessant, noch sympathisch. Und dadurch kam bei mir auch kein Interesse für ihre Beziehung zu Piper auf. Zumal Alex sowieso ein viel besserer Charakter als Stella ist. Das ist auch das Positive an der Serie. Es gibt so viele verschiedene und tolle Charaktere, das ein oder zwei nicht so interessante Personen nicht wirklich viel ausmachen oder die Serie runterziehen, würden. Zum Glück ist man aber die Störenfriede Larry (Jason Biggs) und Polly (Maria Dizzia) endlich losgeworden.

Natürlich gibt es aber auch viel Positives über diese Staffel und ihre Storylines zu berichten. Da kommt mir gleich die brutale Vergewaltigung von Pennsatucky in den Sinn, die einfach nur schockierend und herzzerreißend ist. Nicht nur wegen der brutalen Tat an sich, sondern auch wegen ihrer Reaktion hinterher. Es ist traurig zu sehen, dass ihr Leben so verkorkst ist, dass sie die Vergewaltigung für normal hält, was nur zeigt, was für ein tragischer Charakter sie eigentlich ist. Dass ausgerechnet Big Boo (Lea DeLaria) diejenige ist, bei der sie Unterstützung findet, ist eine schöne Wendung und eine der großen Stärken von "Orange is the New Black". Die Serie schafft es immer wieder ungleiche Charaktere zusammenzubringen und am Ende passt es immer hervorragend.

Auch der brutale Angriff auf Sophia und die unfaire Behandlung ihr gegenüber seitens der Gefängnisleitung zählt zu den stärkeren Geschichten dieser Staffel. Damit spricht die Serie ein weiteres sehr wichtiges und sehr reales Thema an, wovor sich "Orange is the New Black" noch nie gescheut hat und was wohl auch ein Teil des großen Erfolges ausmacht. Genau wie die Flashbacks, die einfach dazugehören und diesmal sind mir die von Flaca (Jackie Cruz), Chang (Lori Tan Chinn), Pennsatucky, Leanne (Emma Myles) und Norma (Annie Golden) besonders positiv in Erinnerung geblieben. Natürlich findet die Serie auch weiterhin die richtige Balance zwischen Drama und Comedy. So zählt Suzannes (Uzo Aduba) Sexgeschichte, die ihren Weg durch das komplette Gefängnis findet, zu den komödiantischen Highlights der Staffel.

Specials

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Beim Bonusmaterial hat man sich wirklich Mühe gegeben. In "Frage & Antwort Runde mit dem Cast" erfährt man interessante Fakten über die Darsteller. Laverne spricht in "Sophia: Laverne Cox' Neuanfang" über ihre Rolle und welchen Einfluss diese auf ihr Leben und das der Transgendergemeinde genommen hat und in "Speaking Orange: Die Darstellerinnen über ihre Rollen" kommen auch andere Darstellerinnen zur Wort und reden darüber, was ihnen an ihren Rollen am besten gefällt. Und ENDLICH gibt es wieder einen Gag Reel, der mir bei der letzten Staffel so gefehlt hat. Leider ist dieser etwas kurz geraten und wird durch nervige Titeleinblendungen mehrmals unterbrochen, aber ich will mich nicht beschweren.

Technische Details

Erscheinungstermin: 2. Juni 2016
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 748 Spielminuten (13 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch

Fazit

Trotz einiger Kritikpunkte schafft es "Orange is the New Black" auch mit der dritten Staffel zu begeistern, besonders dank des talentierten und vielschichtigen Cast und den packenden und oftmals sehr realistischen Storylines.

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Kevin Dave Surauf - myFanbase

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