Bewertung

Review: #1.02 Auf der Flucht

Foto: Quantico - Copyright: 2016 ABC Studios; ABC/Phillipe Bosse
Quantico
© 2016 ABC Studios; ABC/Phillipe Bosse

Nachdem Alex zuvor Unterstützung von Miranda hatte, entdeckt sie, nun auf sich gestellt, dass jemand viele Beweise für den Anschlag in ihrer Wohnung versteckt hat. Doch da Alex als Vertrauensperson dargestellt wird, glaubt man als Zuschauer eigentlich nicht, dass sie wirklich hinter dem Anschlag steckt. Im gleichen Atemzug werden die anderen NATs äußerst verdächtig.

"Take a good look at the people around you. Do you trust them?"

In den ersten und den letzten Minuten der Episode zeigt man uns, dass jeder der Rekruten ein Geheimnis wahrt. Von dieser Herangehensweise an die Geschichte bin ich begeistert. In der ersten Folge konnte man sich nicht recht vorstellen, weshalb die NATs verdächtigt werden, den Anschlag geplant zu haben, doch nun sieht die ganze Sache schon ganz anders aus. Jeder von ihnen wirkt plötzlich verdächtig, wodurch man richtig mitfiebert. Man möchte nur zu gerne die dunklen Seiten der Rekruten kennenlernen. Es ist den Autoren sehr gut gelungen, uns gebannt vor die Frage zu stellen, wer der Täter ist.

"I can keep the FBI off your trail, buy you some time, but I have to make it look like I think you're guilty. "

In der ersten Folge schloss sich Miranda 'Team Alex' an und nun ist auch Ryan an Bord. Man weiß zwar nicht genau, wie sich die Freundschaft der beiden über den Zeitsprung hinweg entwickelt hat, doch scheinbar vertrauen sie einander sehr. Was ich nicht ganz verstehe, ist, weshalb Ryan Alex als seinen Angreifer hinstellen muss, um beim FBI für sie arbeiten zu können. Dies bringt natürlich noch mehr Spannung in die verzwickte Lage, doch an sich fehlt mir hier eine schlüssige Erklärung.

"There's such a thing as a gay virgin?"

Ein Thema, das bereits im Piloten angeschnitten wurde, greift man in dieser Episode erneut auf: Simons Sexualität. Ich bin ein wenig irritiert, ob er nun auf Männer oder Frauen steht und da er in der ersten Folge seine Beziehung mit Max scheinbar nur gefakt hat, vermute ich, dass Simon garnicht schwul ist. Um der Sache auf den Grund zu gehen, bringt man Elias ins Spiel, der ebenso neugierig ist, wie wir. Zu Beginn fragt er ganz nett bei Simon an und lässt sein Interesse durchklingen, doch die heftige Abfuhr sorgt natürlich sofort dafür, dass Elias hellhörig wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass Elias zu einem Problem für Simon wird und bin sehr gespannt, welche Geheimnisse dabei ans Licht kommen.

"How are you guys not exhausted? It's like we have the Olympics in the morning, and then we have to pass the BAR every afternoon."

Das Training der Rekruten ist sehr umfangreich und vor allem eins: anspruchsvoll. Ich frage mich, in wie weit die Schauspieler sich für die Serie fit halten müssen, denn schon allein für das stundenlange joggen braucht man Kondition. Nicht weniger interessiert mich, in wie weit Rekruten bei ihren Vorgesetzen Akteneinsicht erbeten dürfen. Ich finde es etwas eigenartig, dass Liam Alex so bereitwillig mehr über ihren Vater wissen lassen will. Durch die Tatsache, dass er Ryan auf Alex angesetzt hat, wissen wir ja bereits, dass er Alex für verdächtig hält, weshalb ich nicht ganz verstehe, weshalb er ihr nun helfen will.

"You've got a shadow." - "All day every day." - "It's because you are the best." - "Second best."

Man stellt uns mit dieser Episode noch eine neue Rekrutin vor: Natalie. Indem man aufzeigt, dass sie Alex beim Training übertrumpfen will, stellt sich schnell das Gefühl ein, dass Natalie Alex' Gegnerin ist und man fragt sich unwillkürlich, wie sich diese Rivalität auf die Gegenwartshandlung auswirken wird. Dass es so weit kommt, dass Natalie Alex den Terroranschlag anhängt, halte ich allerdings für unwahrscheinlich, da dies nicht nur zu offensichtlich wäre, außerdem hätte man dann zu schnell den Täter offenbart.

Interessant finde ich auch, dass Natalie alles tut, um Alex aus der Fassung zu bringen. Sofort erkennt sie ihren wunden Punkt und flirtet mit Ryan, was Alex natürlich nicht entgeht. Ich finde es nicht schlecht, dass Alex auf diese Weise darauf aufmerksam gemacht wird, dass Ryan ihr entgleitet. Man will ja bekanntlich das für sich beanspruchen, was man nicht haben kann. Daher hat es mich auch nicht verwundert, dass Alex am Ende der Episode über ihren Schatten springt und Ryan etwas näher an sich heran lässt.

"They shouldn't have let you back in."

Nachdem Caleb im Serienauftakt Quantico wegen dem Selbstmord von Eric verlassen musste, war ich etwas überrascht, ihn so schnell wieder zurück zu sehen. Auch wenn er sehr von sich selbst überzeugt ist, muss ich sagen, dass mir Caleb irgendwie sympathisch ist. Dazu tragen vor allem die kleinen Neckereien mit Shelby bei, die die sonst eher ernste Stimmung gut aufzulockern verstehen. Ich hoffe sehr, dass wir noch mehr von den beiden sehen werden.

Caleb hat ja bereits erwähnt, dass seine Eltern beim FBI sind und ich frage mich, in wie weit ihm das Vorteile verschafft. Offenbar haben sie so gute Kontakte, dass sie Caleb zurück nach Quantico bringen konnten und da Familie Haas so gut gestellt ist, drängt sich mir die Frage auf, ob Caleb vielleicht die Macht seiner Familie benutzt hat, um den Anschlag zu planen. Gründe könnte ich mir zwar keine vorstellen und ich wüsste auch nicht, weshalb er Alex die ganze Sachen anhängen sollte, fest steht aber, dass Caleb die Mittel dazu hätte.

Fazit

Besonders gefallen hat mir an dieser Episode, das man uns zeigt, dass jedes Blatt zwei Seiten hat. Auch wenn die Rekruten die Eignungsprüfung des FBI bestanden haben, hat doch jeder sein Geheimnis. Dies bringt noch mehr Nervenkitzel in die Geschichte, da man sich nun jeden als Attentäter vorstellen könnte. Nicht ganz überzeugen konnte einige kleine Handlungselemente, die scheinbar nur eingebaut wurden, um Alex in noch mehr Schwierigkeiten zu bringen.

Marie Florschütz - myFanbase

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