Bewertung: 7

Review: #6.12 Erlösung

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Kurz vor dem Serienfinale konzentrieren sich die Autoren nicht nur auf einen Charakter der Serie, sondern auf alle. In den Episoden der sechsten Staffel stand immer eine Person deutlich im Vordergrund, doch in dieser Folge fügten sich alle Storys zusammen und bildeten eine Grundlage, in der jeder mit seiner Entwicklung so langsam zum Ende kommt.

"You're like the uterus that cried wolf."

Charlotte steht kurz vor der Entbindung und muss stundenlang Schmerzen aushalten, bevor die Erlösung kommt. Hier muss man ganz deutlich das schauspielerische Talent von KaDee Strickland betonen, denn ihre Leistung konnte einen nicht nur mitreißen, sondern auch mitfühlen lassen. Sie konnte den Schmerz wahnsinnig gut vermitteln und am Ende wünscht man sich nur noch, dass alles gut ausgeht. Ihre Schreie haben wohl jedem Zuschauer weh getan, denn man mag sich gar nicht vorstellen, wie schwer es sein muss und was sie durchmacht. Hinzu kommt auch noch ein kurzer Moment, in dem man zitternd vor dem Bildschirm sitzt, weil es plötzlich Komplikationen gibt. Nachdem diese Familie soviel durchgemacht hat, wäre es wohl eine Untat, wenn zum Schluss der Geburt noch etwas Schlimmes passiert. Zum Glück gibt es ein Happy End und so können Charlotte, Cooper und Mason die drei Mädchen Georgia, Caroline und Rachel in den Armen halten - ein Moment, der unter die Haut geht und der einem ein paar Tränen entlockt. Eine schöne Entwicklung nach all dem Drama, das mit der Zusage für das Haus noch getoppt werden konnte. Wer hier denkt, es ist wohl zuviel des Guten, muss nur an die Schicksalsschläge dieser Familie denken und all die Schmerzen, die Charlotte durchmachen musste und schon wird man sich einig sein, dass dies genau so kommen sollte, wie es gekommen ist.

Diese Story war nicht nur mitreißend, sie konnte auch durch viele Momente unterhalten und auch für mehrere Lacher sorgen, denn so schmerzhaft alles für Charlotte sein muss, umso witziger ist sie in ihrem Verhalten. Wie sie Stephanie herum kommandiert hat und auch Jake gegenüber gehandelt hat, hat für ein Lächeln gesorgt und dafür muss man sie einfach lieben. Ein Charakter, der eine wahnsinnige Entwicklung gemacht hat und zudem glücklich über die Situation ist, die sie sich selbst nie gewünscht hat. Auch Cooper konnte hier glänzen, ganz besonders, als er mit Mason das Haus besucht hat, das er kaufen wollte. Der kleine Zweikampf mit dem anderen Paar hat für Schmunzeln gesorgt und konnte gut von Charlottes Situation ablenken. Eine gelungene Umsetzung für diese perfekt endende Story.

"He's mine. It's official!"

Ein Happy End gab es auch für Addison, deren Situation für einen beschleunigenden Puls gesorgt hat. Nach all dem Baby-Drama in den letzten Jahren wäre es von den Autoren unmöglich, ihr Henry wegzunehmen. Es war zwar vorhersehbar, dass diese Handlung dieses Ende bekommt, doch zwischendrin musste man doch durchatmen. Hier kann man sich wohl gar nicht vorstellen, wie es in Addison ausgesehen hat. Ihr Verhalten Jake gegenüber ist deshalb vollkommen nachvollziehbar, aber eine Trennung der beiden wäre ebenfalls nicht akzeptabel. So haben die Autoren eine Karte gespielt, die wie die Faust aufs Auge zu Jake gepasst hat. Ein liebevoller Charakter wie er, nimmt es in seine eigenen Hände und versucht den Richter zu überzeugen, was er auch schafft. Und genau das lässt ihn so herausstechen. Nicht nur seine Eigenschaft, Dinge immer richtig zu stellen und dabei auch noch freundlich zu sein, auch sein Einsatz und die Opfer, die er für das Glück anderer, geben würde. In diesem Moment bleibt einem nichts anderes übrig, als ihn noch mehr ins Herz zu schließen und dankbar für ihn zu sein. Denn er stellt sein Wohl hinten an und sorgt mit seiner Ehrlichkeit genau für das Ende, das man sich für Addison und ihn wünscht. An Spannung hat es hier auch nicht gefehlt und so ist den Autoren die Umsetzung gut gelungen und Addison hat endlich den Mann und das Baby, die sie immer haben wollte.

Das Gleiche trifft wohl auf Amelia zu, die ihre Ängste verdrängt und akzeptiert, dass diese sie nicht in ihrem Leben beeinflussen dürfen. Sie erkennt, dass immer etwas Schlimmes geschehen kann und man dies nicht vorhersagen kann. Deshalb sollte man nicht jeden Versuch unterlassen, sein Glück zu finden. Als sie Charlottes Babys sieht, beschließt sie, doch noch eine große Familie zu haben und vermittelt dies auch James, der sie freudig in die Arme schließt. Ein weiteres Happy End für eine Frau, der man nach ihrer Vergangenheit das Glück nur so gönnt und die endlich ihren Frieden gefunden hat.

"We'll be friends."

Violet hingegen hat damit noch ihre Schwierigkeiten, was vollkommen verständlich ist. Nach ihrer Vergangenheit ist es schwer, noch an das Gute zu glauben, doch auch ihr gönnt man ihr Glück. Ihr Verhalten in dieser Folge war jedoch zu aufgesetzt und für meinen Geschmack zuviel, weshalb die Sympathie für sie nicht direkt vorhanden war. Sie ist nur noch am Weinen, anstatt das Leben in die Hand zu nehmen und für ihr Glück zu arbeiten. Denn sind wir mal ehrlich: Nicht jedem fliegt das Glück nur so zu und an der eigenen Situation kann der Mensch selbst am besten etwas verändern. Deshalb wäre diese Entwicklung für Violet wünschenswert, anstatt sie immer nur weinen zu sehen. Charles wäre hier wohl ein guter Weg gewesen, auch wenn das Ende der Story ebenfalls zufrieden stellt, weil sie immerhin erkennt, dass es an ihr liegt, etwas zu ändern. Hier muss unbedingt auch Sam gelobt werden, der wohl eine seiner besten Reden in dieser Staffel gehalten hat und die einem sehr ans Herz ging und wohl den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Nach dieser Folge kommt man nicht darum, ihn in guter Erinnerung zu behalten, auch wenn er in vielen Folgen dazu beigetragen hat, dass die Sympathie nicht auf seiner Seite ist. Es bleibt zu hoffen, dass er mit Stephanie glücklich wird und damit auch endlich seinen eigenen Weg gehen kann.

Für Sheldon wird dieser Weg wohl noch sehr steinig, denn Miranda wird nicht mehr lange an seiner Seite sein. Es wäre wohl zu übertrieben, wenn man auch hier ein Happy End zu sehen bekommt, denn so läuft es im wahren Leben wohl niemals, weshalb hier wünschenswert wäre, wenn diese Story nicht aufgelöst wird und man Sheldon und Miranda glücklich zusammen sieht. Vielleicht sehen die Autoren das auch so und lassen diese Story offen.

Was unbedingt noch erwähnt werden muss, ist die kleine Georgia, die in dieser Folge als Seelsorger gedient hat. Alle Charaktere sind mit ihren Problemen zu ihr gelaufen und haben ihr erzählt, was ihnen auf dem Herzen liegt und dieses kleine Mädchen hat nicht die geringste Ahnung, was passiert. Diese Entwicklung hat wunderbar funktioniert, denn es war mal etwas anderes, das man bisher so nicht gesehen hat und bei dem deutlich wird, dass man seine Gedanken oft einfach mal laut aussprechen muss, um zu erkennen, was die wirklichen Gefühle sind.

Fazit

Kurz vor dem Serienfinale ist den Autoren eine Folge geglückt, die für jeden Charakter ein Happy End voraussagt. Die Frage ist jetzt nur, wie man das noch toppen kann und was uns im Serienfinale erwarten wird. Obwohl die Storys gut ausgearbeitet waren, fehlte es hier und da an etwas Spannung und gerade bei Violets Storyline war noch Luft nach oben.

Alex Olejnik - myFanbase

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