Bewertung: 7

Review: #6.11 Einsteigen und losfahren

Foto: Caterina Scorsone, Private Practice - Copyright: 2012 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
Caterina Scorsone, Private Practice
© 2012 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.

Wer #6.07 The World According to Jake gesehen hat, der hätte sich denken können, dass sich #6.11 Good Fries Are Hard to Come By um Amelia drehen wird, denn schon damals hat Jake ihr den Tipp gegeben, dass ihr ein wirklich toller Mann selten über den Weg laufen wird und sie die Chance ergreifen soll, solange sie kann. Und so kommt es letztendlich, dass Amelia und James endlich zueinander finden.

"It doesn't make sense. I'm hot. I would kiss me. Wouldn't you kiss me?"

Das Schönste an dieser Folge ist die Erzählung. Stück für Stück erfahren wir, wie sich James und Amelia annähern und wie die ganze Geschichte mit ihnen begann. Es hat mich gefreut, dass es viele Szenen gab, die während der Handlungen der letzten Episoden stattgefunden haben und man somit eins und eins zusammen zählen konnte, bis am Schluss deutlich wird, dass die beiden zusammen gehören. Ein anderer Punkt, der diese Folge ausmacht, ist die Tatsache, dass es eigentlich gar kein großes Drama gab. Niemand der Ärzte befindet sich in Lebensgefahr, niemand muss sich mit einer schrecklichen Situation auseinander setzen, es geht einfach nur um Amelia und James. Wenn man Amelias Vergangenheit kennt, dann kann man nach dieser Folge aufatmen und sich letztendlich nur noch für sie freuen. Sie hat wahrlich sehr viel durchgemacht, musste mit Drogensucht kämpfen, hat gesehen, wie Ryan gestorben ist und hat ein Baby zur Welt gebracht, das keine Chance auf ein Leben hatte. Allein die Tatsache, dass sie über ein Jahr lang keinen Alkohol getrunken und keine Drogen genommen hat, ist schon bewundernswert. Sie hat eine schlimme Zeit überstanden und nun wird es endlich Zeit, dass sie privat auch glücklich wird.

Ich kann es absolut verstehen, dass sie anfangs zögert, sich auf James einzulassen, doch nur auf der Couch sitzen wird ihrem privaten Glück auch nicht helfen. So kommt es, dass sie einem Date zustimmt und das Hin und Her zwischen den beiden war sehr amüsant. Ich musste oft lachen, als Amelia mehr wollte und auf heißen Kohlen gesessen ist, weil James nicht gezeigt hat, was er tatsächlich möchte. Doch zum Glück ist er bereit, sich auf Amelia einzulassen und sie ebenfalls. Dass es nicht einfach wird, war klar und ich bewundere sie, dass sie überhaupt schon diesen Schritt gehen konnte. Ihre Unterhaltung mit Charlotte über Kondome war sehr unterhaltsam und hat die Folge aufgelockert. Dass ihre Vergangenheit sie einholt, war verständlich und auch vorhersehbar und ich denke, dass es von den Autoren realistisch umgesetzt wurde. Auch ihre Ängste am Ende der Folge sind verständlich und ich kann mir vorstellen, dass jeder Mensch, der Amelias Vergangenheit hätte, dasselbe durchmachen würde. Sie weiß nicht, ob sie es wert ist und hat Angst, sich auf James einzulassen, sodass sie Gründe sucht, um aus der Beziehung rauszukommen. Doch ihr Gespräch mit Sheldon öffnet ihr die Augen und ich bin sehr dankbar über diese Szene, denn hier sieht man mal wieder wunderbar, wie toll die Freundschaft zwischen den beiden ist. Sie stehen sich mit Rat zur Seite und so schafft Sheldon es auch endlich, über seinen Schatten zu springen und jemandem von seinem Krebs zu erzählen. Dies hat zur Folge, dass Amelia sich auch öffnen kann und endlich ihre Dämonen hinter sich lassen kann. Ein sehr schönes Ende für eine gelungene "Private Practice"-Episode.

"If it felt like love, then it was. Don't let the perspective you have now diminish the feelings you had then. That wouldn't be fair."

Ein weiterer Grund, warum mich die Folge so begeistert hat, ist James. Vielleicht ist vieles zu weit hergeholt und man hat die Story genau so geschrieben, damit es zu Amelia passt, doch das störte mich in keinster Weise. James ist einfach der Knaller. Er ist ein guter Arzt, ein sehr freundlicher und liebevoller Mensch und passt meiner Meinung nach sehr gut zu Amelia. Ich bin dankbar, dass man ihn als wiederkehrenden Gastdarsteller dazu geholt hat, denn er lockert alles unheimlich auf. Seine Vorsicht am Anfang, seine Reaktion, als Amelia ihn in der Küche sieht und ihm die Chance bietet, zu gehen und auch sein Verhalten ihr gegenüber. All das habe ich mit Begeisterung verfolgt und es war einfach schön, mit anzusehen. James vermittelt ein gutes Gefühl und es gab nicht einen Moment, wo ich mit den Augen gerollt habe oder mir eine andere Handlung gewünscht hätte. Das hat alles zu dieser Folge gepasst und hat am Ende zu Amelias Glück geführt, das ich ihr nach all dem Drama gönne. Die beste Szene zwischen den beiden waren mit Abstand Amelias Erzählungen über Ryan, die die beiden unter der Bettdecke geführt haben. Die Idee, dies so umzusetzen, hat mich begeistert und ich hatte in diesem Moment das Gefühl, als seien die beiden in einer eigenen Welt und es nichts gibt, das sie auseinander reißen könnte. Dies ist gut gelungen und hat noch mehr gezeigt, dass sie zusammen gehören, obwohl beide eine Vergangenheit haben, die vielleicht nicht jeder hat. Obwohl man nicht viel über James erfahren hat, so ist doch klar, dass auch er sicherlich den ein oder anderen Schicksalsschlag hinter sich hat und dies macht diese Beziehung noch spannender. Vielleicht werden wir ja noch die Chance bekommen, ihn näher kennenzulernen, doch sollte es das gewesen sein, so bin ich den Autoren dankbar für diese Folge, die uns seinen Charakter ein bisschen näher gebracht hat.

Fazit

Eine gelungene Folge, die Amelia in den Vordergrund stellt und als willkommene Abwechslung nicht das gewohnte Drama bietet. Wir erfahren mehr über James und erleben eine schöne Liebesgeschichte, die gut auf die Charaktere zugeschnitten war und es geschafft hat, dass man Charlottes Schwangerschaft, die bereits durch Sheldons Episode unterbrochen wurde, vergisst. So bleibt es spannend und dem Serienfinale steht eigentlich nichts mehr im Wege. Alle Charaktere haben eine Episode bekommen, die sich auf sie fokussiert und jetzt kann man nur noch auf ein zufriedenstellendes Finale hoffen.

Alex Olejnik - myFanbase

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