Bewertung: 6

Review: #6.02 Die Abschiedsfeier

Foto: Amy Brenneman, Private Practice - Copyright: 2012 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
Amy Brenneman, Private Practice
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Nach dieser Folge weiß ich nicht wirklich, ob ich lachen oder weinen soll. Sie war definitiv anders, als alles was wir bei "Private Practice" gesehen haben. Der Aufbau war anders und auch die Kameraeinstellungen waren anders, denn es gab viele Überschneidungen der Szenen. Dies hat mich jedoch weniger gestört, weil es im Endeffekt gut zusammen gepasst hat. Das Einzige, das mich aus der Folge gerissen hat, war der Patientenfall der Woche, der irgendwie Fehl am Platz war.

"We didn't have enough time!"

Der Tod stand in dieser Episode im Vordergrund. Pete ist tatsächlich gestorben und Violet veranstaltet ihm zu Ehren eine Feier, weil Pete es sich so in seinem Testament gewünscht hat. Eigentlich eine nette Idee, wenn alle so zusammen kommen und Pete gedenken, doch es war von vornherein klar, dass hier nicht gefeiert wird, sondern getrauert. Schließlich ist Pete von seinen Freunden und seiner Familie gegangen. Grund zum Feiern ist dies keinesfalls und ich habe immer noch gemischte Gefühle darüber, dass Pete tatsächlich nicht mehr zum Cast gehört. Ich mochte seinen Charakter, einfach weil er besonders und speziell war. Ich kann mir das ohne ihn nicht so richtig vorstellen, aber damit wird man sich jetzt wohl abfinden müssen. Ein wenig gewundert hat es mich, dass die Freunde nicht genauso trauern wie Violet. Dass sie das Ganze mitnimmt, ist verständlich, doch gerade Cooper und auch Addison hätten meiner Meinung nach mehr Emotionen zeigen müssen, schließlich hat die beiden mit Pete sehr viel verbunden. Doch ich hatte das Gefühl, dass sie, anstatt selbst zu trauern, sich an Violet halten. Für Addison hat es schließlich den Tod von Mark Sloan gebraucht, damit sie zusammenbricht, was irgendwie nicht gepasst hat.

Violet hat sich meiner Meinung nach gut gehalten und gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Dass sie solange gebraucht hat, um die Menschen auf der Feier zurecht zu weisen und aus sich herauszukommen, damit habe ich nicht gerechnet. Doch dafür war ihr Ausbruch umso emotionaler. Hier kamen alle Gefühle, wie Trauer und Wut zusammen und sie konnte endlich loslassen. Dass es dafür jedoch eine peinliche Gesangseinlage gebraucht hat, fand ich irgendwie schade, weil ich in dem Moment nur ein Fremdschäm-Gefühl empfunden habe, als Mitleid. Dafür war die Endszene, als Violet die Asche von Pete ins Meer schüttet, umso stärker. Hier hatte ich dann auch Tränen in den Augen, weil es der Moment war, wo wirklich deutlich wurde, dass Pete nicht mehr zurückkommt. Sehr gut gespielt von Amy Brenneman, die insgesamt eine große Leistung gezeigt hat. Dazu zählt auch die Badezimmer-Szene, in der sie mit Cooper zusammen Marihuana raucht. Hier musste ich so lachen, obwohl es eigentlich tragisch war, weshalb ich über diese Szene gemischte Gefühle habe und nicht weiß, ob sie wirklich nötig war und man diese Charaktere so zeigen sollte. Im Nachhinein denke ich, dass es eine logische Handlung von Violet war, die einfach die Nerven verliert. Dennoch habe ich mich eher darüber amüsiert und daran ist ja eigentlich nichts witzig. Zumindest haben sich die Ärzte zusammen getan und erkannt, wie schmerzhaft Petes Verlust ist und das die Gruppe nie mehr so sein wird, wie früher. In diesem Zusammenhang muss ich auch noch ein großes Lob an Mason aussprechen, der genau die richtigen Worte gefunden hat. Und obwohl er ein Kind ist und diese Szene nur so kurz war, so hat sie es genau auf den Punkt gebracht und irgendwie war es passend, dass Mason dies gesagt hat, denn schließlich sagen Kinder immer die Wahrheit und haben fast vor nichts Angst. Das hat den Moment sehr hervorgehoben und rausstechen lassen.

"Pete's dead. Mark is dead. He died. They're dead. There's no time."

Zu den anderen Charakteren und Entwicklungen kann man eigentlich nicht viel sagen, denn es ist im Grunde nicht viel passiert. Violet bittet Cooper darum, Lucas aufzunehmen, sollte ihr etwas passieren. Eine nette Geste und meiner Meinung nach genau das Richtige. Schließlich sind sie beste Freunde und Violet weiß, dass Lucas gut bei ihm aufgehoben ist. Dass Charlotte gerade jetzt mit Drillingen schwanger ist, ist natürlich ungünstig, aber ich gehe nicht davon aus, dass Violet demnächst etwas passieren wird. Auf die Entwicklung zwischen Cooper und Charlotte bin ich sehr gespannt, da sie beide wirklich unterschiedlicher Ansicht sind und Charlotte von der Schwangerschaft so gar nicht begeistert ist. Das wird sicher noch amüsant und vor allem interessant. Ich freue mich darauf.

Die Szene zwischen Addison und Sam fand ich auch sehr gelungen, da beide nicht voneinander loslassen können und das ist verständlich. Sie haben viel durchgemacht und es wäre wirklich schade, wenn auch die Freundschaft kaputt gehen würde. Doch Sam hat Recht. Das Leben ist kurz und man muss das schätzen, was man hat. Ich denke, dass diese beiden Charaktere noch starke Momente zusammen haben werden, auch wenn ich nicht hoffe, dass das Liebesdreieck erneut aufkommt. Dazu bin ich immer noch viel zu sehr von Addison und Jake angetan. Aber solange Addison und Sam erstmal ihre Freundschaft aufbauen, bin ich zufrieden.

Amelia hat mir in dieser Folge auch sehr gefallen, auch wenn sie nur kurz zu sehen war. Der Tod von Pete hat sie nicht zurück in eine Depression geschickt, sie hat viel eher das Leben in Form der Kinder gefeiert und das war auch gut so. Amelia würde für mich eine gute Mutter darstellen und ich war froh, dass Addison ihr die Wahrheit gesagt hat und sie gebeten hat, Henry aufzunehmen, sollte ihr was passieren. Das hat sehr zu der Folge gepasst und wurde meiner Meinung nach zwar kurz aber gut umgesetzt.

"That's why I don't believe in God."

Enttäuscht bin ich, dass man nicht auf Sheldon und seine Untersuchung eingegangen ist, sondern ihm einen Patientenfall zur Seite gestellt hat. Erstens hätte mich wahnsinnig interessiert, was bei Sheldons Untersuchung herausgekommen ist und zweitens war der Fall einfach Fehl am Platz. Er hat nicht in die Folge gepasst, was schade ist, denn an sich ist dies ein sehr starkes und schwieriges Thema, mit dem man sich in einer anderen Folge gut hätte auseinandersetzen können. So war dies irgendwie reingepresst und allein schon der Location-Wechsel hat gezeigt, dass dies hier nicht reingehört. Das finde ich sehr schade, denn ich mag Carter MacIntyre seit der letzten Season von "Drop Dead Diva" sehr. Er hat mir in der Rolle des Nick sehr gut gefallen und hat diese Rolle grandios dargestellt. Nur leider konnte ich mich mit dem Fall in dieser Folge einfach nicht anfreunden. Da hätte mich Sheldons Story persönlich mehr interessiert.

Fazit

Diese Episode hinterlässt gemischte Gefühle, weil man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Violets Darstellung konnte jedoch überzeugen und auch die etwas andere Art der Folge hat sie herausstechen lassen. Der Fall der Woche war jedoch Fehl am Platz, was schade ist, da Carter MacIntyres Gastauftritt sehr viel Potential hatte.

Alex Olejnik - myFanbase

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