Bewertung: 8

Review: #6.18 Zelenas Geschichte

Foto: Rebecca Mader - Copyright: Patricola/Lust Public Relations
Rebecca Mader
© Patricola/Lust Public Relations

Im Laufe der Serie hat sich ein Großteil der Hauptcharaktere spürbar weiterentwickelt. Während Mr. Gold über die Zeit eigentlich nur eine optische Entwicklung durchmachte, da er sich zu Beginn von Staffel 6 die Haare abschnitt, veränderten sich Charaktere wie Regina oder Hook sehr stark weiter. Bereits in der letzten Staffel begann sich nun auch Zelena weiterzuentwickeln und nach dieser Folge kann man endlich sagen, dass sie nun vollkommen zu den Guten gehört.

"It's what I was trying to tell you before the lion attack. You don't need a time travel spell so you won't be alone, you just need some friends!"

Die Rückblenden führen uns dieses Mal nach Oz, wo wir weitere Bruchstücke aus Zelenas Vergangenheit erfahren. Nachdem wir in der letzten Staffel bereits die Vogelscheuche aus der Geschichte "Der Zauberer von Oz" kennengelernt haben, folgen in dieser Folge nach Dorothy die weiteren Hauptfiguren der Geschichte: Der Blechmann und der feige Löwe. Beide Figuren waren in der Originalgeschichte von Frank Baum Wegbegleiter von Dorothy Gale auf dem Weg zum Zauberer von Oz, um sich ihren größten Wunsch erfüllen zu lassen. So wünschte sich der Löwe Mut und der Blechmann ein Herz. Diese Handlung wird nun auch indirekt von den Autoren aufgegriffen, aber wie gewohnt im Vergleich zur Originalgeschichte herrlich verdreht. Denn in dieser Version wurde ein Mann namens Stanum von der bösen Hexe des Nordens mit einem Fluch belegt, sodass er sich langsam in eine Blechstatue verwandelt, sollte er nicht ein besonderes Herz finden, welches den Zauber aufhalten kann. Und dieser Mann ist für Zelena kein Unbekannter. Denn in ihrer Kindheit lernte sie ihn bereits als Jungen kennen. Obwohl wir Zelena in ihren Flashbackszenen immer als Einzelgängerin erlebt haben, hätte dies anders kommen können. Mit Stanum, der in ihr sofort das Besondere gesehen hat, hätte sie sich einst eine aufrichtige Freundschaft aufbauen können. Jedoch scheinen sich die Beiden schnell wieder aus den Augen verloren zu haben, da sie sich erst nach vielen Jahren wiedersehen.

Doch nun, wo Stanum auf Zelenas Hilfe angewiesen ist, hat sich diese bereits der Dunkelheit zugewandt und wird nur durch ihren Neid und ihre Rachegefühle angetrieben. Auf der Suche nach diesem besonderen Herzen treffen die Beiden später auf den Löwen, der erst durch Zelenas Handeln feige wird. Schließlich finden die Beiden das Herz, welches jedoch die komplette Magie der grünen Hexe absorbieren würde, wodurch Stanums Schicksal als Blechmann besiegelt ist. Da Zelena sich bereiterklärt hatte, Stanum zu begleiten und sogar kurz davor war, ihm das Herz einzusetzen, ist die gute Absicht dahinter zunächst erkennbar gewesen. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass sie diesem wirklich geholfen hätte, wäre der Preis dafür nicht zu hoch ausgefallen. Zu dieser Zeit dachte Zelena noch immer, dass nur die Magie sie besonders macht. Diese brauchte sie auch zwingend, um ihre Rachepläne durchzuführen, wodurch sie ihre Magie für niemanden geopfert hätte und erst recht nicht für einen Mann, der lediglich versucht, eine Freundschaft zu ihr aufzubauen.

"Zelena, I'm so sorry for everything. I'm so proud of you!"

Nachdem Zelena bereits in der letzten Staffel ein großes Opfer gebracht hat und die Liebe ihres Lebens geopfert hat, um das Leben ihrer Schwester zu retten, folgt nun das nächste große Opfer. Wer hätte es je für möglich gehalten, dass Zelena tatsächlich einmal ihre Magie aufgeben würde und dann auch noch um etwas Gutes zu tun? Mir hat die Entwicklung dieser Geschichte sehr gut gefallen und ich bin froh, dass die Autoren das Potenzial, das in Zelenas Charakter steckt, nun vollkommen ausgenutzt haben. Natürlich kommt all dies ein wenig überraschend und ich kann mir gut vorstellen, dass einige die Glaubwürdigkeit dieser Ereignisse anzweifeln, denn einige Szenen zuvor war Zelena noch ganz in ihrem Element und wollte die Bedrohung durch die Schwarze Fee mit ihrer eigenen Magie lösen und mal wieder unter Beweis stellen, dass sie die mächtigste Zauberin ist. Daher kommt dieser rasche Sinneswandel doch sehr plötzlich. Aus meiner Sicht jedoch sind die Autoren genau richtig vorgegangen.

Wie eben schon erwähnt, sah Zelena nur über viele Jahre hinweg nur durch ihre Magie das Besondere in sich. Durch das Duell mit der Schwarzen Fee musste sie auf die harte Tour feststellen, dass sie gegen diese keine Chance hat und somit eigentlich machtlos ist. So konnte Zelena auch nicht verhindern, dass die Fee ihre Magie dafür verwendet, um die Feenkristalle dunkel zu machen, die sie für ihre Pläne braucht. Danach hat sich auch noch Regina von ihrer Schwester abgewendet und sie aufgefordert, nach Oz zurückzugehen. An dieser Stelle musste Zelena feststellen, dass sie ganz alleine ist und dass sie, selbst wenn sie nach Oz zurückkehren würde, von den Bewohnern dort weiterhin gehasst und verachtet wird. Nur in Storybrooke hat sie die Möglichkeit auf Glück und ein einigermaßen geregeltes Familienleben mit ihrer Schwester. Aufgrund ihrer ausweglosen Situation sowie dem Wunsch nach Liebe und Anerkennen ist das Opfern ihrer Kräfte der einzig mögliche Schritt. Dadurch erreicht Zelena nun auch, dass sie von der Gruppe aufgenommen wird und dass Regina stolz auf sie ist. Ich hoffe sehr, dass sich die beiden Schwestern durch dieses Opfer nun vollkommen versöhnt haben und es in den letzten Folgen der Staffel ein gutes schwesterliches Verhältnis zu sehen gibt. Denn nach all den Folgen voller Streit und Machtkämpfe wäre eine harmonische Beziehung zwischen den Beiden viel sehenswerter.

"The day I married you was the best day in my life until the Evil Queen burst in those doors and threatened everyone we loved and then it became one of the worst. I don't want that for Emma!"

Da in dieser Folge der Fokus vor allem auf Zelena liegt, hat es mir gut gefallen, dass bei den anderen Storylines ein wenig Tempo herausgenommen wurde und diese sich nicht in den Vordergrund gespielt haben. Und die Storyline der Charmings in dieser Folge hätte man nicht treffender wählen können. Denn nun wo die Hochzeit zwischen Emma und Hook vor der Tür steht, müssen auch die Planungen diesbezüglich aufgenommen werden und es muss eine passende Location für die Feier organisiert werden. Natürlich wirkte vor allem Snow sehr übereifrig bei der Sache, doch wenn man bedenkt, dass sie alle wichtigen Tage im Leben ihrer Tochter verpasst hat, ist es nur verständlich, dass sie sich wünscht, dass dieser Tag perfekt wird. Allerdings wirkte es unfreiwillig komisch, dass Snow bei jeder Location Feuer und Flamme war und David immer etwas zu meckern hatte.

Am besten gefallen hat mir bei dieser Storyline das Gespräch zwischen den Beiden am Ende, wo David seiner Frau klarmachte, dass es ein Fehler wäre, die Sache zu überstürzen bevor nicht das Problem mit der Schwarzen Fee und Gideon geregelt ist. Natürlich hat er damit vollkommen Recht, denn vor allem Emma und Hook, die es schon mit so vielen Schurken aufnehmen mussten, haben sich eine ganz entspannte Märchenhochzeit verdient. Sonst müsste man damit rechnen, dass es wie bei Snow und Charming einst einen ungebetenen Gast auf der Hochzeit gibt. Und für Emma und Hook wäre es schrecklich, wenn zum Beispiel die Schwarze Fee während ihrer Hochzeit die finale Schlacht ausrufen würde.

"She knows my darkest secret what my son can ever discovered. The real reason I gave him up."

Wie ich bereits vermutet habe, gibt es einen bestimmten Grund, warum die Schwarze Fee ihren Sohn Rumpelstilzchen verlassen hat. Dabei scheint ja auch die Blaue Fee eine große Rolle dabei gespielt zu haben. Da die Staffel nicht mehr viele Episoden hat, scheint uns diese Enthüllung unmittelbar bevorzustehen. Ich bin schon echt gespannt, welche Rolle die Blaue Fee, Rumpels Vater Malcolm und eventuell sogar Tiger Lily in der Vergangenheit der Schwarzen Fee gespielt haben und was letztendlich der Grund war, warum sie ihren Sohn verlassen hat, bevor dieser überhaupt einen Namen hatte.

Fazit

An sich hat die Episode alles richtig gemacht. Da Zelena und vor allem ihre tolle Charakterentwicklung im Fokus standen, hat es mir gut gefallen, dass die Autoren die anderen Storylines ein wenig gezügelt haben. Ebenfalls gut gefallen hat mir die Kombination aus den Rückblenden mit den Ereignissen um Zelena in Storybrooke. Denn damals war sie ganz alleine in Oz und hatte nur ihre Magie, weshalb sie diese niemals aufgeben wollte. Doch heute hat sie eine Schwester und eine Tochter und das erste Mal die Chance auf Familienglück in ihrem Leben, sodass die Magie im Vergleich zu ihrer Familie nicht mehr der ausschlaggebende Faktor ist. Sicherlich wird noch einmal der Moment kommen, an dem Zelena ihre Entscheidung bereuen wird. Doch aus meiner Sicht hat sie alles richtig gemacht und ich würde mich freuen, wenn nach diesem großen Opfer nun zwischen Zelena und Regina eine harmonische Beziehung im Fokus steht und sie auch von den anderen Helden mit offenen Armen empfangen wird.

Marcel F. - myFanbase

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