Bewertung: 4

Review: #4.03 Der Schwamm für den Mann

Foto: Kaitlin Olson, Rob Reiner & Zooey Deschanel, New Girl - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FO
Kaitlin Olson, Rob Reiner & Zooey Deschanel, New Girl
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FO

Dies war in meinen Augen leider wieder eine eher schwächere "New Girl"-Folge, nachdem mir die letzte mit einigen komischen Elementen, die mich tatsächlich mal wieder laut zum Lachen gebracht hatten, zumindest in Teilen überzeugte. Doch #4.03 Julie Beckman's Older Sister war über weite Strecken eher lahm, gerade die Jess-Story ging mir sogar die meiste Zeit auf die Nerven. Rührende Momente kamen nicht an, einige Jokes konnten mir gerade ein müdes Schmunzeln entlocken und so richtige Highlights konnte die Folge auch nicht verbuchen.

Das Stiefmonster

Diesmal war die Folge grob in zwei Storylines geteilt. Ich beginne mit der meiner Meinung nach deutlich schlechteren, die sich um Jess, ihren wiederkehrenden Vater und dessen neue Freundin drehte, auch Cece kam dabei eine Nebenrolle zu. Die Prämisse ist denkbar einfach: Jess' Vater hat einen wahnsinnig schlechten Frauengeschmack, weshalb Jess schon von Kindheit an seine neuen Partnerschaften sabotiert hat. Diesmal will sie jedoch alles geben, um ihn zu unterstützen und die Beziehung gut zu heißen. Dass das nicht gelingen wird, ist natürlich bereits vorhersehbar, bevor wir die junge Dame, um die es sich dreht, überhaupt kennen lernen. Diese ist – wie es der Zufall so will – eine alte High-School-Bekanntschaft von Jess und Cece und daher etwa in ihrem Alter. Nicht nur das, anscheinend hat sie Jess in der High School auch deren Freund weggeschnappt. Schon als sich der Anfang der Story anbahnte, war nicht nur klar, wie sie verlaufen würde (Jess versucht trotzdem alles, um ihren Dad zu unterstützen, schafft es jedoch irgendwann doch nicht mehr und fällt in alte Muster zurück, nur um dann von ihrem Dad überzeugt zu werden, dass die Freundin doch die richtige ist und Jess sich entschuldigt – Happy End), sondern auch dass sie mir nicht sonderlich gefallen würde.

Irgendwie empfand ich die übertriebene Art von Ashley, die wohl durch ihre Schockmomente amüsieren sollte, bereits nicht wirklich lustig und fand daher auch Jess' Mühe, sich zurück zu halten, gepaart mit Ceces Schadenfreude, wenig einfallsreich. Der gesamte Ablauf der Story war extrem vorhersehbar und weder besonders lustig noch in ihren emotionaleren Momenten anrührend. Das Ende fand ich nochmal ganz komisch, als Jess auf der Straße singend Ashley zurückgewinnen wollte, nur um dann von einer Horde Radfahrer fast überrannt zu werden. Aber da habe ich in der Serie echt schon Besseres gesehen.

"1, 2, 3 … Sponge!" – "Cake! ... Spongecake." – "NO!"

Dabei war der Teaser noch sehr vielversprechend und begann mit einer meiner Lieblingskonstellationen: ein extrem verklemmter und angespannter Schmidt, der dem von jeglichen sozialen Konventionen befreiten Nick die Leviten liest. Schmidt ist mein absoluter Lieblingscharakter in dieser Sendung (wie wahrscheinlich für viele), doch meines Erachtens kommt seine Genialität erst besonders zur Geltung, wenn er mit Nick oder Jess gepaart wird, die einfach einen vollkommenen Gegenpol zu ihm bilden.

Abgesehen vom Teaser empfand ich auch die Zweitstory um die vier Jungs zu Beginn noch recht vielversprechend. Die Einstiegsszene zur Schwamm-Story, als Schmidt mit Winston, Nick und Coach ein Assoziationsspiel zum Thema Schwamm machen will, doch keinem etwas einfallen will außer... Schwamm... fand ich urkomisch. Danach ging es mit der Story aber wieder eher bergab für mich. Die gefakte Focus Group und Nicks "Verrat" empfand ich als eher lahm. Gut gefiel mir dahingegen wieder das Hin und Her im Büro der Chefin, als Schmidt die zündende Idee für die Schwamm-Werbung hat und der völlig vom Schwamm faszinierte Nick ("This might seem obvious, but what side does the dirty stuff go on?") plötzlich hocherfreut grinst: "Oh, yeah, we're doing a pitch..." Wie bereits gesag, sind die beiden einfach mein Dream-Team und konnten die Folge dadurch für mich noch retten. Ich werde einen Schwamm nie mehr mit denselben Augen sehen können... Ein netter Touch war es auch, die Werbung dann am Ende tatsächlich nochmal zu sehen, von der Umsetzung war ich jedoch ein wenig enttäuscht, da ich sie mir nach dem Gespräch etwas anders vorgestellt hatte. Aber gut, man kann eben nicht alles haben. Aber so einen "man sponge", den muss ich mir auch dringend mal besorgen...

Fazit

Insgesamt war die Folge für mich eher durchwachsen und nach einigem Schwanken gebe ich ihr daher vier Punkte. Jess' Story konnte mich gar nicht überzeugen und die von Schmidt blieb auch nicht durchgängig auf einem hohen Niveau. Was mir im Nachhinein aufgefallen ist und vielleicht eine Rolle darin spielt, warum diese Folge eher mau war, ist, dass meiner Meinung nach die besten "New Girl"-Folgen diejenigen sind, in denen alle Charaktere glänzen können, die ja alle irgendwie einen besonderen Charme und Humor haben, die mich dazu bringen, immer wieder einzuschalten, obwohl zumindest seit Staffel 3 auch immer wieder mal ein paar Reinfälle dabei sind. Dass einige Charaktere immer mal eine untergeordnete Rolle in Stories einnehmen müssen, ist klar, doch ich fand, dass insbesondere Winston und Coach in dieser Woche in ihren besonderen Eigenarten zu kurz kamen und dadurch die Schmidt-Story nicht rund gemacht haben, was die Folge vielleicht trotz der schwachen Jess-Story noch etwas hätte anheben können. Aber ein paar gute Momente gab es und noch ist die Hoffnung ja nicht verloren, dass sich die Serie ihres alten Charmes besinnt und wieder ein konstanteres Niveau fährt.

Nadine Watz – myFanbase

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