Bewertung: 9

Review: #4.14 Land unter

Foto: Alexis Bledel, Gilmore Girls - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Alexis Bledel, Gilmore Girls
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Endlich scheint die Staffel ihr kleines Tief überwunden zu haben und legt mit dieser Episode nicht nur ordentlich wieder zu, sondern beschert mir dann auch noch einen Wow-Moment, welcher mich noch immer begeistert.

Angst zu versagen

Man könnte eigentlich von einer Wiederholung des Handlungsstranges ausgehen. Bereits in der ersten Staffel hatte Rory Angst zu versagen. Damals kam sie neu auf die Chilton, auf der ihr der Lernstoff vieles abverlangte. Doch schließlich schaffte sie, das Pensum aufzuholen. Drei Staffeln später steht sie vor dem erneuten Problem – mit nur einem Unterschied: Diesmal setzt sich Rory selbst unter Druck, um ihrem Großvater Richard zu imponieren und es ihm gleich zu tun. Immerhin hat er damals nicht nur selbst in Yale studiert, sondern belegte fünf Kurse. Genau das möchte die Enkelin auch schaffen, damit Richard stolz auf sie ist. Sicher wäre es schön, wenn sie genau dasselbe Pensum schaffen würde, doch Richard macht nicht unbedingt den Eindruck, als wäre er später von seiner Enkelin enttäuscht. Eher bekommt man das Gefühl, Rory schätzt ihren Großvater so ein, was aber völlig unangebracht ist. Mich konnte man überzeugen, da Rory ein gutes Verhältnis zu Richard hat. Schließlich hält er große Stücke auf seine Enkeltochter und lässt das auch seine Geschäftspartner wissen. Verständlich, dass Rory ihm dann in nichts nachstehen möchte.

Im Stich gelassen

Ich würde mich wahrscheinlich an der Stelle von Lorelai ebenfalls so fühlen, wenn ich sämtliche Termine selbst wahrnehmen müsste und dann, wenn ich doch einmal meine beste Freundin um einen Gefallen bitte, auch noch versetzt werde. Nachvollziehbar sind da natürlich beide Situationen. Sookie hat mit Davey alle Hände voll zu tun und wirkt vollkommen überfordert, so dass es fast keine Überraschung ist, als sie den Termin für den Herd verschwitzt hat. Aber auch Lorelai scheint überfordert zu sein. Dieser wachsen die ganzen Termine über den Kopf und es nicht gerade förderlich, dass ihr das Geld nur so durch die Finger rinnt und sie dann auch noch das Gefühl hat, nichts zu schaffen. Aber zurück zu dem Streit von den beiden Freundinnen. So sehr ich Sookie auch mag. Allerdings hätte man wirklich annehmen können, die Aussage "Aber ich habe ein Baby", benutzt sie eher als Ausrede, um auf Verständnis zu stoßen. Ich hoffe, die beiden können den Streit schnell vergessen und versöhnen sich wieder. Es wäre wirklich zu schade, wenn wegen so etwas die Freundschaft der beiden zerbrechen würde. Jedoch würde es aber auch zeigen, dass es oft nicht funktioniert, wenn man als Freundinnen zusammenarbeitet.

Paroli

Oh je, Trix ist zurück und ich habe sie wahrlich nicht vermisst. Zunächst fragte ich mich, warum sie so einen Aufstand um Lorelais Haare macht. So schlecht sahen sie doch wirklich nicht aus. Aber anscheinend muss bei der Frau alles picobello sein und selbst da würde sie noch etwas zum Meckern finden. Im Vergleich zu Trix ist Emily harmlos. Man könnte fast ein bisschen Mitleid für sie empfinden, sobald ihre Schwiegermutter im Haus ist. Denn anstrengend ist es schon, wenn einem laufend gesagt wird, was man besser machen könnte, zumal Trix auch eine Art an sich hat, die den Blutdruck schnell in die Höhe schießen lässt. Das war auch bei Richard der Fall und es nur allzu verständlich. Sicherlich darf eine Mutter Kritik ausüben, jedoch die Art, wie es Richards Mutter getan hat, deutet daraufhin, dass sie sich für etwas Besseres hält und auch noch nach so vielen Jahren einen Dank von ihrem Sohn verlangt. Dass dieser langsam genug davon hat, ist nachvollziehbar und dass er danach seiner Mutter die Meinung sagt, hat nicht nur Emily gefallen.

Ebenso gut hat mir an dieser Szene gefallen, dass man endlich den Eindruck gewonnen hat, dass weder Emily noch Richard Lorelai für eine Versagerin halten. Überhaupt war das der Punkt, bei dem den beiden der Geduldsfaden gerissen ist. Ich hoffe, man bekommt noch mehr solche Szenen zwischen den Dreien zu sehen.

Hilfestellung

Kommen wir nun zu meinem persönlichen Wow-Moment. Für diesen ist nämlich niemand anderes als Dean verantwortlich. Zwar konnte ich ihn nie besonders leiden, als er noch mit Rory zusammen war, doch hat er an Reife gewonnen, was hier gut zur Geltung kommt.

Rory und Lorelai verpassen sich ständig am Telefon und so besteht ihre Kommunikation nur aus Voice-Mails-Nachrichten. Für die beiden dürfte das ziemlich schwer sein, da sie nicht nur Mutter und Tochter, sondern auch noch sehr gute Freunde sind. Es war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis eine der beiden (oder beide) unter dieser Situation zusammenbrechen. Bei Rory ist der Fall, dass nicht nur Lane ausziehen musste, sondern Rory gesagt bekommt, sie würde das Pensum der belegten Kurse nicht schaffen. Lane war so etwas wie Rorys Halt, doch ohne sie brechen bei ihr alle Dämme und sie möchte nur noch mit ihrer Mutter sprechen. Doch diese ist nicht im Hotel auffindbar. Nur Dean, der neuerdings dort arbeitet. Für mich war es nicht verständlich, weswegen Rory nicht mit Dean sprechen möchte und sich dann selbst noch schlecht macht. Immerhin bietet er ihr Hilfe an und es sah nicht danach aus, als sei er noch sauer auf Rory. Für mich kam es zum Wow-Moment, als er ihr klar macht, dass Rory nicht versagen würde. Diese Szene der beiden hatte was Nostalgisches an sich, so dass man sich nun wünscht, die beiden würden wieder richtige Freunde werden. Hier hat mir Dean gut gefallen.

Ein wahrer Freund ist auch Luke, der Lorelai sofort ansieht, dass etwas nicht stimmt, sie aber dennoch nicht mit Fragen durchbohrt und stattdessen ihrer Bitte nachkommt, ihr genügend Geld für die weiteren Renovierungsarbeiten des Hotels zu leihen. Da kommt wieder das Sprichwort "Wahre Freunde erkennt man in der Not" zum Einsatz. Auf solche ist nämlich immer Verlass.

Fazit

Was bei mir nach dieser Folge zurückbleibt, ist schlicht und einfach Begeisterung. Die Handlungsstränge haben gezeigt, wie wandlungsfähig und überraschend manche Charaktere doch sein können und lassen mich freudig auf eine neue Folge warten.

Daniela S. - myFanbase

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