Bewertung: 5

Review: #2.09 Romeo und Julia

William Shakespeares "Romeo und Julia" ist zweifellos die Mutter aller Liebesdramen. Die Story dürfte jedem bekannt sein: Junge trifft Mädchen, Junge verliebt sich in Mädchen, Liebe von Junge und Mädchen ist verboten, Junge und Mädchen bringen sich um. Wenn nun heutzutage die Charaktere in einer Fernsehserie ein Theaterstück spielen müssen, dann handelt es sich dabei zumeist um "Romeo und Julia". Die Gründe liegen auf der Hand: Jeder kennt die Story, es werden aufwendige Kostüme getragen und es gibt eine Kussszene, die natürlich immer von zwei Charakteren gespielt wird, die sich lieber nicht küssen wollen.

Auch bei den "Gilmore Girls" steht "Romeo und Julia" auf dem Theaterplan und ausgerechnet Rory und Tristan müssen die Kussszene spielen, worüber Rory natürlich alles andere als begeistert ist, zumal Dean vor Eifersucht fast platzt. Es ist schon ganz nett, Rory in den prunkvollen Kostümen zu sehen, doch die Idee, dass Seriencharaktere "Romeo und Julia" aufführen, ist eben alles andere als neu. Mir fallen auf Anhieb viele Serien ein, in denen dies schon stattgefunden hat, vor allem Sitcoms.

Gleichzeitig ist diese Episode die Abschiedsfolge von Tristan, doch wirklich überzeugt hat mich sein Abgang nicht. Es ist bekannt, dass Chad Michael Murray, der Darsteller des Tristan, mit "One Tree Hill" seine eigene Serie bekommen hat, doch die Art, wie man ihn aus "Gilmore Girls" herausgeschrieben hat, ist nicht gerade optimal.

Wie wir wissen, hat Tristan in der ersten Staffel nicht nur für Probleme zwischen Rory und Dean gesorgt, sondern war auch ein entscheidender Grund für Paris' Abneigung gegen Rory, denn Paris hatte eine Schwäche für Tristan, der wiederum für Rory schwärmte. Eine vertrackte Situation, die sich jedoch ganz plötzlich in Wohlgefallen aufgelöst hat, denn bis zu dieser neunten Episode war Tristan in der zweiten Staffel weder zu sehen, noch wurde er erwähnt. Wenn man bedenkt, welche Gemeinheiten sich Rory wegen Tristan von der eifersüchtigen Paris gefallen lassen musste, ist es schon ein wenig seltsam, dass Tristan plötzlich so unwichtig geworden ist. In dieser Episode taucht er dann zwar wie Phoenix aus der Asche wieder auf, allerdings nur um gleich wieder zu verschwinden, da er Mist gebaut hat und auf die Militärschule geschickt wird.

Ja, die gute alte Militärschule. So ein Satz wie "wenn du dich nicht benimmst, kommst du auf die Militärschule!" hört man in amerikanischen Filmen und Serien ja nicht gerade selten. Dass man Problemkinder zur Strafe für ihre Missetaten in Uniformen steckt und die Kriegsführung lehrt, gehört zu den amerikanischen Traditionen, die ich nie ganz verstehen werde. Doch immerhin eignen sich Militärschulen prima, um Seriencharaktere auf Nimmerwiedersehen dorthin zu verbannen. Tristan wird in den folgenden Staffeln jedenfalls nie wieder gezeigt oder erwähnt. Sicher kann man die Anzahl der Fans, die Rory und Tristan als Paar sehen wollten, nicht als die größte bezeichnen, aber dennoch ist Tristans Abgang ein bisschen halbherzig, oder auf gut Deutsch gesagt wischie waschie.

Die zweite Storyline dieser Episode zeigt, wie Lorelai mit einem Mann ausgeht, der einige Jahre jünger als sie ist, was bei Luke zu einem gewissen Maß an Eifersucht führt. Es ist immer wieder amüsant zu sehen, wie Luke eifersüchtig wird, wenn Lorelai einen neuen Kerl, oder in diesem Fall ein neues Kerlchen, an ihrer Seite hat, allerdings dauert es bekanntlich noch sehr lange, bis aus diesen kleinen Eifersuchtsszenen endlich mehr wird und Lorelai und Luke ihren Eiertanz beenden. Lorelais Verabredungen mit anderen Männern mögen für Luke ja kleine Nadelstiche sein, allerdings verpufft die Wirkung recht schnell.

Maret Hosemann - myFanbase

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