Review: #13.10 Faith
Nachdem wir den Bell-Fall abgeschlossen haben, war nun noch der Morgan-Fall offen und so fahrlässig wie Ersterer sein Ende gefunden hat, konnte es hier nur besser werden und das ist es auch geworden, aus mehreren Gründen.
Es war gemäß der US-Ausstrahlung ein paar Wochen her, dass wir den Fall der toten Simone Morgan eingeführt bekommen haben. Und dennoch war schnell wieder alles da, weil die gemeinsame Geschichte von Ehemann Odell und Dante Torres Eindruck hinterlassen hat. Es war auch eine Einführung, bei der im Nachgang überhaupt nicht abzusehen war, wie es nun weitergeht und was die genauen Zusammenhänge sind. Da wären wir dann auch schon bei dem einen und einzigen Kritikpunkt, den ich an dieser Episode habe. Denn so undurchsichtig das bei Minute 0 war, bei Minute 10 gab es die Antwort dann doch schon. Wie Detective Foster da inszeniert worden ist, da stellten sich sofort alle Härchen bei mir auf und es war klar, das ist der Mann, den wir suchen. Das war mir leider etwas zu offensichtlich, da wir erst ein Viertel der Laufzeit geschafft hatten. Hätte man Foster nicht ganz so schmierig und selbstgefällig dargestellt, es wäre gar nicht so aufgefallen, weil sich die Unit oft genug mit Kollegen anderer Einheiten absprechen muss, aber so, das war sehr ungeschickt und wenn es beabsichtigt war, dann müssen wir einfach festhalten, ich bevorzuge Spannung immer.
Abseits davon hat mir aber sehr viel an dieser Episode gefallen. Das ist zum einen die Paarung von Torres und Eva Imani. Wir wissen schon von ihrer vermissten Schwester und ihre Ansprache, warum sie Torres bei dem ruhenden Fall helfen wollte, hat da gut gepasst. Auch wenn ihre Schwester schon jahrelang tot sein könnte, aber Eva macht weiter, weil sie den Glauben nicht verloren hat, dass irgendwann alles zusammenpasst und Antworten auf der Hand liegen. 'Glaube' mag für Eva was anderes bedeuten als für Torres, aber es war ein gutes Stichwort und bildet daher auch den Episodentitel, denn er konnte sich seinem Glauben wieder annähern und deswegen hat er die Akten wieder und wieder studiert, weil er auch geahnt hat, irgendwann kommt die eine kleine Info und alles ergibt einen neuen Sinn.
Zum anderen haben wir aber auch die interessante Kombination aus Torres und Dominique Morgan. Es war auch schön, sie ganz unschuldig betrachten zu können. Ich würde zwar nicht ausschließen, dass sich daraus etwas entwickeln könnte, aber wie Torres sich immer wieder mit ihr getroffen hat, um mit ihr die Vergangenheit durchzugehen, das war beruflich und spirituell motiviert und keinesfalls romantisch und das hat mir hier sehr gut gefallen. Doninique ist zwar erst keine Hilfe, aber es ist auch kein Wunder, weil sie zur Tatzeit der Ermordung ihrer Mutter eine Jugendliche war und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich die Wahrnehmung nach außen erst mit dem Alter immer weiter öffnet. Dominique trägt dadurch sehr viel Schuldgefühle mit sich herum, weil sie damals nichts wahrgenommen hat, aber vor allem weil sie es für möglich gehalten hat, dass ihr Vater ihre Mutter getötet hat. Die Szene auf der Brücke war daher ganz klar die beste der Episode, weil sie genau richtig einen Anker in Torres gefunden hat. Und das war dann auch der Punkt, an dem klar, wie sehr Torres wieder auf der Formkurve nach oben ist.
Er konnte zuletzt für niemanden ein Anker sein, er brauchte selbst welche und nun hat er aber wieder etwas in sich gefunden, sodass er stark für andere sein kann, in dem Fall für Dominique. Wie Torres dann zu ihr meinte, dass ihr Vater Odell ihm aufgeholfen hat, da hat sich ein Kreis geschlossen. Denn hätte Odell Torres nicht wieder entfacht, dann hätte er nicht für Dominique da sein können, damit sie nicht endgültig auseinanderfällt. Die geknüpften Verbindungen des Lebens sind oft nicht zu erkennen, aber sie sind überall, garantiert. Davon ausgehend konnte Dominique dann doch den entscheidenden Hinweis geben und so hat sich das Netz weiter verzweigt, bis zu dem Punkt, dass die ganzen Mysterien von einst aufgeklärt werden konnten. Ich fand es auch eine schöne Symbolik, als die Unit dann den wahrscheinlichen Leichenfundort herausgefunden hat und Torres die ganze Nacht am Ufer ausharrte, um auf Simone zu warten. Wie er seine Hand im Wasser hatte und Odells Stimme hörte, da war endgültig klar, dass sie gleich am Ziel sind. Auch wenn es letztlich ein hartes Schicksal ist, dass Dominique so jung Vollwaise ist, aber klare Antworten können etwas schenken, nicht sofort, aber irgendwann. Und in Torres' und in meinem Verständnis ist auch klar, dass Odell alles mitbekommen hat und auch zufrieden ist.
Es war schon ein harter Bruch, nachdem wir uns in der vergangenen Woche mit den Helden bei der Polizei beschäftigt haben und jetzt das größte Feigling zu erleben. Fosters Erstinszenierung hat nämlich gut zu dem gepasst, was anschließend folgte. Er war sich so sicher, dass er unanfechtbar ist, da war es doch sehr befriedigend, ihn noch gestürzt zu sehen. Genauso befriedigend war am Ende aber auch die Szene, als Torres mal wieder bewusst eine Kirche aufsucht. Diesmal empfindet er Frieden und auch wenn die Beisetzung von Simone kein Anlass wie eine Taufe ist, aber der Blickkontakt von Torres und Dominique hat vieles gesagt, vor allem innere Hoffnung. Damit ist für mich der für Torres initiierte Handlungsbogen abgeschlossen. Seine Glaubenskrise ist offiziell überwunden. Deswegen hoffe ich jetzt sehr, dass das Thema ruhen darf und wir nun neue Geschichten für ihn erleben dürfen.
Fazit
Im zweiten Anlauf hat "Chicago P.D." es bei einem angefangenen Handlungsbogen besser gemacht. Auch wenn der Täter zu offensichtlich inszeniert worden ist, aber das war auch gar nicht der Hauptfokus der Episode. Das war Torres, der endgültig zu seinem Glauben zurück findet und der mit Dominique eine interessante und einfühlsame Verbindung gefunden hat. Ich bin gespannt, wie es für ihn nun weitergeht.
Lena Donth – myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: FaithErstausstrahlung (US): 21.01.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Hanelle Culpepper
Drehbuch: Mellori Velasquez
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