Bewertung: 8

Review: #7.08 Ohne Reue

Könnt ihr euch noch an diese kleine Szene während des Crossovers in #7.04 Infection (3) erinnern, als Adam Ruzek Kim Burgess bittet, ihn nach Hause zu begleiten? Ja, ich zumindest kann mich noch sehr gut daran erinnern, da ich unbedingt wissen wollte, was das für die beiden bedeutet. Anschließend ist diese Thematik aber in keinem Moment wieder aufgegriffen worden, so dass ich schon langsam zweifelte, ob ihre Annäherung überhaupt für etwas gut sein sollte. In der aktuellen Episode zeigt sich nun, dass sie tatsächlich für eine Entwicklung gut war und für was für eine!

Kim verletzt sich während eines Einsatzes leicht an der Schulter und als sie sich im Krankenhaus nähen lässt, wird auch eine Blutanalyse gemacht, die ein überraschendes Ergebnis mit sich bringt, denn Kim ist seit etwa vier Wochen schwanger! Mit diesem Ergebnis der gemeinsamen Nacht hätte ich ja im Lebtag nicht gerechnet, aber gleichzeitig bin ich auch vor Freude ausgeflippt, denn eine Baby-Thematik hat es bei "Chicago P.D." bisher in sechs Staffeln noch nicht gegeben, so dass man hier wirklich Neuland betritt und in der Fall-der-Woche-Struktur, die sich inhaltlich doch irgendwann wiederholt, für eine gerne gesehene Abwechslung sorgt.

Dass nun ausgerechnet Kim und Adam Eltern werden, ist wohl der richtige Schachzug, denn die beiden haben wohl weltweit die größte Fanbase der Paare aus der Cop-Serie, so dass hier mehr Szenen zwischen den beiden garantiert sind. Dennoch ist die Ausgangslage für die beiden eindeutig nicht optimal. Zu Beginn der Episode sitzen die beiden als Back-Up gemeinsam im Auto und es wird deutlich, dass sie offenbar Friends with Benefits geworden sind. Eine logische Konsequenz, denn die beiden sind schließlich nie auseinandergekommen, weil sie nicht genug Gefühle oder sexuelle Anziehung füreinander empfanden, sondern weil Adam für eine dauerhafte Beziehung einfach nicht bereit war. Nun werden sie durch das Baby aber zu Ernsthaftigkeit gezwungen und genau dazu sind beide noch nicht so recht bereit, was man eindeutig bemerkt, als Kim Adam ihre Schwangerschaft offenbart.

Ich war positiv überrascht, dass Kim nicht lange gewartet hat, um Adam in seine Vaterschaft einzuweihen, aber es war genau richtig, weil die aktuell schwächelnde siebte Staffel so eine starke Handlung dringend brauchte. Aber als Kim es Adam nun mitteilt, da sind beide von purer Freude ganz weit entfernt. Wie wenig Adam bereit ist, zeigt sich auch, dass er mit gleich mehreren Nachfragen sicher gehen will, dass er auch wirklich der Vater ist und diese Skepsis wiederum bringt Kim in Rage. Hier merkt man also deutlich, dass die Schwangerschaft ihre besondere Form von Freundschaft auf eine harte Probe stellt. Zwar reagiert Adam nicht ablehnend, aber er bietet Kim eben auch keine andere Perspektive an, so dass er ebenso gut hätte nein sagen können. Folglich ist ihr erster Gedanke, einen Termin in einer Abtreibungsklinik zu machen.

Diese Einstellung wendet sich schließlich doch noch, weil die Schwangerschaftsneuigkeiten für Kim eng mit dem Fall der Woche zusammenwachsen. Eine tote Frau bringt die Unit auf die Spur eines Entführers, der mehrere Frauen festhält. Eine der entführten Frauen hat mit ihm ein Kind bekommen, das es zu finden gilt, weil der Entführer/Vater es töten könnte oder weil es nicht rechtzeitig das benötigte Insulin für seine Diabetes-Erkrankung erhält. Kim kniet sich hier besonders rein. Man könnte nun schon argumentieren, dass hier vielleicht die Mutterinstinkte eingesetzt haben, aber Kim war bei missbrauchten Frauen und entführten Kindern schon immer die emotionale Triebfeder. Aber die Verbindung war natürlich trotzdem sehr passend. Am Ende kann Kim den Jungen seiner Mutter übergeben, die für sie beide nun in eine Zukunft in Freiheit entgegenblickt. Schließlich äußert Claire noch die Worte, dass sie die Zeit in Gefangenschaft aber wegen ihres Sohnes niemals bereuen könnte, denn sie würde ihn für nichts in der Welt mehr hergeben. Diese leidenschaftlichen Worte erinnern Kim daran, dass auch sie Mutter werden will. Zwar war das ein Traum für die Zukunft, aber ihr ist eben auch bewusst, dass ihr Job dies nicht planen lässt. Nun ist sie also im Zweifel, ob sie sich nicht doch für das Kind entscheidet, weswegen sie den Termin in der Abtreibungsklinik absagt. Es ist noch kein eindeutiges Ja zum Kind, aber ich denke, sie ist auf dem besten Wege dahin. Adam nimmt dies gefasst zur Kenntnis und ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er mit ihr alles durchziehen wird. Oh man, ist hier Vielsprechendes für die Zukunft dabei!

Natürlich mache ich mir bereits jetzt Gedanken um eben genau diese Zukunft, denn die Möglichkeiten scheinen schier unendlich, denn wie gesagt, ein Baby gab es in dieser Serie bisher nicht. Interessant wird vor allem sein, was ein Ja zum Baby für Kims Karriere bedeuten würde. Es ist klar, dass sie ab einem bestimmten Stadium ihrer Schwangerschaft nicht mehr in der Unit arbeiten könnte und ob sie das nach der Geburt noch wollen würde, wenn gleich beide Elternteile jeden Tag ihr Leben aufs Spiel setzen, ist ebenfalls fraglich. Andererseits fände ich es sehr feige, wenn die Serienmacher Kim schon bald das Baby verlieren lassen würden, um so einer Entscheidung aus dem Weg zu gehen. Denn dieses Kind mit allen seinen Möglichkeiten darf nicht ungenutzt gelassen werden! Auf einer zweiten Ebene ist dann natürlich spannend, wie sich die Beziehung von Kim und Adam nun entwickelt. Wird das die Storyline sein, an der Adam endlich zu dem Mann heranwächst, der er gerne sein wollen würde, aber aufgrund seiner Hitzköpfigkeit immer aus den Augen verliert? Egal, was nun für die beiden kommt, ich hoffe doch sehr, dass diese geniale Chemie, die sie in den ersten Staffeln miteinander hatten, reaktiviert werden kann.

Fazit

"Chicago P.D." hat doch immer die dicksten Überraschungen parat und diesmal ist es eine Schwangerschaft, mit der wohl niemand gerechnet hätte. Dieses Baby für Kim und Adam ist aber gerne gesehen, denn bereits jetzt sind die Möglichkeiten für die weiteren Entwicklungen schier unendlich. Ich bin überzeugt, dass das der Startschuss für viele weitere Überraschungen und ganz viele Emotionen ist!

Lena Donth – myFanbase

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