Bewertung: 8

Review: #7.03 Ein schlechter erster Tag

"Chicago P.D." und "Chicago Fire" gehen mit ihren jeweiligen neuen Staffeln aktuell im Gleichklang. In Episode zwei wurde eine neue Figur von größerer Bedeutung eingeführt. In "Chicago Fire" Blake Gallo, bei "Chicago P.D." Vanessa Rojas und in der dritten Episode wurden sie nun mehr in den Fokus gerückt, um sie charakterlich näher zu beleuchten. Bei Blake hat das schon gut funktioniert, gilt dasselbe nun auch für Vanessa?

Schon alleine die erste Szene der Episode hat mich vollends gepackt, denn wir erleben Trudy Platt mal wieder in Hochform. Zuletzt war sie häufig doch eher mit Sorgenfalten zu sehen, sie nun mal wieder in herrischen und unnachgiebigen Art und Weise zu erleben, hat mich gleich mit Erinnerungen überschüttet und ich musste an Trudys Argwohn gegenüber Kim Burgess denken, als diese als Streifenpolizistin in Staffel 1 unter ihre Fittiche kam. Wenn man bedenkt, was daraus inzwischen für eine vertrauensvolle und vor allem respektvolle Beziehung geworden ist, dann muss man das als eine tolle Reise betrachten. Nun ist aber Vanessa die neue Kim und das kleine Wortgefecht gleich zu Beginn war der perfekte Einstieg in diese Episode!

Vanessa haben wir mit ihrem ersten Auftritt in der Serie als mutig, selbstbewusst und auch vorlaut kennengelernt. In der aktuellen Episode steht vor allem ihr extrem intuitives Handeln im Fokus, da sie gleich in der ersten Einsatzsituation sämtliche Protokolle und auch eine konkrete Anweisung außer Acht lässt und damit Hank Voights Unmut auf sich zieht, was dieser auch lautstark kundtut. Während Kim vor dieser harschen Ansage vermutlich zurückgewichen wäre, sieht Vanessa das als Herausforderung an, ihm erst recht das Gegenteil zu beweisen. Fortan agiert sie aber unter den scharfen Augen von Hailey Upton, die ihr als Partnerin zugewiesen wird, weil Hank dieser vertraut, ein objektives Urteil über die Neue zu fällen. Damit werden die Partnerschaften innerhalb der Unit einmal mehr durcheinandergewürfelt. Hailey beschwert sich auch zurecht bei Hank, da sie mit Jay Halstead eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut hat, die im Einsatz Leben retten kann. Daher wird es nun auf Dauer interessant sein, ob Hank die Partner noch einmal wechselt oder ob er Vanessa als logische Nachfolgerin von Antonio Dawson Kim zuteilt.

Mit dem Drang nun sich beweisen zu müssen, behebt Vanessa aber ihr eigentliches Problem nicht. Sie als eine Einzelkämpferin ausgebildet worden, sie hat gelernt, sich auf sich selbst und ihre Intuition zu verlassen, aber sie hat dafür keine Teamfähigkeit und kein Vertrauen gelernt. Dies wird auch untermalt durch Erzählungen aus ihrer Jugend, die ich mal als wahr und nicht als erfunden annehme. Aufgewachsen in Kinderheimen hat sie auch hier früh lernen müssen, auf eigenen Beinen zu stehen. Daher will sie auch in der neuen Unit weiterhin mit dem Kopf durch die Wand und ignoriert Anweisungen. Letztlich zahlt sich ihre Intuition im Fall der Woche aus, aber das zählt für Hank weniger, weil sich ihre Stärke auch einmal gegen sie wenden kann und dann muss sie bereit sein, sich von ihren Kollegen helfen zu lassen. Die Endszene der Episode war dann ein toller, runder Abschluss zu dieser ersten intensiveren Studie zu Vanessa. Hailey darf entschieden, ob die Neue bleiben darf und auch wenn sie und Hank sich mehr als bewusst sind, dass es mit Vanessa kein einfacher Weg werden wird, geben sie ihr eine Chance. Dass Hailey sie dann auch gleich bei sich wohnen lässt, empfand ich auch als richtig, denn hier ist Potenzial für eine tolle Freundschaftsbeziehung, die im Job auch auf eine Mentor-Schützling-Relation hinauslaufen könnte. Das bietet also auch die Chance, Hailey mal eine andere Seite zu geben.

Neben diesen vielen positiven Eindrücken hat mich auch der Fall der Woche unterhalten können. Mit einer Frau als Fiesling wird in der Serie wahrlich nicht oft aufgewartet, daher finde ich logisch inszenierte Täterin grundsätzlich spannend. Oftmals erlebt man es auch, dass die Frau aus der Opferrolle heraus zur Täterin wird, aber bei Alexa merkt man eine psychische Ursache, die sie so unberechenbar macht. Dabei ist sie auch noch intelligent und manipulativ, so dass ihre Überführung als Täterin wirklich kein einfaches Spiel war, sondern wohl durchdacht werden musste. Zudem war dieser Fall perfekt auf Vanessa zugeschnitten, da sich beide Seiten gut ergänzt haben. So konnte man die gesamte Episode als ein sehr stimmiges Bild empfinden.

Auch Antonio wird in dieser Episode noch mal angesprochen. Er hat seinen erneuten Entzug hinter sich gebracht und ist von da aus gleich weiter nach Puerto Rico, wo er nun offensichtlich Seite an Seite mit seiner Schwester Gabriela Dawson lebt, die ja bekanntlich auf dem Inselstaat einem Hilfsprojekt beigetreten ist. Auch wenn ich den Gedanken natürlich schön finde, dass die "Gründer" von OneChicago wieder vereint ist, ist bei mir die Wehmut einfach zu groß, dass man Jon Seda nicht für einen abschließenden Gastauftritt gewinnen konnte. Er und sein Antonio haben einfach einen besseren Abschied verdient!

Fazit

"Chicago P.D." bietet eine sehr gelungene Episode, bei der tiefere Einblicke zu Neuling Vanessa wunderbar mit dem Fall der Woche verknüpft wurden. Zudem gab es viele unterschiedliche Interaktionen für Vanessa, die alle etwas hatten, so dass ich freudig auf viele neue Beziehungen blicke.

Lena Donth – myFanbase

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