Bewertung: 6

Review: #5.16 Fake News

Zu Beginn dieser Review möchte ich meine herzlichsten Glückwünsche an die "Chicago PD"-Crew ausrichten, da #5.16 Profiles die 100. Episode dieser Cop-Serie markiert. 100 Folgen voller Auf und Abs, so dass es mich umso mehr freut, dass sich die Serie mit ihrer aktuell fünften Staffel, die sich sehr stark präsentiert, selbst belohnt. Aber auch wir Fans werden belohnt, da uns in dieser Folge der Auftakt eines Crossovers mit "Chicago Fire" geboten wird, das in #6.13 Hiding Not Seeking sein Ende findet. Crossovers können mich immer sehr begeistern im Chicago-Universum. Das erste Mal nun findet das Crossover genau anders herum statt. Normalerweise gab es in "Chicago Fire" zum Auftakt einen Brandfall, dessen Verursacher dann in "Chicago PD" gesucht und gefunden wird. Daher war ich angesichts dieser neuen Reihenfolge sehr gespannt, wie die Verknüpfung der Serien arrangiert wird.

Der Auftakt der Folge gelingt grandios. Sogleich werden die Crews von "Chicago Fire" und "Chicago PD" zusammengebracht, um zu unterstreichen, dass es nur Hand in Hand geht. Zudem wird Antonio Dawsons Tochter Eva ins Spiel gebracht, so dass man als Zuschauer auf persönliche Verwicklungen hoffen konnte. Anschließend geht es rasant weiter und diesmal wird der Humor in den Vordergrund gestellt, denn Trudy Platt hat einen Fernsehauftritt, der urkomisch gelingt. Dazu noch die Kommentare und Reaktionen ihrer Kollegen vor dem Bildschirm und die Lachmuskeln wurden schon ordentlich beansprucht. Dann kommt ein Bruch, denn im Fernsehstudio explodiert eine Bombe und statt Freude ist da plötzlich nur noch Entsetzen. Solch eine Palette an Gefühlen in den ersten sechs Minuten einer Folge zu bedienen, ist mutig, ist für so eine Jubiläumsfolge aber genau richtig.

Als ich Trudy da so leblos liegen sah, war ich wirklich besorgt, dass sie der dramatischen Inszenierung dieser Folge zum Opfer gefallen ist. Dies ist zum Glück nicht der Fall, denn ihre Szenen zu Beginn der Episode haben gezeigt, dass sie als komödiantische Figur unheimlich wichtig für eine Serie wie "Chicago PD" ist, da dort eher traurigen und bedrückenden Handlungen Raum gegeben wird. Zudem ist die Trudy-Darstellerin Amy Morton schauspielerisch ein wahrer Schatz, auf den man ungerne verzichten will. Auch die Szenen, wo sich alle um Trudy sorgen und ihr Mann Randall 'Mouch' McHolland sie endlich wohlbehalten in den Arm nehmen kann, waren jede Sekunde wert.

So stark der Beginn dieser Folge ist, so sehr flacht das Geschehen anschließend aber auch wieder ab. Bis zur zweiten explodierten Bombe wirkten die Ermittlungen noch sehr zielstrebig und die Szenen der zweiten Explosion waren ebenfalls mit krassem Effekt, aber danach wirkt das Geschehen eher planlos und immer wieder werden neue Verdächtige aus dem Hut gezogen. Erst gegen Ende, wo mit Larry Shepard der tatsächliche Täter ins Auge gefasst wird, nimmt die Handlung wieder an Fahrt auf, aber die 20 Minuten dazwischen waren vom Spannungsbogen her leider zum vergessen.

Schade eigentlich, denn "Chicago PD" greift erneut auf ein aktuelles Thema, das durch Donald Trump Hochkonjunktur hat, zurück: die Fake News. Das Ganze wird kombiniert mit den Gefahren der sozialen Medien und schon hat man eigentlich ein spannendes Thema, das aber im Mittelteil eher vernachlässigt wird. Spannend wird es, als wir erfahren, dass der Tatverdächtige alles verloren hat, weil ein Tweet einer Journalistin seinen Ruf ruiniert hat. Parallel passiert genau das gleiche mit Mark Tremon, auf dessen Fährte die Intelligence Unit durch Shepard absichtlich geführt wird. Dieser passt eigentlich perfekt ins Täterprofil und wird bereits von den Medien verschrien und gejagt und letztlich war er es doch nicht. Doch existiert einmal ein Gerücht und selbst wenn es widerlegt wird, der Ruf ist ruiniert.

Auch Antonio trägt deutlich dazu bei, da er sich besonders in den Fall hineinkniet, da ein Opfer des Bombenanschlags im Studio in seinen Armen gestorben ist. Man hat Antonios aufgewühltes Vorgehen gut nachvollziehen können, aber Tremon gegenüber war er sehr unnachgiebig. Im Prinzip hatte Antonio zwar Recht, dass es nichts mehr geändert hätte, ob der Verdächtige nach 5 oder nach 15 Stunden wieder freikommt, aber das Vorgehen bei ihm war auffällig streng. Daher konnte ich es gut nachvollziehen, dass Tremon auf eine Entschuldigung von Antonio gewartet hat, die aber zunächst ausbleibt. Er kommt erst durch seine Tochter Eva zum Umdenken.

Ich war zwar etwas enttäuscht, dass der Fall durch Eva nicht etwas persönlicher wurde, aber es war dennoch interessant gemacht, wie durch sie die Verknüpfung zum Fall entsteht. Antonio war sauer auf sie, weil sie sich ein zweites Profil bei Facebook angelegt hat, um es bewusst vor ihrem Vater zu verbergen. Dort entdeckte er aber Fotos, die ihn sogleich schlecht von seiner Tochter denken lassen. Sie verpasst ihm aber einen wichtigen Denkzettel, denn sie kann beweisen, dass Fotos nicht immer der Realität entsprechen, sondern auch inszeniert oder aus dem Kontext heraus genommen sein können. Das kann Antonio auf Tremon beziehen. Das Foto verwies im übertragenen Sinne auf ihn, aber Antonio hat sich nicht auf das Dahinter eingelassen, sondern verbohrt in eine Richtung ermittelt. Das zeigt, dass Menschen nun mal Fehler machen und dass wir in Zeiten von sozialen Medien diese Fehler kaum noch verbergen können.

Richtig spannend wurde es dann wieder am Ende der Folge, denn Hailey Upton entwickelt durch ihre intensive Recherche einen gefährlichen Plan, der die Antwort darauf liefert, warum wir noch eine "Chicago Fire"-Folge brauchen, um den Fall zu lösen. Sie hat nämlich entdeckt, dass der Sprengstofflieferant von Shepard, über den sie an den Untergetauchten kommen wollen, öfters den Rettungsdienst rufen muss, weil er ein Herzleiden hat. Ich finde die Idee sehr spannend, dass Gabriela Dawson und Sylvie Brett nun bei einem medizinischen Einsatz bei ihm digitale Informationen gegen Shepard sammeln sollen. Ich kann mir zwar noch nicht richtig erklären, wie es zu diesem Einsatz so zeitnah kommen soll, ohne dabei zu auffällig einzugreifen, aber die Grundidee klingt sehr gefährlich und verspricht eine wahrlich spannende Folge. Auf die hoffe ich nun wirklich sehr, da mich der Auftakt in dieser Folge nur am Anfang und am Ende vom Hocker reißen konnte.

Fazit

"Chicago PD" feiert seine 100. Folge mit einem Crossover mit der Mutterserie "Chicago Fire". Während der Anfang und das Ende der Episode absolut durch lustige, spannende und entsetzliche Moment an die Bildschirme zu fesseln weiß, ist in der Mitte der Folge etwas die Luft raus, da man auf zu komplizierten Wegen zum eigentlichen Täter kommt. Daher muss nun "Chicago Fire" in die Bresche springen, um zu beweisen, dass sich Chicago-Universe-Crossover immer lohnen!

Lena Donth - myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Chicago P.D." über die Folge #5.16 Fake News diskutieren.