Bewertung: 6

Review: #6.10 Heißes Eisen

Foto: Taylor Kinney, Chicago Fire - Copyright: 2017 NBCUniversal Media, LLC © Universal Channel; Elizabeth Morris/NBC
Taylor Kinney, Chicago Fire
© 2017 NBCUniversal Media, LLC © Universal Channel; Elizabeth Morris/NBC

"Chicago Fire" schafft es mit #6.10 Slamigan den Cliffhanger rund um Bria aufzulösen und dabei gleich mehrere Versöhnungen zu verbinden. Kelly Severeide bekommt derweil Besuch aus seiner Vergangenheit, der seine berufliche Zukunft in Frage stellt und bei Joe Cruz und Sylvie Brett verändert sich etwas, was das Zusammenleben sehr schwierig machen könnte.

Versöhnungen

Die letzte Episode endete damit, dass Gabriela Dawson einen Anruf aus dem Leichenschauhaus bekam, da die Beschreibung auf die vermisste Bria gepasst hat. Ich finde es gut, dass man den Handlungsstrang an dieser Stelle weiter fortführt, auch wenn ich natürlich keine Sekunde davon ausgegangen bin, dass es sich bei der Toten tatsächlich um Bria handelte. Das wäre in meinen Augen auf so vielen Ebenen grausam gewesen. Vor allem für Brias Vater, der sich dann wahrscheinlich unglaubliche Vorwürfe gemacht hätte und dann wohl wieder in den Drogensumpf abgerutscht wäre. Und nicht zu vergessen Gabby selbst. Auch diese hätte sich Vorwürfe gemacht und hätte sich von ihrem Mann entfernt.

Dass Bria sich einen Unterschlupf gesucht hat, zeigt natürlich auch, wie viel Angst sie hat, von ihrem Vater getrennt zu werden. Auch wenn die Behörden sicher nur das Beste für sie wollen. Dennoch hat sie doch trotz allem ein sehr inniges Verhältnis zu ihrem Vater, was man auch daran erkennen konnte, dass sie ihn in der letzten Episode im Entzug besucht und ihn hat wissen lassen, wie sehr sie ihn liebt.

Sehr gut hat mir auch gefallen, dass nivht nur Gabby Bria gesucht hat, sondern diese auch bei ihr auf der Wache aufgetaucht ist. Das zeigt auch, welch Vertrauen sie zu Gabby hat und sich sicher war, dass diese sie nicht verraten wird. Anfangs missfiel es mir etwas, dass Gabby das Jugendamt bzw. vielmehr Tina darum gebeten hat, Bria bei sich aufnehmen zu dürfen. Auch wenn es nur auf Zeit ist, dennoch hatte ich meine Zweifel daran, weil sie sich eben auch viel zu schnell an jemanden gewöhnt. Gut gefallen hat mir in diesem Zusammenhang auch, dass Matt das erkannt hat und sich dafür eingesetzt hat und damit eben nicht nur ermöglicht hat, dass Bria in Sicherheit ist, sondern, dass diese zum einen ihren Vater besuchen konnte und zum anderen hat er Gabby damit (mal wieder) gezeigt, dass er immer an ihrer Seite ist. Etwas schade finde ich immer, dass Matt das immer wieder beweisen muss, obwohl es in meinen Augen schon so oft Situationen gab, in denen Matt seine Loyalität unter Beweis gestellt hat. Ich hoffe wirklich, dass Gabby es jetzt auch endlich begriffen hat und ihren Mann beim nächsten Mal nicht wieder außen vorlässt.

Neben Matt war aber auch Bria ein wichtiger Faktor bei diesem Handlungsstrang. Wenn wir uns an die letzte Episode erinnern, gingen Matt und Kelly nicht unbedingt freundschaftlich miteinander um. Zunächst hatte sich Matt bzgl. der Suche von Bria ausgeschlossen gefühlt und dann war es Kelly, der außen vorgelassen wurde, nachdem Gabby den Anruf vom Leichenschauhaus bekam und nicht zu vergessen, dass Gabby am Ende Matt in den Himmel lobte, obwohl Kelly mindestens genauso viel getan hat. Schön, dass Bria das erkannt hat und Kelly auf ihre ganz eigene Weise gedankt hat. Ich denke, dadurch war er auch bereit, sich mit Matt zu versöhnen.

Verändert sich seine (berufliche) Zukunft?

Kelly hatte es in dieser Episode wirklich nicht leicht. Erst die Sache mit Bria, die am Ende zum Glück einen versöhnlichen Ausgang nahm und dann die 'Bloßstellung' seines ehemaligen Ausbilders Chief Grissom. Es ist zwar immer schön, wenn man seine ehemaligen Mentoren sieht, da man dadurch daran erinnert wird, warum man diesen Job oder vielmehr Beruf einmal angefangen hat und Kelly hatte sicherlich anfangs ein ganz ähnliches Gefühl, als er Grissom wiedergesehen hat. Allerdings nahm das Wiedersehen zwischen den beiden einen ganz anderen Verlauf, als Kelly sich das wahrscheinlich vorgestellt hat. Dadurch, dass Grissoms Ruhestand immer näher rückt, sucht er jetzt einen Nachfolger und sieht sich erst einmal bei denen um, die er ausgebildet hat. Das ist vollkommen in Ordnung und sogar ehrenhaft, da es zeigt, dass er große Hoffnung in seine Schützlinge setzt, doch von Kelly ist er enttäuscht und sagt ihm das auf den Kopf zu.

In gewisser Weise kann ich Grissom sogar verstehen, trotzdem ist es eher erniedrigend, wenn man so etwas gesagt bekommt. Es stimmt zwar, dass Matt in seiner Karriere einen großen Schritt weiter ist, man darf aber auch nicht vergessen, dass Kelly durch den Verlust von Anna Turner einiges durchmachen wusste. Wegen ihr wollte er ja sogar die Wache wechseln. Durch ihren Tod hat er aber erkannt, dass sein wahres Zuhause Wache 51 ist. Es lässt sich aber eben auch nicht abstreiten, dass ihn dieser Vorwurf von Grissom verletzt hat. Er hat meiner Ansicht nach auch dafür gesorgt, dass Kelly zum Nachdenken angeregt wurde, dass es wahrscheinlich an der Zeit ist, etwas zu ändern. Und so wie es aussah, befürchtet auch Chief Wallace Boden, dass er demnächst einen seiner besten Männer verlieren könnte.

Aber ich denke, der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist Stella Kidd. Anfangs war ich gar nicht so sehr davon angetan, dass man möglicherweise versucht, die beiden als Paar zusammenzubringen. Doch ich muss sagen, dass mir der eifersüchtige Kelly eigentlich ganz gut gefällt. In den letzten Staffeln wirkte es immer so, als würde ihn nichts eifersüchtig machen. Aus diesem Grund gefällt es mir ganz gut, dass er bei Stella solch eine Reaktion zeigt. Von Stella selbst wissen wir ja eigentlich schon, dass sie heimlich Gefühle für ihn hat, die sie ihm aber nicht so zeigen möchte. Ich bin mal gespannt, was zwischen den beiden noch passieren wird. Stella scheint es zumindest zu gefallen, dass Kelly sie jetzt endlich auch als Frau wahrzunehmen scheint. Wobei, wenn die beiden tatsächlich ein Paar werden, wäre Zach der Leidtragende und der ist wirklich kein schlechter Kerl.

Cruz' neue Leidenschaft

Bereits in der vergangenen Staffel hatte Joe die Idee, dass man ein Gerät erfinden müsste, damit sich Türen bei Einsätzen schneller und besser öffnen lassen. Stella hatte damals zwar eine ganz gute Methode gefunden, aber das wurde dann auch wieder recht schnell verworfen. Schön, dass diese Idee nochmals aufgegriffen wurde und diesmal einen durchschlagenden Erfolg hatte.

Mir hat eigentlich auch ganz gut gefallen, dass man Sylvie bei diesem Projekt mit einbezogen hat (netter Hinweis auf den Film "Flashdance" mit Jennifer Beals), da ich finde, dass sie und Joe immer ein tolles Team sind. Ich bin aber absolut nicht davon begeistert, dass die Autoren aller Wahrscheinlichkeit schon wieder versuchen, aus den beiden ein Paar zu machen. Das hat schon beim letzten Mal nicht funktioniert, weil die beiden total unterschiedliche Vorstellungen von einer Beziehung haben.

Allerdings ist das nicht der einzige Punkt, der mir hierbei missfällt. Erschwerend kommt nun auch noch hinzu, dass die beiden mit Brian 'Otis' Zvonocek in einer WG leben und sich dann nicht mal einfach aus dem Weg gehen könnten, da sie zusammen arbeiten und auch wohnen. Und ein dritter und letzter Punkt für mich ist auch, dass Sylvie anscheinend noch nicht wirklich mit Antonio Dawson abgeschlossen hat, genauso wenig wie er mit ihr. Allein schon wegen dieser drei Punkte sollten die Autoren sich genau überlegen, ob es wirklich sinnvoll und klug wäre, Sylvie und Joe wieder zusammenkommen zu lassen. Meine Hoffnung liegt bei Otis, der auch nicht begeistert zu sein scheint, dass sein Freund wieder Gefühle für ihre gemeinsame Mitbewohnerin entwickelt.

Fazit

Deutlich besser als die vergangene Episode, hat #6.10 Slamigan für mich aber noch einige Kritikpunkte, über die ich nicht hinwegsehen kann. Positiv hervorzuheben sind die Versöhnungen zwischen Gabby und Matt sowie zwischen Matt und Kelly. Interessant wird es bei Kelly und Stella bleiben, wobei Zach dann sicherlich derjenige ist, der zu leiden hat und bei Joe und Sylvie bin ich durchaus gespannt, in welche Richtung die Autoren gehen werden.

Daniela S. - myFanbase


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