Bewertung: 8

Review: #5.05 Nachts im Bones-Museum

Eine 3000 Jahre alte ägyptische Mumie ist unerklärlicherweise in einen aktuellen Mordfall verwickelt. Daisy Wick bekommt eine zweite Chance, indem sie eine 24-stündige Probezeit im Jeffersonian Institut überstehen muss, und Brennan hat zum Leidwesen von Booth eine Verabredung mit dem Vizedirektor des FBI.

So what are you saying? The mummy killed someone?

Die 3000 Jahre alte Mumie, die in dieser Bones Episode auftaucht, scheint mit einem aktuellen Mordfall in Verbindung zu stehen. Jedoch fehlt eine Leiche, was die Aufklärung des Falls zumindest am Anfang sehr erschwert. Brennan selber scheint dies jedoch nicht wirklich zu stören. Denn von dem Zeitpunkt an als sie und Daisy herausfinden, dass es sich bei der Mumie um einen bedeutenden historischen Fund handelt, sind einerseits die kleinen Unstimmigkeiten zwischen Daisy und Brennan vergessen und anderseits spürt man so richtig Bones Begeisterung, dass sie ihr Wissen wieder einmal älteren Knochen zukommen lassen kann.

Natürlich wird in der Serie immer wieder darauf hingewiesen, dass Brennan neben ihren Fällen, die sie zusammen mit Booth bearbeitet, noch ihren anthropologischen Studien nachgeht. Doch mit was für einer Begeisterung sie dies immer noch tut, wird in dieser Episode klargestellt. Obwohl sich Brennan meiner Meinung nach in ihrer Arbeit mit Booth sehr wohl fühlt und sie diese Art der anthropologischen Arbeit auch zufrieden stellt, lässt ein bedeutender historischer Fund ihr Herz noch immer höher schlagen, und sie scheint dabei fast zu vergessen, dass sie zusammen mit dem FBI noch einen Mordfall zu lösen hat.

Was mir in dieser Folge an Brennan sehr gut gefallen hat, ist, dass sie wenigstens für einen Augenblick lang quasi einen Rückschritt in Sachen Sozialkompetenz macht. Als sie und Booth nämlich die Leiche von Dr. Kaswell finden, reagiert Bones ziemlich unsensibel. Sie findet, dass Dr. Kaswell leichtfertig mit der Mumie und ihren Forschungsnotizen umgegangen ist, und dies ist angesichts der Bedeutsamkeit dieses Fundes für Brennan absolut unverständlich. Cam muss Bones dann erstmal vor Augen führen, dass Dr. Kaswell eine Mitarbeiterin des Jeffersionans war und sie ermordet wurde. Erst danach drückt Brennan ein Hauch von Mitgefühl für ihre ehemalige Kollegin aus.

Obwohl gerade die Fortschritte von Brennans Sozialkompetenz mir an der Serie "Bones" sehr gut gefallen, finde ich den Rückschritt in dieser Episode passend. Schliesslich geht es in dieser Folge nicht nur darum, einen Mordfall zu lösen, sondern Brennan wird auch wieder einmal mit ihrer ursprünglichen Leidenschaft, nämlich der Untersuchung von historischen Knochen, konfrontiert. Sie geht dabei so in ihrer Arbeit auf, dass sie darüber die menschlichen Aspekte, die sie über die letzten Jahre in der Zusammenarbeit mit Booth gelernt hat, vollkommen vergisst.

Ein weiterer Punkt, der mir sehr gut gefallen hat, sind die Szenen zwischen Brennan und Daisy. Am Anfang ist Bones durch Daisys Anwesenheit noch vollkommen genervt, und es scheint fast so, als würde sie es bereuen, dass sie sich von Sweets dazu überreden ließ, Daisy erneut eine Chance zu geben, sich zu beweisen. Doch als die beiden Frauen zusammen herausfinden, dass es sich bei der Mumie um Anok, dem Junge mit dem blutenden Herzen handelt, entdecken sie ihre gemeinsame Leidenschaft. Nämlich die Begeisterung und das Interesse für alte Knochen. Dass die beiden nach der Entdeckung vollkommen euphorisch reagieren und es nicht abwarten können, dem restlichen Team davon zu erzählen, fand ich sehr lustig, vor allem da Bones nicht aufzufallen scheint, wie ähnlich ihr Daisy in dieser Situation ist. Etwas was die Assistentin am Anfang ihrer Arbeit in Brennans Team ja immer wieder betont hat.

Director Hacker wants to have sex with me – Oh he said that? Wait and it's Assistent Director!

Brennans direkte Art bezüglich Sex bringt mich immer wieder zum Schmunzeln, genauso wie Booths Reaktion darauf. Natürlich wird auch in dieser Episode schnell klar, dass Booth überhaupt nicht begeistert davon ist, dass Brennan mit seinem Vorgesetzten ausgehen will. Dass sie ihren Partner noch so offen darüber aufklärt, was ihrer Meinung nach, Vizedirektor Hacker von ihr will, trägt nicht wirklich zu Booth Beruhigung bei.

Schon die Szene in Booths Büro war einfach köstlich. "It's Assistent Director Hacker, Bones." – "Andrew, it's fine." – "Andrew? Cool." – "For Dr. Brennan, I'm still your boss, Agent Booth." Für die Zuschauer und auch für Andrew Hacker wird hier klar, dass die ganze Situation für Booth mehr als unangenehm ist und zwar nicht nur, weil Hacker Booths Boss ist. Deswegen lässt sich Hacker später von Booth auch noch einmal versichern, dass dieser wirklich nichts gegen ein Date zwischen ihm und Bones hat. Dies zeigt, dass der Vizepräsident des FBI ganz genau gespürt hat, dass zwischen Booth und Brennan irgendetwas vorzugehen scheint, was weit über ihre geschäftliche Partnerschaft hinausgeht.

Die Art, wie Booth versichert, dass zwischen ihm und seiner Partnerin nur eine geschäftliche Beziehung herrscht, zeigt für mich die Unsicherheit über seine Gefühle für Brennan sowie die Angst, dass genau diese Gefühle von ihr nicht erwidert werden. Booth, der sonst sehr selbstsicher im Umgang mit Frauen ist, zeigt bei Bones eine ganz andere Seite von sich. Ich denke, abgesehen davon, dass er Angst hat, verletzt zu werden, hat er auch Angst, dass durch seine Gefühle die Partnerschaft und Freundschaft zu Brennan gefährdet wird. Aus diesem Grunde versucht er sich immer wieder selber einzureden, dass zwischen ihnen nichts weiter als eine normale Partnerschaft besteht.

And Booth whishes that you were going out with him. – I drink with him all the time. But with Andrew there is the potentiality of sex. – And not with Booth?

Ich habe mich in der letzten Zeit immer wieder gefragt, wie weit Brennan sich über Booths Gefühle ihr gegenüber im Klaren ist. Kaum jemandem im Team des Jeffersonian Institut ist es verborgen geblieben, dass Booth mehr als reine Freundschaft für Brennan empfindet, und es gab meiner Meinung nach auch für Bones genug Anzeichen, dass sie dies erkennen konnte. Doch so genial und clever wie Brennan in den meisten Beziehungen ist, wenn es um Gefühle und um das Erkennen dieser geht, scheint sie meistens vollkommen ahnungslos zu sein. Doch in dem kurzen Gespräch dieser Folge zwischen Brennan und Angela hatte ich das Gefühl, dass Bones wenigstens ansatzweise erkennt, was Booth für sie empfindet.

Als Angela Bones auf das Date mit Hacker anspricht und versucht, ihr Booths Reaktion darauf zu erklären, reagiert Brennan zuerst zwar ahnungslos und macht Angela klar, dass es ihr bei Andrew eigentlich nur um die sexuelle Anziehung geht. Hier zeigt sich erneut Brennans direkte und rationale Art. Für sie muss Sex nicht zwangsläufig in einer Beziehung enden, und dabei müssen sich auch nicht unbedingt gewisse Gefühle einstellen. Ihrer Meinung nach herrscht zwischen ihr und Hacker eine gewisse Anziehungskraft, also wird dies voraussichtlich zum Sex führen.

Bei Booth liegen die Dinge jedoch anders. Für Booth hegt Brennan gewisse Gefühle, und dies macht die Sache sofort kompliziert. Denn Bones kann bei ihm absolut nicht rational vorgehen, und dies macht ihr Angst. Aus diesem Grunde weicht sie Angelas Frage, ob bei Booth nicht die Möglichkeit auf Sex besteht, sofort aus. Dass sie bei der Frage jedoch nicht wirklich überrascht oder ahnungslos reagiert, ist für mich ein Zeichen, dass Bones sicherlich ahnt, dass Booth mehr als bloße Freundschaft für sie empfindet, und auch sie scheint sich schon öfters über ihre wahren Gefühle ihrem Partner gegenüber Gedanken gemacht zu haben.

I was, yes, but... you and I, this is our case and I guess what goes on between us that's just ours. So that what'd you say?

Was mich an der Serie "Bones" immer wieder fasziniert, ist, dass es die Autoren geschafft haben, von der ersten Folge an diese Spannung zwischen den beiden Hauptcharakteren aufzubauen und diese bis heute auch beizubehalten. Als ich angefangen habe, mir "Bones" anzuschauen, hätte ich schwören können, dass Bones und Booth spätestens in der dritten Staffel eine Liebesbeziehung oder eine Affäre eingehen. Doch nichts dergleichen ist passiert. Zwar hört die Spannung zwischen den beiden nicht auf, sondern verstärkt sich im Gegenteil noch, doch es gibt weder eine Liebesbeziehung noch eine Affäre, es gibt nicht mal einen One-night-stand. Dafür wächst zwischen den beiden eine wundervolle Freundschaft heran, und genau dies ist das Faszinierende an der Beziehung zwischen Booth und Bones.

Doch trotz allem fiebere ich natürlich auch immer wieder mit den beiden mit und hoffe, dass die zwei irgendwann zueinander finden. Schliesslich gibt es immer wieder Szenen, die ganz klar zeigen, dass Bones und Booth füreinander geschaffen sind. So auch in dieser Folge. Zwei Szenen haben hier wohl jedes Brennan/Booth-Shipperherz höher schlagen lassen. Doch wie immer werden diese Momente durch irgendetwas Unvorhergesehenes unterbrochen, und der Zuschauer muss sich weiter in Geduld üben. Doch genau diese Momente wären verloren gegangen, hätten die Autoren sich entschieden, aus Bones und Booth schon in der dritten Staffel ein Paar zu machen. So dagegen haben sie es geschafft, über fünfeinhalb Staffeln lang in dieser Beziehung eine tolle Spannung aufrechtzuerhalten und die Fans damit sicher ab und zu zur Verzweiflung zu bringen.

Doch wie schon erwähnt, gab es in dieser Folge zwei Szenen die wenigstens bei mir für Herzklopfen gesorgt haben. Da war zuerst die Szene in der Booth Bones das Ei auf den Tisch legt und ihr sagt, dass die Sachen, die zwischen ihnen beiden vorgehen, auch zwischen ihnen beiden bleiben sollen. An Brennans Reaktion, sowie auch an ihren Aussagen gegenüber Hacker, dass sie bei ihrem Date nicht über Booth sprechen will, ist deutlich zu erkennen, dass sie in dieser Beziehung genau der gleichen Ansicht ist wie Booth. Spätestens in der Schlussszene wird dies jedoch dann deutlich klar. Der Dialog zwischen den beiden sowie ihre Körpersprache dabei, sagt meiner Ansicht nach unendlich viel über ihre Beziehung zueinander aus. Er zeigt, wie sehr die beiden einander vertrauen, wie sehr sie sich schätzen und wie sehr sie aneinander hängen, und es zeigt natürlich deutlich, dass zwischen ihnen sicherlich mehr ist, als bloße Freundschaft. Hätte der restliche Teil des Teams die beiden nicht unterbrochen, wäre es sicherlich zum ersten -nicht erzwungenen- Kuss zwischen Brennan und Booth gekommen.

So... do you wanna be my Lancelot again?

Ich war anfangs sehr skeptisch gegenüber der Beziehung zwischen Sweets und Daisy eingestellt, vor allem weil mir Daisy, genauso wie dem Jeffersonian Team, auf die Nerven ging. Doch nach dieser Folge haben die zwei es geschafft, mich vollends zu begeistern. Daisy hat zwar ihre lästigen Angewohnheiten noch lange nicht alle abgelegt, aber in Kombination mit Sweets finde ich diese Eigenschaften gar nicht mehr so schlimm.

Sweets gibt sich wirklich Mühe, Daisy wieder in das Team zu integrieren und ihr bei ihren Problemen zu helfen. Doch natürlich geht er dabei zu weit, indem er versucht, Daisy zu überwachen. Doch genau der Streit und die anschliessende Versöhnung sind die Szenen, die mir bei den beiden so gefallen haben. Daisy, welche natürlich gleich alles viel dramatischer darstellt, als es überhaupt ist, und Sweets, der zwar ein grandioser Psychiater ist, aber in dieser Beziehung absolut hilflos scheint. Dass er sich dann ausgerechnet bei Cam Rat holt, fand ich witzig, vor allem da ich mir eher vorgestellt habe, dass er Angela mit diesem Problem behelligen wird.

Cam ist für mich in jeder Folge wieder ein Highlight, auch dann, wenn ihre Screentime begrenzt ist. Genauso in dieser Episode, gerade in der Szene mit Sweets. Eigentlich will sie überhaupt nichts von der Beziehung zwischen Sweets und Daisy wissen, und schon gar nicht will sie irgendwelche Ratschläge erteilen. Aber da ihr nun mal alle Teammitglieder am Herzen liegen, kann sie einfach nicht anders und steht auch Sweets mit Rat und Tat zur Seite.

Fazit

Die Folge hat mir wieder einmal vor Augen geführt, dass Brennan immer noch unglaublich fasziniert von ihrer Arbeit als Anthropologin ist und zwar auch dann, wenn es sich um keinen aktuellen Mordfall handelt. Sie kann dabei in regelrechte Begeisterung verfallen und fällt sogar in einige ihrer alten Verhaltensmuster zurück, was mir aber alles andere als unsympathisch erscheint. Was die Episode aber ganz klar gezeigt hat, ist, dass sich zwischen Booth und Brennan definitiv in nächster Zeit etwas anbahnen wird, dass die beiden nicht mehr lange ignorieren können. Ich bin gespannt, wie die Autoren der Serie die Story zwischen den beiden Hauptcharakteren weiterverfolgen.

Maria Schoch – myFanbase

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