Review: #14.18 Instinct
"Chicago Fire" scheint das aufkommende Muster, dass wirklich nur wenige Hauptdarsteller in den Episoden zu sehen sind, beizubehalten. Abgesehen vom Love Triangle zwischen Sal Vasquez, Violet Mikami und Lizzie Novak mal absieht, fand ich es spannend und toll, dass es sich bei dieser Episode um eine handelte, die die Sanitäterinnen ins Zentrum des Geschehens gerückt wurden.
Mir missfiel es ja in den letzten Episoden sehr, dass eher Kelly Severide und Stella Kidd in den Fokus gestellt worden sind, zumal es sich für meinen Geschmack ohnehin seit einigen Staffeln viel zu sehr um die Beiden dreht. Von diesem Aspekt her war es doch mal erholsam, eine Pause zu bekommen. Das bedeutete aber nicht, dass man vor sich her dümpelte. Ganz im Gegenteil. Wir bekamen eine Storyline geboten, die vielleicht viel zu wenig Aufmerksamkeit bisher bekommen hat und deshalb umso wichtiger war.
Anders als bei der Polizei oder eben auch der Feuerwehr, sind es eher die Sanitäter und die Sanitäterinnen, die immer ziemlich schutzlos zu Notfällen gerufen werden. Vielleicht weil man davon ausgeht, dass verletzte und hilfsbedürftige Personen eher nicht dazu neigen, jemanden (zusätzlich) zu verletzen, weil sie selbst schon verletzt sind. In den vergangenen Staffeln haben wir allerdings nicht nur bei Violet und Lizzie, sondern auch bei all den anderen mitbekommen, wie gefährlich manchmal ihre Einsätze sind. Trotzdem hat sich an Schutzmaßnahmen nichts geändert, was ich ziemlich erschreckend finde. Umso wichtiger fand ich jetzt die Ereignisse, die uns jetzt geboten worden sind, da dadurch nicht nur die Gefahr für die Sanitäterinnen aufgezeigt worden sind. Es wurde auch aufgezeigt, wie sich Stalker und deren Opfer verhalten, damit sie nicht noch mehr in Gefahr geraten, als der, der sie bereits ausgesetzt sind bzw. werden.
An sich fand ich die Episode bzw. die Storyline gut aufgebaut. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht wirklich daran erinnern, ob wir Violet und Lizzie schon einmal an der Akademie erlebt haben, während sie einen Vortrag halten. Es war ein Thema, was besonders für den Beruf von Feuerwehr, Polizei und Sanitäter wichtig sind: Instinkt bzw. Instinkte. Durch diese kann und muss man innerhalb von Sekunden und Minuten handeln und sich auf sie verlassen, weil sie nur allzu oft über Leben und Tod entscheiden können. Bei diesen Instinkten ist es genauso wichtig, einen verlässlichen Partner, bzw. eine verlässliche Partnerin zu haben. Auf diese Person muss man sich verlassen können, gerade in schwierigen, brenzligen oder eben auch lebensgefährlichen Situationen und vor allem muss man solche schnell(er) wieder abschütteln können, sonst könnte man diesen Beruf wohl nicht mehr ausüben können. Jetzt bin ich aber ein bisschen abgekommen. Wie gesagt, den Aufbau von Episode und Storyline fand ich gut, weil man nicht nur den roten Faden erkennen konnte. Am Ende des Einsatzes wurde die Freundschaft von Violet und Lizzie gefestigt und auf eine neue Ebene gehoben, von der ich gespannt bin, wie sie sich auf Vasquez auswirken wird. Ich war in den letzten Wochen etwas verstimmt, was dieses Hin und Her anging. Erst trauerte Violet Sam Carver hinterher, dann hat Lizzie Interesse an Vasquez gezeigt, kam dann aber mit John Frost zusammen, dann hat Violet mit Vasquez geschlafen, aber Lizzie hat eigentlich noch immer Interesse an ihm, weswegen sie sich eigentlich von John getrennt hat. Dann gesteht Violet ihr, dass sie mit Vasquez geschlafen hat und Lizzie gibt vor, keinerlei Probleme damit zu haben, was aber eigentlich eine Lüge ist. Wenn das keine Version einer Soap ist, dann weiß ich es auch nicht. Ich hatte somit auch die Befürchtung, man würde uns weiter mit diesem Rumgeeiere nerven. Allerdings habe ich nicht mit dieser Entwicklung gerechnet, bei der ich mir auch nicht sicher gewesen bin, ob sie so positiv ausgeht, wie es letztlich der Fall gewesen ist.
Auf mich wirkte Ryan zunächst auch nur ein bisschen aufgeregt, allerdings bemerkte ich auch schnell, dass die Stimmung – wenn auch fast unmerklich – gekippt ist und alles nach Gefahr geschrien hat, von der aber niemand etwas wusste. Im Nu haben wir auch Sarah kennengelernt, die so wirkte, als sei sie gerade in der Endphase ihrer Teenagerzeit angekommen, und kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes steht. Durch den dunklen Waschkeller und diese angespannte, verängstigte Stimmung von Sarah, wurde deutlich, dass nicht nur sie in arger Gefahr schwebt, sondern auch die beiden Sanitäterinnen, die sich eigentlich nur Snacks besorgen wollten. Allerdings haben sie wie die Ärzteschaft eben auch einen Eid abgelegt, immer zu helfen.
In dieser Episode ging es aber nicht nur um die Gefahren für Sanitäter. In meinen Augen ging es vor allem auch darum, wie sich Stalker-Verhalten entwickelt und wie wenig in der heutigen Gesellschaft noch aufeinander geachtet wird. Es wird zwar nicht offensichtlich, was in Ryan vorging, was das Stalking bezüglich Sarah ausgelöst hat, was ich aber nicht schlimm fand. Viel wichtiger fand ich, dass gezeigt wird, wie man mit so jemanden umgeht, damit man sich noch weiteren Gefahren aussetzt, bzw. den Täter nicht noch mehr reizt und ihn zum Austicken bringt. Neben Violet und Lizzie, die zu zweit waren und sich wenigstens noch verständigen und einen Plan 'ausarbeiten' konnten, war es Sarah, die mir total imponiert hat. Nicht nur, dass ihre Ängste bezüglich Ryan über die letzten Wochen immer mehr zugenommen hat, und sie kurz vor der Geburt ihres Kindes stand, in dem Ungewissen, ob sie beide das überhaupt überleben würden, war sie es, die Ryan am meisten beschwichtigen konnte. Untypisch ist das wahrscheinlich nicht. Immerhin war Sarah die Person, die Ryan am wenigsten gewesen ist. Daher erschien es mir mehr als logisch, dass ihre Worte ihn ruhiger gemacht haben und somit soviel Violet als auch Lizzie versuchen konnten, ihn außer Gefecht zu setzen. Allerdings kam mit dem Hausverwalter Bill Dalton noch eine weitere Geisel dazu, die fast mit dem Leben bezahlen musste. Es ist ihm allerdings hoch anzurechnen, dass er einem Verdacht nachgegangen ist. Ganz anders als die Nachbarin Carmen, die meinen Eindruck, dass die heutige Gesellschaft nicht mehr wirklich aufeinander achtet, nur bestätigt hat.
Ich muss zugeben, dass es mir gut gefallen hat, wie man Vasquez und auch Lucy Zambetti eingebunden hat. Quasi hat man bei diesem Einsatz alle guten Eigenschaften der einzelnen Charaktere eingebaut. So haben wir Violets ruhige Art, Lizzies sportliche Art, sowie Vasquez' polizeilichen Instinkt und Lucys Kontakte, was ein wahnsinnig tolles Zusammenspiel gewesen ist, damit alles noch gut ausgehen konnte. Ich komme aber nicht umher zu behaupten, dass ich bei Vasquez und dem Fakt, dass seine Vergangenheit bei der Polizei immer ein Teil von ihm sein wird, mehr denn je an Emily Foster denken muss, die am Ende doch wieder in die Medizin gegangen ist. Ich habe die jetzigen Entwicklungen vermehrt den Eindruck, dass es bei Vasquez ähnlich sein könnte. Vielleicht wäre es gar nicht so dumm. Vielleicht könnte Brandon Larracuente dadurch Hauptdarsteller bei "Chicago P.D." werden und sowohl Darsteller als auch Charakter könnten dem OneChicago-Verse erhalten bleiben. Auch wenn die Autoren weiterhin versuchen werden, uns ein Love Triangle zu präsentieren, glaube ich, dass es jetzt keinen Bestand mehr haben wird. Wenn man die ersten Minuten dieser Episode noch einmal genauer unter die Lupe nimmt, dann stand die Freundschaft von Violet und Lizzie eher auf wackligen Füßen, da Vasquez zwischen ihnen stand. Schaut man sich aber die letzten Minuten diese Episode an, hat der Einsatz die Freundschaft der beiden mehr denn je gefestigt. Mich würde es mehr freuen, wenn man von dem Love Triangle ablassen und dafür eine stabile Freundschaft zwischen Violet, Lizzie und Vasquez aufbauen würde. Nach dem Weggang von Darren Ritter gibt es eine solche mit einem männlichen Part nämlich nicht mehr.
Fazit
"Chicago Fire" hat bewiesen, dass man auch mit wenigen Hauptdarstellern eine spannende Episode präsentieren kann, wodurch man sich gut unterhalten fühlte und auch neue Entwicklungen für den Endspurt kreieren konnte.
Daniela S. - myFanbase
Die Serie "Chicago Fire" ansehen:
| Vorherige Review: #14.17 ??? | Alle Reviews |
Diskussion zu dieser Episode
Du kannst hier mit anderen Fans von "Chicago Fire" über die Folge #14.18 Instinct diskutieren.
Informationen zur Episode
Englischer Titel: InstinctErstausstrahlung (US): 22.04.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Reza Tabrizi
Drehbuch: Alec Wells
Links
Nächste Episode
Meistgelesen
Aktuelle Kommentare
30.04.2026 12:23 von Lena
Episode: #7.16 Hunderttausend Engel (Outlander)
Es ist echt super, Marie, dass du "Outlander"... mehr
30.04.2026 12:18 von Lena
Reviews: Shrinking - Reviews Staffel 3
Ich habe die Serie jetzt endlich auch gucken können und... mehr
