Bewertung: 7

Review: #10.20 Splitter

Foto: Paola Lázaro, The Walking Dead - Copyright: Josh Stringer/AMC
Paola Lázaro, The Walking Dead
© Josh Stringer/AMC

Diese Episode greift endlich mal wieder einen offenen Handlungsstrang auf und zeigt uns den Fortgang der Geschichte um Eugene, Yumiko, Ezekiel und Princess. Wobei es eigentlich auch nicht wirklich vorwärts geht.

"Es hilft uns nicht, wenn du dich aufregst."

Nun gut, ich nehme mir obiges Zitat zu Herzen und akzeptiere, dass die Corona-Situation und diese damit einhergehende ungewohnte Verlängerung der zehnten Staffel keinen inhaltlichen Mehrwert haben soll/kann und man sich deswegen auf kleine Aspekte und Charaktere konzentriert, ohne wirklich voran zu kommen, weil das offenbar für die echte elfte Staffel geplant war und man von diesem Plan nicht mehr abweichen konnte/wollte. Zudem kann man sich sicherlich viel besser an diverse Richtlinien halten, wenn für die Episoden immer nur ganz wenige Akteure für den Dreh zusammen kommen. Insofern muss man wohl einfach akzeptieren, dass diese Episoden auch ein wenig außer der Wertung laufen. Dabei hatte mir diese Episode zu Beginn noch Hoffnung gemacht, weil hier ein offener Handlungsstrang direkt aufgegriffen wurde und man den Eindruck hatte, dass hier mehr passieren könnte.

In dieser Episode geht es also in erster Linie um Princess. Vorteil zu den letzten Episoden ist dabei, dass wir über Princess letztlich noch nichts wissen und man daher sofort einen Mehrwert spührt, zumindest wenn man sich für den Charaktere interessiert. Zumal das Kennenlernen zumindest in aktuellen Kontext eingebettet ist und nicht durch Rückblicke umgesetzt wird. Princess ist ziemlich emotional, schnell wütend und aggressiv, aber auch irgendwie putzig, weil sie es irgendwie auch immer gut meint. So lange isoliert und allein gewesen zu sein, hat ihr aber auch verständlicherweise zugesetzt und sie halluziniert eben. Ich muss zugeben, dass ich trotz der kleinen Sequenzen zwischendrin lange unsicher war, ob sie nun wirklich Wahnvorstellungen hat oder Ezekiel beispielsweise doch echt ist. Das liegt wohl auch daran, dass ich Ezekiel sehr viel zutraue, im Guten wie im Schlechten.

Das sind Geschichten, die redet man sich ein. Und dann ist da noch die Wahrheit.

Es war jedenfalls gelungen dargestellt, wie Princess mit sich selbst hadert und nicht so richtig weiß, was sie nun will und was nicht. In diesem Kontext hat auch ihre Vergangenheit mit ihrem gewalttätigen Stiefvater gut gepasst, zumal es nicht so offensichtlich eingebunden wurde, sondern eher beiläufig dann noch mal eine Rolle spielte in ihrem Selbstschutzprozess. Und spannend wurde es dann auch noch mal, als Princess sich erst für die Rückkehr und damit für ihre Freunde entschieden hatte und dann fast den Wärter überzeugen konnte. Ich hatte hier auch an einen Fortschritt geglaubt und wollte glauben, dass diese Gruppe, die offenbar den Fundus der „Star Wars“- Filme geplündert hat, im Kern wirklich gut ist. Das kann immer noch passieren, aber der Umgang ist erst mal kein Argument dafür.War also auch der Dialog mit dem Wärter zum Teil nur eingebildet, also Wunschdenken von Princess? Oder ist das alles passiert und somit eventuell sogar wahr?

Die Episode hat dann also doch einiges bewirkt (im Vergleich zu den letzten beiden). Man ist um einiges schlauer, was Princess angeht, der Handlungsstrang ist nach langer Pause reaktiviert und man ist wieder neugierig. Die Situation zwischen Anfang und Ende der Episode ist zwar unverändert und das ist weiterhin etwas frustrierend, aber man muss diese Episoden eben eher wie Specials auf der Staffelbox oder sehr ausführliche Webisodes betrachten und werten.

Fazit

Diese Episode setzt Princess in den Fokus und offenbart einige wichtige Charakterzüge. Das bringt die Handlung zwar auch nicht voran, war aber wenigstens gewinnbringender als die letzten beiden Episoden.

Emil Groth - myFanbase

Diese Serie ansehen:


Vorherige ReviewÜbersicht

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "The Walking Dead" über die Folge #10.20 Splitter diskutieren.