Bewertung

Review: #14.19 Exit Point

Foto: Chicago Fire - Copyright: 2025 Open 4 Business Productions LLC. All Rights Reserved.
Chicago Fire
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"Chicago Fire" macht es mir in dieser Staffel alles andere als leicht, die Serie zu mögen. Während die letzte Episode stark gewesen ist, weil man die nervigen Sachen außer Acht gelassen hat, haut man nun mit voller Wucht rein. Gleichzeitig spürt man allerdings auch, dass man sich mit großen Schritten auf das Finale zubewegt, was ich ehrlich gesagt kaum erwarten kann.

Andre Hopkins ist alles andere als Charakter, den ich irgendwann noch lieben werde, selbst, wenn sich alles noch zum Guten wenden würde. Man bemerkt eigentlich in jeder Episode, dass Hopkins Kelly Severide loswerden will und das, obwohl es mit dem längst verstorbenen Benny Severide zu tun hat. Mich nervt dieser Handlungsstrang wirklich. Zum einen, weil man in meinen Augen nicht schon wieder einen neuen Chief gebraucht hätte, zumal Kelly ohnehin die Captain-Prüfung abgelegt hat. Zum anderen nervt es mich aber auch deshalb, weil man quasi auf Biegen und Brechen einen Konflikt streut, der sich aber ewig lange aufbaut und es sich besonders nach der letzten Szene mit Hopkins so anfühlt, als würde es ohnehin im Sande verlaufen, was man uns dann auch noch als Versöhnung und Einsicht verkaufen will. Danke, nein. Darauf könnte ich wirklich gut und gerne verzichten. Nicht nur, dass Hopkins dabei extrem unsympathisch rüberkommt. Er ist schon wieder jemand, der der 51 schaden will. Während ich bei Dom Pascal noch nachvollziehen konnte, warum ihm die Regeleinhaltung so wichtig gewesen ist, habe ich bei Hopkins keinerlei Verständnis dafür. Wie gesagt, es liegt Jahre zurück und vor allem ist die Begründung für die interne Untersuchung völlig an den Haaren herbei gezogen. Wenn Kelly wirklich immer gegen die Vorschriften gehandelt hätte, wieso gab es da nie Konflikte, als Chief Boden und Pascal noch die Leitung hatten? Es ist zwar richtig, dass Kelly dann vielleicht eher und vor allem ganz zur Brandermittlung hätte wechseln sollen. Aber anderseits ist es doch auch gut, wenn Brandermittlung und Feuerwehr zusammenarbeiten, um einen Fall schneller aufzulösen bzw. zu lösen. An diesem Punkt dieser Handlung wurde für mich einfach noch einmal deutlich, dass es Hopkins tatsächlich um Vergeltung geht. Umsonst hätte er es auch nicht so betont, dass nicht mal ein Severide die Vorschriften umgehen kann. Dieser Mann muss wirklich einen üblen Groll aufgrund seiner Vergangenheit haben. Ich frage mich auch, ob die Zeit bis zum Staffelfinale ausreichen wird, um dies wirklich zur Zufriedenheit aufzuklären. Immerhin bröckelt Hopkins' strenge Fassade diesbezüglich schon. Zu bröckeln beginnt, weil er anscheinend bemerkt, dass Kelly doch anders als sein Vater ist. Das Problem ist jedoch, dass Hopkins diesen riesigen Stein schon selbst sehr deutlich ins Rollen gebracht hat und er sich in nächster Zeit nicht wundern muss und sollte, wenn starker Gegenwind auf ihn zukommt. Das hat er nämlich selbst zu verschulden.

Er merkt ja anscheinend selbst schon, dass er falsch gehandelt hat. Nicht nur, dass Stella Kidd ohnehin auf der Seite ihres Mannes steht und Hopkins das hätte klar sein müssen. Es ist jetzt auch schon das zweite Mal, dass er selbst bemerkt, wie gut Kelly in Sachen Brandermittlung ist, auch wenn er ihm natürlich mal wieder unter die Nase reiben musste, dass er am längeren Hebel sitzt. Wobei Hopkins ja eigentlich auch nur auf dem Schleudersitz hockt. Er wurde ja lediglich nur als Captain eingesetzt, weil so viele Battalion Chiefs entlassen worden sind. Also würde ich an seiner Stelle mal den Mund nicht allzu voll nehmen. Seine Tochter wäre sicherlich nicht begeistert davon, wenn sie herausfinden würde, dass ihr Vater dem Mann, der den Fall der Woche schnell gelöst hat, so übel mitspielen will. Mit Lucy Zambetti hat Hopkins ja noch jemand, die eher gegen ihn ist. Etwas amüsant ist das schon. Meine Vermutung, dass Lucy mit Stella zusammenarbeiten und sie unterstützen würde, erweist sich ja auch als richtig. Sehr schön und letztlich war es Hopkins selbst, der Lucy das 'nötige Werkzeug' in die Hand gedrückt hat. Seit ihrem ersten Auftauchen gab es schon einige Dinge, die bewiesen haben, dass Lucy nicht auf den Kopf gefallen ist und ihre Beziehungen nutzt, um Dinge zu erreichen und andere zu unterstützen. Dass sie Stella nun die alten Akten über Hopkins und Williams besorgt hat, könnte zwar nicht so nett für sie ausgehen, aber ich bin sicher, in diesem Fall stünde dann auch die Wache hinter Lucy. Zumal gleich zweimal betont wurde, wie besonders die 51 ist. Auch wenn ich die Sache rund um Hopkins eher nervig finde, hat mich diese dicke Akte doch neugierig gemacht und um welches unangemessenes Verhalten es denn genau geht. Sexuelle Beziehung? Beleidigungen gegen den Chief? Befehlsverweigerung? Mal sehen. Vielleicht ist es ja auch ein Mischmasch aus allem. Ich hoffe allerdings, dass es wirklich noch aufgeklärt wird. Mit dem Angebot von Catherine Hargrave an Kelly, könnte ich mir auch gut vorstellen, dass es gar keine Aufklärung gibt. Mit der Möglichkeit, dass Kelly der Nachfolger von Hargrave werden könnte, wäre er vollkommen aus der Schusslinie. Das würde aber nur wieder meine Vermutung bestätigen, dass es lediglich Füllmaterial wäre.

Somit hätte man die verschwendete Sendezeit auch mehr für Joe Cruz und Jamie Holt nützen können. Es ist so ziemlich das erste Mal, dass Cruz sich als Leutnant beweisen kann und seine Sache unglaublich gut macht. Seit der Flugzeugsache, die das große Crossover-Event bestimmt hat, zeigt seine Auswirkungen, allerdings viel zu kurz. Neben Stella und Cruz leidet auch Jamie noch immer und verständlicherweise unter den Folgen. Ich bin ja tatsächlich mal froh drüber, dass die Serie mal weitere Auswirkungen zeigt. Jamie leidet ziemlich deutlich unter PTSB und stößt alles und jeden von sich. Das Traurige hier ist eigentlich, dass seine eigene Wache anscheinend schon aufgegeben hat, an ihn herankommen zu wollen, weil Jamie alles abblockt und auch Stella wirkte hier ziemlich abgestumpft, die sonst trotz Stress, nicht so ist. Dafür durfte eben Cruz endlich mal unter Beweis stellen, dass er ein guter Leutnant ist und auf seine Leute Acht gibt. Ich fand das Gespräch zwischen ihm und Cruz sehr rührend. Ich bin mir zwar nicht mehr absolut sicher, ob es damals so extrem war, dass Cruz nach dem Tod von Brian 'Otis' Zvonecek tatsächlich über einen längeren Zeitraum nicht mehr zu Arbeit wollte, ich weiß aber, dass er eine große Trauer deswegen hatte. Es war allerdings sehr schön, mal wieder eine Erinnerung an Otis zu hören, da die letzte schon eine Weile her ist, und ich glaube, Jamie hat das auch geholfen. Ich vermute allerdings auch, dass es ziemlich das letzte Mal gewesen sein dürfte, dass wir Jamie gesehen oder auch nur etwas von ihm gesehen habe.

Ich konnte allerdings auch verstehen, weswegen man ihn in diesen Einsatz involviert ja, da der Gebäudebrand und Angelos Leichnam durchaus an die Flugzeugsache erinnert hat. Ansonsten hat für mich der Einsatz nur dazu gedient, Kelly und die Brandermittlung wieder miteinander zu verbinden.

Zuletzt haben wir dann noch Randall 'Mouch' McHolland, der mal wieder zum Stift greift. Ich habe es immer gemocht, wenn Mouch geschrieben hat. Es zeigte immer eine Seite von ihm, die sonst immer im Verborgenen bleibt, was eine totale Verschwendung ist. Diesmal schrieb er allerdings nicht eine fiktionale Geschichte, sondern sozusagen seine Memorien. Schade ist es, dass man das zum Ende der Staffel quasi reinquetscht, da ich eine Vorbereitung für die neue Staffel eher für ausgeschlossen halte. Die kurze Streitigkeit mit Christopher Herrmann fand ich realistisch, gerade weil sie eben schon so lange Freunde sind und es dabei um eine Sache ging, die nicht so oft zwischen den beiden thematisiert wird und zudem war Herrmann in meinen Augen genau der Richtige, Mouch zu sagen, was noch fehlt, gerade weil er ihn so gut kennt. Ich hoffe wirklich, wir hören noch einmal was von diesem Buch und ob Mouch doch noch berühmt wird, auch wenn ich nicht glaube, dass daraus eine große Handlung wird.

Fazit

Es war wieder mal eine Episode, die uns auf den letzten Metern dieser Staffel nicht wirklich weitergebracht hat und es sich eher um Füllmaterial handelt, was aber an einigen Stellen emotional überzeugen konnte.

Daniela S. - myFanbase

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