Bewertung: 6

Review: #3.09 Vergangenheit

Auch in dieser vorletzten Episode der ersten Hälfte der dritten Staffel bleibt "Switched at Birth" seinem aktuellen Qualitätsniveau treu. Es plätschert alles ein wenig vor sich hin und es fehlt leider immer noch eine Storyline, die die Zuschauer so richtig in den Bann zieht. Natürlich muss es auch immer mal wieder ruhigere Phasen innerhalb einer Serie geben, aber diese sind dann eben nicht gerade die aufregendsten Zeiten.

So hat #3.09 Vergangenheit vier durchaus nette Handlungsstränge zu bieten, von denen einige mehr und manche weniger überzeugen konnten, die aber alle auch nicht unbedingt der große Renner waren. Meine bisher liebste Geschichte dieser Staffelhälfte war immer die Krise in der Ehe von Kathryn und John. Nachdem diese in der letzten Folge durch Johns große Geste beigelegt wurde, sind die beiden nun aber plötzlich wieder vollkommen harmonisch und im Einklang. Das ging mir dann doch etwas zu schnell und so sehr ich mich besonders für Kathryn freue, so sehr vermisse ich die dabei ausgelassenen Schritte der Versöhnung. Denn wir haben die letzten Folgen gesehen, dass Kathryn ein wirklich tiefgründiges Problem hat und dies ist nun urplötzlich verschwunden? Einerseits habe ich mich über die Kennyshs und ihrem hochnotpeinlichen Swinger-Angebot köstlich amüsiert ("There is an ABBA you'd have group sex to?") und beide waren in diesen Momenten auch wirklich sehr charmant zu einander. Aber mir ging die Beilegung der großen Krise dann doch zu schnell und abrupt. Da fehlen mir einfach einige Zwischenschritte und ich weiß nicht, ob man uns Zuschauern suggeriert, dass John und Kathryn diese sozusagen offscreen geklärt habe, oder die einfach ausgelassen wurden. Dafür, dass diese Storyline bis dato so sorgfältig erzählt wurde, finde ich beide Versionen nicht gerade zufriedenstellend.

Ebenfalls wenig abgewinnen kann ich weiterhin der Beziehung von Bay und Tank. Mir geht es dabei wie Mary Beth, dass mir Tanks Festhalten an der Verbindung einfach suspekt ist und ich habe da von Grund auf wenig Bereitschaft, mir seine Motive dort zu bleiben, anzuhören. Zumal Tank dann eben auch sofort in die Eifersucht verfällt, als Bay ihm versucht ihre aktuellen Probleme zu erklären. Dass seine Reaktion, nachdem Bay die Wahrheit über Ty erfahren hat, Eifersucht auf Emmett ist, zeigt eigentlich nur, dass Bays Zweifel an Tank berechtigt sind. Vielleicht hat Tank ja auch Recht, sich um Emmett Gedanken zu machen, dass will ich nicht abstreiten. Denn es ist schon auffällig, wie harmonisch und gleichberechtigt die Unterhaltung zwischen Bay und Emmett ablief, ganz im Gegensatz zu ihrer Konfrontation mit Tank. Aber selbst wenn Tank berechtigten Grund zur Eifersucht hat, ist es doch einfach nur egoistisch, nach Bays Geschichte sowohl Ty als auch Emmett schlecht zu machen und wenig auf Bays Gefühle dazu zu achten.

Wesentlich besser hat mir dafür in dieser Folge alles rund um Daphne gefallen. Ihre Unsicherheiten und ihre Frustration in der Beziehung zu Angelo sind absolut nachvollziehbar und es ist nur schade, dass "Switched at Birth" diese Vater-Tochter-Beziehung nur so selten näher beleuchtet. Aber hier hat man ihr wirklich viel Zeit und Raum geschenkt und dabei sehr intensiv beleuchtet, wie schwierig diese für Daphne ist. Dazu kommt, dass Daphnes Liebeschaos eher auf kleiner Flamme weiterköchelt und überraschend locker behandelt wird, was eine wohltuende Abwechslung zu ihrem sonstigen Hang zum Drama ist.

Noch besser als Daphnes Geschichte hat mir in dieser Folge aber Toby gefallen. Seid er von Nikki getrennt ist, befindet sich sein Leben in der Warteschleife auf die Rückkehr seiner Frau. Die Frage ist für ihn nun, ob er weiterhin alles auf Pause setzen sollte, oder ob er in der Zwischenzeit einen neuen Weg einschlagen kann und möchte. Mit seiner Hilfe für Sharee und dem Talent, dass er dabei als deren Freund aber auch Nachhilfelehrer an den Tag legt, könnte er vielleicht auf die Idee kommen, ebenfalls Kindern und Jugendlichen zu helfen. Ob er dies aber an der Seite seiner Frau tun wird, ihr vielleicht nach Peru nachreist, oder ob er sich in seiner Heimat selbst eine neue Existenz aufbaut, kann man natürlich nicht sagen. Das gehört für mich aber zu den spannendsten Fragen der bevorstehenden Folgen von "Switched at Birth". Leider hat dieser wunderbare Aspekt dieser Episode rund um Toby aber auch meine frühere Befürchtung bestätigt, dass die Serie die ernsten Folgen von Sharees Situation zu Hause komplett unter den Tisch fallen lässt. Denn darüber verliert man hier kein Wort und man tut so, als sei bei ihr alles halbwegs in Ordnung. Das kann ich mir nach dem Zusammenbuch ihrer Mutter aber nun wahrlich nicht vorstellen.

Damit ist #3.09 Vergangenheit eine typische Folge dieser dritten Staffel. Neben den gelungenen Elementen gibt es eben leider auch immer Aspekte, die de Gesamteindruck schmälern. Hoffen wir, dass die zweite Hälfte der Staffel die Qualität wieder in der Breite abliefern kann.

Cindy Scholz - myFanbase

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