Bewertung

Review: #7.02 Das kleine Schwarze

Nach dem heftigen Ende der letzten Episode war sofort klar, dass diese zweite Episode alles andere als Leichtigkeit versprühen würde. Der andere Ton, der sich bereits ankündigte, wird in dieser Episode noch deutlicher. Zwischen all der Trauer und der Wut sind entsprechend nur wenige Lichtblick zu finden.

Schuldfrage

Natürlich sind es Carries Freunde, die nun wichtiger denn je sind. Miranda ist sofort für Carrie da, auch Charlotte versucht ihr zumindest beizustehen, muss aber selbst erst mal klarkommen und sogar Samantha meldet sich zumindest per Brief und Blumen. Die Verbindungen sind da, aber der Frohsinn ist natürlich weg. Carrie funktioniert in dieser Episode einfach, weil sie keine andere Wahl hat. Begonnen hat sie mit ihrer Trauer aber eigentlich noch nicht, da hilft auch ihr Mini-Ausbruch am Ende der Episode nicht wirklich. Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Episoden sicherlich noch einige emotionale Szenen geben wird. Diese hatte erst mal Charlotte übernommen, die sich wegen des Konzertes eine Schuld an Bigs Tod gibt. Der Gedanke ist nachvollziehbar, ich halte davon aber überhaupt nichts. Man trifft so viele Entscheidungen am Tag, da verliert man sich nur unnötig in möglichen Schuldzuweisungen. Big hätte ja auch einfach mal mitkommen können zum Konzert. Steve erklärt auch richtig, dass man auch den Hometrainer verantwortlich machen kann und Big hatte wirklich wie ein Wilder trainiert. Man würde wohl noch tausend weitere Gründe finden können. Dass Carrie Charlotte dann etwas von sich weist, weil sie mit ihrer "Schuld" eine noch größere Last ist, kann man absolut nachvollziehen. Da muss man als beste Freundin zu diesem Zeitpunkt einfach anders agieren und sein Ego erst mal hinten anstellen.

Ansonsten bleibt vom Abschied von Big eigentlich nur eine irgendwie seltsame Beerdigung, bei der man Andeutungen bezüglich der Sekretärin macht, die ich noch nicht richtig einzuordnen vermag. Die Rede von Bigs Bruder war ausgesprochen kurz und irgendwie makaber, auch wenn ich verstehe, was er meinte. Dass es für Big nun der beste Augenblick war zu gehen, weil er so glücklich war, ist ein äußerst schwacher Trost und ich hätte mir auch vorstellen können, dass Carrie in diesem Moment ausrastet oder einfach geht. Allerdings fand ich Mirandas Rede noch schlechter, fast schon zum Fremdschämen. Da fehlte jede Emotion, aber vielleicht liegt es auch daran, dass man diese Dramatik von "Sex and the City" überhaupt nicht gewohnt ist und man das für "And Just Like That..." erst noch akzeptieren muss und daher die Situation in der gesamten Episode einfach befremdlich ist. Insofern bleibt am Ende nur die Frage, was die Serie in den nächsten Wochen aus Carrie machen wird.

"Ich brauche keine weiße Anwältin"

Die Episode hat neben der Beerdigung einen starken Schwerpunkt auf Miranda, was einem aber erst so nach und nach bewusst wird. Zunächst sorgt sie mit ihrer Steifheit für die wenigen belustigenden Momente an der Uni bzw. in der U-Bahn. Und dieser Teil hatte mit ihrem beherzten Einsatz bei dem Diebstahlversuch sogar ein gutes Ende. Ihr Treffen mit Che Diaz bei der Beerdigung machte erst mal keinen guten Eindruck. Miranda mag mit ihren beschützenden Mutterinstinkten recht haben, aber ihr Sohn Brady ist nun mal auch schon fast erwachsen und da darf man auch anders auftreten. Doch auch diese seltsame Szene hatte sich dann wieder aufgelöst, als die Frauen von vorne anfangen und ihre eigentliche Verbindung erfahren. Trotzdem bleibt bei mir zurück, dass sie mit ihrer Rolle als Mutter durchaus ein paar Probleme hat, insbesondere mit ihrer versuchten Strafe, eine Woche die Freundin zu verbieten. Da scheint noch einiges im Argen zu liegen. Doch generell scheint Miranda mit ihrem Leben nicht zufrieden zu sein. Die Szenen aus dieser und der letzten Episode machen doch deutlich, dass Miranda ein Alkoholproblem haben könnte. Erst die Bar vor elf Uhr, dann der Wein beim Konzert, die Ausrede bei der Beerdigung, um Höherprozentiges zu bekommen, es summiert sich in eine bedenkliche Richtung und auch das könnte ein schwer im Magen liegendes Thema in der Staffel werden. Vielleicht hat man diese Auftaktdoppelfolge aber auch genutzt, um Big rauszuschreiben und die neuen Charaktere einzuführen und die eigentliche Serie startet erst mit der nächsten Episode so richtig.

Fazit

Es ist noch etwas zu früh, um die gesamte Serie richtig einzuordnen. Diese Episode war thematisch aber alternativlos sehr trist, alles andere als leicht, in ihrer Emotionalität aber auch alles andere als überzeugend. So sind es nur die Nebenschausplätze, die mehr zu überzeugen wissen, weil dort mehr das "alte" "Sex and the City" durchscheint.

Emil Groth - myFanbase

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