Timeless - Review des Piloten

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Zeitreisen sind ein beliebtes Thema in Fantasyserien. Manchmal verschlägt es die Charaktere völlig überraschend für eine Folge in eine andere Epoche, mal spielt die ganze Serie in verschiedenen Zeiten. Ob es nun "Doctor Who" oder "Legends of Tomorrow" ist, viele Zeitreiseserien tauchen automatisch tief ins Fantasy- oder Sci-Fi-Genre ein, spielen im Weltraum oder man begegnet allerlei übernatürlichen Kreaturen. In genau diesem Punkt unterscheidet sich "Timeless" von seinen Mitstreitern, denn eigentlich ist die Zeitmaschine das einzige Fantasy-Element in der Serie. Und so reist man nicht auf ferne Planeten, sondern kreuz und quer durch die US-amerikanische Geschichte. In dieser Hinsicht ist "Timeless" fast genauso Geschichtsserie, wie Fantasyserie.

Rewrite history before it's even written

Der Pilot startet actiongeladen mit einem geschichtlichen Ereignis, das nicht nur Amerikanern ein Begriff sein dürfte: Die Katastrophe der Hindenburg im Jahr 1937. Sicherheitshalber bekommt man das Unglück noch einmal gezeigt, wohl nicht zuletzt, um später als direkter Vergleich für die Veränderungen zu dienen, die die Zeitreisenden mit ihrem Eingriff in die Geschichte verursacht haben. Obwohl die Hindenburg nach einem ungeplanten Zwischenaufenthalt nun doch in Flammen aufging, hat diese Verzögerung schon gereicht, um die Geschichte zu verändern. Das ist die größte Lehre bei Zeitreisen: Egal, wie du in den Lauf der Geschichte eingreifst, es wird Konsequenzen für die Zukunft haben.

Genau darauf aber haben es die Widersacher angelegt: die Vergangenheit ändern, wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten ausschalten, damit die USA von Grund auf umgekrempelt wird. Ein ganz cleverer Ansatz, denn dieser rechtfertigt die wichtigen historischen Momente, die thematisiert werden. Und doch scheint es fast so, als würde mehr hinter Garcia Flynns (Goran Visnjic) Agenda stecken, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. So greift er Lucy Preston (Abigail Spencer) bei ihrem kurzem Aufeinandertreffen nicht an, sondern offenbart ihr nur, dass er ihr Tagebuch aus der Zukunft hat und nennt ihr den Namen Rittenhouse. Was auch immer sich hinter Rittenhouse verbirgt, es klingt ganz nach einer Verschwörung, die die Serie noch länger beschäftigen wird. Fürs Erste jedoch ändert das nichts daran, dass Flynn aufgehalten werden muss, bevor er mit seiner Mission weitermacht und sich munter durch die Geschichte mordet. Damit geht das Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Time Team und Flynn in die nächste Runde, denn auch wenn sie das Unglück der Hindenburg mehr oder weniger in Ordnung bringen konnten, Flynn ist schon wieder auf dem Weg zum nächsten Ereignis.

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Das Time Team

Bei der Konstellation des Teams ist man einen recht gewohnten Weg gegangen: Die taffe Wissenschaftlerin, der lustige Computernerd und der missionsorientierte Soldat. Als erstes lernen wir Lucy Preston kennen und bekommen in wenigen Szenen einen Grobüberblick über ihr Leben: Sie ist eine erfolgreiche und enthusiastische Geschichtsprofessorin, die in die Fußstapfen ihrer berühmten Mutter (Susanna Thompson) getreten ist und sich gemeinsam mit ihrer Schwester Amy (Bailey Noble) um die kranke Mutter kümmert. Ziemlich schnell ist klar, wieso ausgerecht Lucy für die Mission ausgewählt wurde, denn sie hat ein unglaublich detailreiches Wissen über die amerikanische Geschichte, was ihnen nicht nur ermöglicht, das Mutterschiff zu verfolgen, sondern auch vor Ort im Manchester Township der 30er Jahre durchzukommen. Egal ob Kleiderordnung, bekannte Persönlichkeiten oder richtige Wortwahl, Lucy kennt sich aus. Dabei merkt man Lucy die Begeisterung für dieses Abenteuer deutlich an. Kein Wunder, schließlich dürfte eine Zeitreise ja wohl der Traum schlechthin für jeden Historiker sein - all die Geschichten und Berichte selbst erleben, statt nur in Büchern und Quellen nachzulesen. Naja, zumindest bis sie die Kehrseite der Zeitreise am eigenen Leib zu spüren bekommt und ihr Leben auf einmal völlig auf den Kopf stellt. Plötzlich ist ihre Mutter wieder gesund, Lucy anscheinend verlobt und ihre Schwester existiert gar nicht mehr. Mal sehen, ob sie es schafft, das wieder in Ordnung zu bringen.

Während Lucy die Reise in die Vergangenheit genießt, sieht es für Rufus Carlin (Malcolm Barrett) schon etwas anders aus. Er war von Anfang nicht scharf darauf, Teil der Mission zu sein. Viel lieber würde er weiter hinter seinen Computern sitzen und die nette Kollegin Jiya (Claudia Doumit) anschmachten. Aber eine Zeitmaschine braucht nun mal einen Piloten und schon befindet sich Rufus mitten in den 30ern - und er hat es ja schon gesagt, für einen Schwarzen gibt es kaum einen guten Moment in der amerikanischen Geschichte. Die Serie scheut sich hier nicht, den damaligen Rassismus deutlich zu zeigen, ob Rufus nun hinten im Bus fahren muss, oder wie er von den anderen behandelt wird. Dabei hat mir die Szene im Gefängnis sehr gut gefallen. Einerseits, weil man das Team dort zum ersten Mal richtig zusammenarbeiten sieht und andererseits wegen Rufus' emotionalem Monolog. Rufus ist vom ersten Moment an sympathisch und doch lässt einen sein Gespräch mit Connor Mason (Paterson Joseph) aufhorchen. Denn wieso lässt der das Time Team abhören? Mit wissenschaftlichen Aufzeichnungen kann das wohl kaum etwas zu tun haben, sondern viel eher mit Spionage. Nur für wen? Homeland Security? Garcia Flynn? Dieses mysteriöse Rittenhouse?

Wyatt Logan (Matt Lanter) ist der Dritte im Bunde und für die nötige Feuerkraft zuständig, die es nun einmal braucht, wenn man einem Verbrecher durch Raum und Zeit folgt. Von ihm erfahren wir bis jetzt am wenigsten, da er seine Emotionen im Gegensatz zu den anderen beiden doch eher zurückhält. Nur einmal kommt seine militärisch-konzentrierte Einstellung etwas ins Wanken, und zwar als er auf die Journalistin Kate (Shantel VanSanten) trifft. Dass die ihn an seine verstorbene Frau Jessica (Tonya Glanz) erinnert, ist die erste richtig private Information, die wir von Wyatt erhalten und so wie die Geschichte erzählt wurde, bin ich mir sicher, dass wir da noch nicht das Letzte gehört haben.

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Fazit

Durch ihren Fokus auf historische Ereignisse hebt sich "Timeless" etwas von den anderen Zeitreise-Serien ab, die man normalerweise zu sehen bekommt. Gemeinsam mit dem Time Team jagt man Garcia Flynn kreuz und quer durch die Geschichte und versucht, die USA, wie wir sie heute kennen, zu erhalten. Ein gigantisches Unterfangen, wenn man bedenkt, welche unerwarteten Auswirkungen selbst die kleinsten Veränderungen auslösen können. Das grundlegende Konzept der Serie wurde im Piloten überzeugend präsentiert und ist sehr interessant und unterhaltsam. Jetzt bin ich gespannt, ob wir in den nächsten Folgen noch mehr über die Charaktere erfahren und vor allem ihre Beziehung untereinander noch stärker in den Mittelpunkt gerückt wird.

Denise D. - myFanbase

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