Die Conners - Review, Staffel 1

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In meiner Review zum Piloten hatte ich angemerkt, dass der Cast von "Die Conners" stark genug sei, um die Serie auch ohne Roseanne Barr tragen zu können und dass man sehen müsste, inwieweit die Trauer um die Hauptfigur Bestandteil haben wird. Hier kann ich schon mal sagen, dass die Handlungen zum Großteil eigenständig sind, auch wenn die Trauer um Roseanne natürlich noch immer stark im Fokus steht. Dennoch machen die Charaktere eine Entwicklung durch und können sich mehr oder weniger auf ihr eigenes Leben kontrieren.

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Vor allem gilt das für Darlene (Sara Gilbert), die nach der Trennung von David (Johnny Galecki) wieder bei ihren Eltern eingezogen ist und erkennen muss, dass ihr Ehemann mit Blue (Juliette Lewis) eine neue Freundin an seiner Seite hat, mit der er sehr glücklich zu sein scheint. Auch Darlene selbst nimmt ihr Liebesleben wieder auf, wodurch sie letztlich zu dem Entschluss kommt, sich von David scheiden zu lassen, um so einen klaren Schlussstrich ziehen zu können. Man hat hier wirklich gute Ansätze für Darlene geschaffen und, nach einem aussichtslosen Date, mit Ben (Jay R. Ferguson) einen Charakter eingeführt, der Darlene sowohl beruflich wie auch privat weiterbringen könnte. Wie wir bereits aus der Mutterserie wissen, ist Darlene wie einst ihrer Mutter dem Schreiben immer verbunden gewesen. Ich fand es gut, dass man diesen Fakt im Spin-Off aufgegriffen hat und dem Charakter dadurch auch stärker und alleinstehender gemacht hat. Leider war zum Ende dieser ersten Staffel bereits klar, dass ein erneuter Umzug (zusammen mit Ben und den Kindern) nach Chicago nicht in Frage kommt und man stattdessen annehmen muss, dass es in der potenziellen zweiten Staffel eine Wiedervereinigung zwischen Darlene und David geben könnte, bei der ich mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher bin, ob ich dieser positiv entgegen blicken sollte.

Foto: Die Conners - Copyright: 2018 Disney Media Distribution. All rights reserved; ABC/Robert Trachtenberg
Die Conners
© 2018 Disney Media Distribution. All rights reserved; ABC/Robert Trachtenberg

Allerdings hat eine Medaille immer zwei Seiten. Durch Beckys (Lecy Goranson) überraschende Schwangerschaft ist diese sehr verunsichert, ob sie ihr Kind behalten oder doch einem lesbischen Paar überlassen sollte. Auch in diesem Punkt zeigt sich deutlich, wie ähnlich Darlene ihrer Mutter doch ist und ihrer älteren Schwester den Halt und das Versprechen gibt, immer für sie da zu sein, sollte sie einmal nicht weiterwissen. Schon zu "Roseanne"-Zeiten gab es immer mal wieder sehr schöne Momente zwischen den Geschwistern, doch besonders bei diesem Handlungsbogen wird deutlich, dass die beiden Schwestern erwachsen geworden sind und so verstehen, wie schwer das Leben manchmal sein kann. In diesem Zusammenhang tat mir Becky unglaublich leid. Durch den Verlust von Mark (Glenn Quinn) hat sie vollkommen den Halt verloren und hat einzig und allein im Alkohol Halt gefunden, von dem sie nicht mehr losgekommen ist. Dazu kam in der zehnten Staffel "Roseanne" auch, dass sie für Andrea (Sarah Chalke) nicht als Leihmutter infrage kam, da sie schon zu alt sei. Überraschenderweise wurde sie durch einen One-Night-Stand schwanger. Auch hier hat man das beliebte Element aufgegriffen, dass Becky nicht weiß, wer der Vater ist. Anfangs war ich nicht glücklich über diese Tatsache, da es ziemlich abgedroschen ist. "Die Conners" baute mit Emilio (Rene Rosado) aber einen möglichen Vater ein, von dem ich mir sehr viel versprochen hatte. Allerdings wurde diese Möglichkeit bereits im Keim erstickt und man konstruierte den Handlungsbogen so um, dass Emilio ein illegaler Einwanderer ist, der wieder in seine eigentliche Heimat abgeschoben wird. Ich gebe dennoch den Gedanken nicht auf, dass wir ihn vielleicht doch noch einmal wiedersehen werden. Nach Marks Tod hat Becky meiner Meinung nach einmal ein bisschen Glück im Leben und der Liebe verdient.

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Ähnliches gilt auch für Jackie (Laurie Metcalf), die mit Peter (Matthew Broderick) zwar einen neuen Partner an ihrer Seite hat, man aber schon durch Dans (John Goodman) Anmerkungen bemerkt, dass diese Beziehung allem Anschein nach wieder in die Brüche geht; was man kurz vor dem Staffelfinale nur bestätigt bekommt. Ich hatte mir eigentlich erhofft, dass man Jackie über diese lange Zeitspanne, in der "Roseanne" abgesetzt war, mal ein bisschen an Reife gewinnen lässt. Wobei sie diese definitiv gewonnen hat, als sie Peter vor die Tür gesetzt hat. Trotzdem würde ich mir für diesen Charakter endlich einmal etwas Festes und Stabiles auf längere Zeit wünschen. Sehr gut hat mir in diesem Zusammenhang aber Dan gefallen, der zwar immer noch ab und zu von seiner Schwägerin genervt ist, dem man aber dennoch anmerkt, dass er sie nicht verlieren möchte und sie umso mehr verteidigt. Solche Szenarien gab es bereits in der Vergangenheit und ich bin froh, dass die Autoren diese im Spin-Off noch mehr unterstreichen.

Foto: Die Conners - Copyright: ABC Television Network
Die Conners
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In der ersten Episode von "Die Conners" hatte Dan mit am meisten mit Roseannes Tod zu kämpfen. Über die erste Staffel hat er sich mit dem Tod seiner Frau arrangiert und hat die Kraft gefunden, sich auf andere Dinge als nur seine Trauer zu konzentrieren. Vor allem Becky kann davon profitieren. Obwohl Dan mehr oder weniger dazu bereit ist, seiner ältesten Tochter einen Job auf seiner Baustelle zu geben, setzt er ihr das Ultimatum, vom Alkohol wegzukommen. Das unterstreicht, dass er sehr wohl wieder in der Lage ist, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Dennoch merkt man ihm an, dass er stets dankbar für die Hilfe seiner Tochter Darlene ist, zu der er schon immer ein besonderes Verhältnis hatte. Auch in Sachen Liebe wagen die Autoren einen Schritt, der aber noch immer viel zu früh ist, als man Louise (Katey Sagal), die einzig und alleine darauf aus war, mit Dan zu flirten, in einer Episode vorgestellt bekam. Wobei ich sagen muss, dass mir die Konstellation zwischen den beiden sehr gut gefallen hat und ich mich über ein Wiedersehen freuen würde.

Ein bisschen zu kurz kam für mich D.J. (Michael Fishman) und seine Familie, die ruhig ein bisschen mehr eigene Handlung vertragen könnten.

Interessant könnte auch in der potenziellen zweiten Staffel das Liebesleben von Harris (Emma Kenney) und Mark (Ames McNamara) werden, die in dieser Staffel bereits erste Anzeichen zeigen, dass sie langsam zu Teenagern heranwachsen und damit für einigen Trubel sorgen könn(t)en.

Fazit

"The Conners" hat die Feuerprobe durchaus bestanden und viele Dinge richtig gemacht. Für die potenzielle zweite Staffel würde ich mir wünschen, dass man die Vorwärtsrichtung beibehält und nicht wieder in alte Muster verfällt, wie es momentan den Anschein hat. Die Charaktere sind in meinen Augen stark genug, um das Spin-Off alleine tragen zu können und die altbekannten Gastdarsteller nicht unbedingt von Nöten, aber dennoch gerne gesehen.

Daniela S. - myFanbase

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