The Conners - Review des Piloten

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Eigentlich hatte der Sender ABC nach der erfolgreichen zehnten Staffel von "Roseanne" eine elfte Staffel bestellt, die in der Season 2018/2019 an den Start gehen sollte. Durch einen rassistischen Tweet von Hauptdarstellerin Roseanne Barr wurde diese kurzerhand wieder gecancelt und Barr entlassen. Trotzdem wollte der Sender nicht, dass der Rest des Casts dadurch arbeitslos wird und bestellte das Spin-Off "The Conners". Als großer Fan der Mutterserie war ich natürlich darauf gespannt, ob der Ableger funktionieren wird. Ja, ich hatte definitiv ein paar Zweifel. Ob diese berechtigt oder doch eher unberechtigt waren? An einer Sache hatte ich jedenfalls gar keinen Zweifel: Dass "The Conners" ohne Roseanne definitiv anders werden würde.

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Bereits im Vorfeld kamen verschiedene Theorien auf, wie man Roseanne Barr aus der Serie schreiben würde und eine Theorie hielt sich über die Monate sehr hartnäckig: Roseanne wird den Serientod sterben. Um ehrlich zu sein überraschte es mich nicht, als man in den ersten Sekunden von "The Conners" erfahren musste, dass Roseanne Conner bei ihrer Knie-OP gestorben ist. So unlogisch fand ich ihren Tod auch gar nicht. In der zehnten Staffel von "Roseanne" wurde man als Zuschauer davon Zeuge, dass Roseanne einen größeren Tablettenvorrat hatte, weil sie sich die dringend notwendige Operation einfach nicht leisten und die Schmerzen anders nicht aushalten konnte. Somit wurde ihr Tod für mich gut und auch nachvollziehbar erklärt. Allerdings erfahren die Conners selbst erst drei Wochen später, dass Roseanne nicht wie angenommen durch einen Herzinfarkt ums Leben kam, sondern eine Überdosis von Tabletten zu ihrem Ableben geführt hat.

Schon zu "Roseanne"-Zeiten hatte jeder der Conners seine eigene Art und Weise bei einem Verlust zu trauern. "The Conners" hat dieses Schema beibehalten und besonders bei Dan (John Goodman) und Jackie (Laurie Metcalf) wird sehr deutlich, wie sehr sie der Tod von Roseanne mitgenommen haben. Wie viele Jahre zuvor schon, kann Dan nur sehr schlecht mit Verlusten umgehen und zieht sich mit seiner Trauer zurück und verbringt die Nächte sogar auf der Couch. Erst als er erfährt, dass seine Frau an einer Tablettenüberdosis gestorben ist, sucht er die Schuldigen und macht Marcy Bellinger (Mary Steenburgen) für den Tod von Roseanne verantwortlich, da die Tabletten von ihr stammen. Seine Wut darüber ist so groß, dass er seine Nachbarschaft gegen Marcy aufhetzt und sich absolut im Recht fühlt. Zugegeben kann man ihn sogar ansatzweise verstehen, da ihr Tod hätte vermieden werden können. Allerdings hat die Sache einen Haken: Als Zuschauer wusste man nicht nur, dass Roseanne Tabletten gehortet hat, sondern dass diese auch von verschiedenen Leuten waren. Demnach fand ich Dans Entschuldigung auch sehr löblich, da er erkannt hat, dass nicht Marcy die Schuld trifft, sondern Roseanne sich bewusst dafür entschieden hat, Dan und ihrer restlichen Familie ihre Abhängigkeit zu verschweigen.

Neben Dan ist Jackie die zweite Person in der Familie, die nur sehr schwer mit dem Tod ihrer Schwester zurechtkommt. Seit der Beerdigung von Roseanne war sie rund um die Uhr bei den Conners, da sie diese nicht verlassen möchte. Mir tat Jackie wirklich sehr leid. Obwohl sie sich zu Roseannes Lebzeiten oft mit dieser gestritten hat und dann und wann mal Funkstille zwischen ihnen gewesen ist, haben sich die beiden immer geliebt und Roseanne war für Jackie immer wie ein Fels in der Brandung. Dadurch ist es vollkommen klar, dass sie nun nach einem neuen Halt sucht.

Völlig anders gehen Darlene (Sara Gilbert) und Becky (Lecy Goranson) mit ihrer Trauer um. Wobei ich sagen muss, dass die beiden gewisse Charakterzüge ihrer Tante und Mutter aufweisen. Während Becky vollkommen mit der Situation überfordert und am Weinen ist und sich der Verantwortung, wie einst Jackie bei ihrem Vater, entziehen möchte, da sie zu sehr an den Tod ihres Mannes Mark (Glenn Quinn) erinnert fühlt, ist Darlene die Starke in der Familie, die alles zusammenhält und für jeden da ist. Besonders bei Darlene wird für mich sehr deutlich, dass sie, wie es einst Roseanne gesagt hat, ihrer Mutter ziemlich ähnlich ist. Somit könnte Darlene das neue Oberhaupt der Familie werden, was durch das Opening, welches allerdings am Ende eingeblendet wird und Darlene auf Roseannes Platz zeigt, für mich unterstreicht.

In dieser ersten Episode von "The Conners" ist nicht nur die Trauer(feier) von Roseanne ein wichtiger Bestandteil, sondern auch das (überraschende) Outing von Darlenes Sohn Mark (Ames McNamara), bei dem Dan wirklich locker und gelassen reagiert hat und man sicherlich darauf gespannt sein kann, wie die Autoren hier weiter vorgehen werden.

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Fazit

Auf die Frage, ob "The Conners" auch ohne Roseanne Barr funktionieren wird, kann ich mit Ja antworten. Die erste Episode des Spin-Offs schafft es wunderbar zu überzeugen und unterstreicht, dass die restlichen Darsteller des Casts stark genug sind, um die Serie tragen zu können. Es bleibt natürlich fraglich, inwieweit die Trauer um Roseanne noch ein wichtiger Bestandteil sein wird und wie unterstützend dabei Gastdarsteller wie Natalie West alias Crystal, Estelle Parsons alias Beverly und James Pickens Jr. alias Chuck sein werden. Ich bin aber guter Dinge, dass "The Conners" auch danach zu überzeugen weiß.

Daniela S. - myFanbase

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