Die enttäuschendsten Momente 2008/2009
Platz 10: #4.22 Zur richtigen Zeit am richtigen Ort (How I Met Your Mother)

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Eine der Besonderheiten der Sitcom "How I Met Your Mother" ist, dass man trotz des Genres eine große serienübergreifende Handlung hat: Die Geschichte wie Ted Mosby seine zukünftige Ehefrau und Mutter seiner Kinder kennen lernte. Während man allerdings in Staffel 1 davon noch viel spürte, und die Thematik von Zeit zu Zeit aufgegriffen wurde, ging es danach mit dem Teil der Geschichte merklich zurück. Verständlich, weiß man doch nicht, wie lange die Serie laufen wird, und ob es nach dem Zusammentreffen der Mosbys für den Zuschauer nicht langweilig werden würde. Ich sehe diese Gefahr zwar persönlich nicht, denn mittlerweile haben wir alle Barney, Robin, Lily, Marshall und Ted doch so gern gewonnen, dass wir nicht mehr nur deshalb schauen. Aber nichtsdestotrotz gehören die Episoden, die sich um die Mutter drehen und die vielleicht noch mit den besonderen Möglichkeiten der Erzähltechnik spielen, die "How I Met Your Mother" so perfektioniert hat, immer wieder zu den absoluten Highlights. Woran liegt es also, dass #4.22 Right Place Right Time jetzt hier in unserer Flop-Liste auftaucht?

Right Place Right Time

Schlicht und einfach, weil man die ganze Folge darauf verwendet eine riesige Erwartungshaltung aufzubauen, und diese dann am Ende im totalen Nichts verpufft. Ted erzählt seinen Kindern, dass er an diesem speziellen Tag einen Spaziergang gemacht hat, und wenn nicht alle Kleinigkeiten, die seinen Weg beeinflusst haben, genau so gewesen wären, wie sie waren, dann hätte er ihre Mutter niemals getroffen. So weit so gut, jetzt ist der Zuschauer natürlich so dumm zu glauben, vielleicht ist es ja sogar die Mutter die er unter dem berühmten gelben Regenschirm ganz am Ende an der Ampel trifft, auch wenn einen natürlich leise Zweifel beschleichen, schließlich käme so eine Offenbarung doch sicher nicht zwei Folgen vor dem Staffelfinale. Aber man erwartet etwas ganz Großes, Serien-Veränderndes, was am Schluss passieren würde. Bis dahin wird allerdings mehrfach zurückgespult in der Geschichte, wir erfahren warum Ted nicht zu seinem üblichen Bagels-Laden gegangen ist, warum er am Zeitungsstand anhielt und warum er seit geraumer Zeit jeden Tag einem ganz bestimmten Obdachlosen einen Dollar gibt. Und dann ist es endlich soweit, jemand tippt Ted auf die Schulter, und es ist, Trommelwirbel… Stella.

Wie bitte, Stella? Die Stella, von der seit geraumer Zeit feststeht, dass sie nicht die Mutter ist? Meine Enttäuschung in diesem Moment war riesig, und auch nachdem in den darauf folgenden Episoden geklärt wurde, warum Teds Treffen mit Stella so wichtig war, denn durch Stellas Ehemann kam Ted zu der Erkenntnis seine Architekturkarriere an den Nagel zu hängen und lieber Architektur an der Universität zu unterrichten, und in einer seiner Klassen trifft er später die Mutter, bleibt doch ein fader Beigeschmack für diese Episode übrig. Denn warum sollte Ted bitteschön in seinen Gedanken alle Menschen, die er auf seinem Spaziergang getroffen hat herzlich umarmen und einen Freudentanz aufführen, wenn es nicht die Mutter ist, die ihm begegnet? Sondern seine Ex-Verlobte, die ihm bitter wehgetan hat?

Platz 10 unserer Liste der enttäuschendsten Momente der vergangenen Season gebührt somit Stella unterm Regenschirm, welcher eine einzige große Enttäuschung war.

Cindy Scholz - myFanbase

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