DVD-Rezension: Downton Abbey, Staffel 6

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Foto: Matthew Goode, Michelle Dockery & Allen Leech, Downton Abbey - Copyright: 2016 Universal Pictures / Nick Briggs
Matthew Goode, Michelle Dockery & Allen Leech, Downton Abbey
© 2016 Universal Pictures / Nick Briggs

Mit der am 4. August 2016 im deutschen Handel auf DVD und Blu-ray erschienenen sechsten Staffel geht die britische Familiensaga "Downton Abbey" nun endgültig in die letzte Runde. Und während die finale Staffel von "Downton Abbey" in ihrem Heimatland Großbritannien auf ITV bereits ab September 2015 Premiere feierte, warteten die deutschen Fans bisher vergeblich auf eine Free-TV-Ausstrahlung. Denn die sechste Staffel war bisher nur über diverse Video-on-Demand-Anbieter oder ab Juni 2016 auf dem Pay-TV Sender Sky Atlantic HD zu sehen. Neben einem Wiedersehen mit vielen in den letzten Jahren liebgewonnenen Darstellern wie Maggie Smith, Hugh Bonneville, Michelle Dockery, Joanne Froggatt, Brendan Coyle und Jim Carter, gibt es auch in der sechsten Staffel wieder einige neue Gesichter zu entdecken. Denn nicht nur Fanliebling Allen Leech ist an das "Downton Abbey" Set zurückgekehrt, auch bekannte Darsteller wie Sebastian Dunn ("Arrow") und Matthew Goode ("Good Wife") bereichern die sechste Staffel.

Inhalt

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© 2016 Universal Pictures

Im Jahre 1925 drängen die weitreichenden gesellschaftlichen Veränderungen auch Lord Grantham (Hugh Bonneville) und seine Familie zum handeln. Doch während immer mehr seiner Freunde und Nachbarn ihre herrschaftlichen Häuser aufgeben, kämpft die Familie darum, auf Downton bleiben zu können. Dies hat allerdings zur Folge, dass zumindest Kürzungen des Personals auf dem Programm stehen, was die Bediensteten des Hauses in große Aufruhr versetzt. Und während einige der Angestellten, wie Carson (Jim Carter), Anna Bates (Joanne Froggatt) oder auch Thomas Barrow (Rob James-Collier) sich nicht vorstellen können, jemals etwas anderes zu tun, als zu dienen, strecken Daisy (Sophie McShera), Mr. Mosley (Kevin Doyle) und Andy (Michael Fox) ihre Fühler auch in andere Berufszweige aus. Doch auch der Feminismus ist mittlerweile auf dem Vormarsch und macht auch nicht vor den Damen auf Downton Halt. Während sich Cora (Elizabeth McGovern) immer mehr ehrenamtlich engagiert, will Lady Mary (Michelle Dockery) in die Fußstapfen ihres Schwagers Tom Brenson (Allen Leech) treten und die Verwaltung von Downton Abbey übernehmen. Lady Edith (Laura Carmichael) überlegt unterdessen, ganz nach London zu ziehen, um sich noch intensiver um den Verlag kümmern zu können. Doch auch in Liebesdingen stehen einige Veränderungen an und es scheint, als würde Lady Edith dieses Mal eine bessere Partie an Land ziehen als ihre Schwester Lady Mary.

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Rezension

Foto: Downton Abbey - Copyright: 2016 Universal Pictures
Downton Abbey
© 2016 Universal Pictures

Nun heißt es wohl tatsächlich Abschied nehmen, denn nach sechs wunderbaren Staffeln streicht die mehrfach ausgezeichnete britische Dramaserie "Downton Abbey" endgültig die Segel. Sechs Staffeln lang begleiteten Fans auf der ganzen Welt das spannende Leben der aristokratischen Crawley-Familie und ihrer Angestellten. Mit seinem unvergleichlichen Charme schaffte es "Downton Abbey" Staffel für Staffel immer wieder aufs Neue, den Zuschauer zu verzaubern und in eine längst vergangene Epoche zu entführen. Zusammen mit der Crawley-Familie haben wir oft geschmunzelt, wenn Mrs. Patmore (Lesley Nicol) mal wieder durch ihr vorlautes Mundwerk aufgefallen ist, uns erbost entrüstet über Sarah O'Briens (Siobhan Finneran) Intrigen, ehrfürchtig vor Carsons Loyalität geschaudert, gebannt den Entwicklungen der damaligen Zeit gefolgt oder auch mit ihnen Lady Sybils (Jessica Brown Findlay) und Matthews Crawleys (Dan Stevens) tragischen Tod betrauert. Dabei nahm "Downton Abbey" immer wieder Bezug zu historischen Eckdaten und geschichtlichen Veränderungen, die im Laufe der vielen Jahre in der wir die Familie begleiten durften, passierten und ließen uns ebenfalls teilhaben an ihren zahlreichen familiären Dramen. Sechs Staffeln lange haben wir Fans, dank des großartigen Drehbuchs, den atemberaubenden Kulissen und den wirklich herausragenden Schauspielern, eine Serie auf allerhöchstem Niveau geschenkt bekommen und ein unvergleichliches Wechselbad der Gefühle durchlebt, denn "Downton Abbey" gelang es immer, gekonnt diverse Emotionen zu wecken und den Zuschauer komplett zu verzaubern.

Foto: Jim Carter & Phyllis Logan, Downton Abbey - Copyright: 2016 Universal Pictures / Nick Briggs
Jim Carter & Phyllis Logan, Downton Abbey
© 2016 Universal Pictures / Nick Briggs

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge starten wir nun in die finale und letzte Staffel von "Downton Abbey". Auf dem ersten Blick hat sich nicht viel verändert seit der fünften Staffel, doch das Leben 1925 in England entwickelt sich stetig weiter, auch wenn die Zeit auf Downton stehen zu bleiben scheint. Aber der Wandel der Aristokratie schreitet stetig voran und so muss man auch auf Downton irgendwann erkennen, dass ein Leben, so wie es die Crawleys führen, nicht mehr zeitgemäß ist. Doch während die Familie selber sich gut damit anzufreunden scheint, dass man sich in Zukunft zum Beispiel wohl selber ankleiden und auf Zofen verzichten wird, führt dieser Wandel eher Downstairs zu Problemen. Gewohnt authentisch schaffen es die diversen Verantwortlichen die Stimmung der damaligen Zeit mühelos an den Zuschauer zu transportieren. Denn während sich einige der Bediensteten weiterbilden und in andere Bereiche orientieren, nagt der Zahn der Zeit besonders an dem Unterbutler Thomas Barrow, dessen Tage gezählt zu sein scheinen. Und die Autoren hätten sich keine perfektere Rolle als Beispiel aussuchen können, da gerade Thomas wohl einer der vielschichtigsten Charaktere auf Downton, zumindest in den unteren Räumen, ist. Gewohnt ausdrucksstark, ohne dabei zu bedrückend zu wirken, schafften es die Verantwortlichen somit mühelos diesen Wandel der Zeit zum Zuschauer zu transportieren. Etwas zu gewollt schien mir dagegen die krampfige freundschaftliche Vereinigung zwischen Upstairs und Downstairs. Denn man beließ es nicht dabei, dass die Familie Crawley bei jeder Gelegenheit in die unteren Räume geführt wurde, sondern schaffte immer wieder Verbindungen wie Carsons und Mrs. Hughes (Phyllis Logan) Hochzeit, ließ die Crawleys in Mrs. Patmores Bed-and-Breakfast-Pension auflaufen und zuletzt auch noch Anna ihr Baby in Lady Marys Bett gebähren.

Foto: Laura Carmichael, Elizabeth McGovern & Michelle Dockery, Downton Abbey - Copyright: 2016 Universal Pictures / Nick Briggs
Laura Carmichael, Elizabeth McGovern & Michelle Dockery, Downton Abbey
© 2016 Universal Pictures / Nick Briggs

Ein weiteres großes Thema in der sechsten Staffel war der immer weiter voranschreitende Feminismus. Hier wurden besonders Lady Mary und Lady Edith in den Vordergrund gestellt, indem sich beide nicht mehr nur auf dem Geld des lieben Papas ausruhen oder einen reichen Ehemann finden wollten, sondern ihr Leben selbst in die Hand nahmen. Da beide Frauen nicht gegensätzlicher sein könnten, schaffte man auch hier einen schönen Bogen in zwei zwar unterschiedliche Richtungen, aber mit dem gleichen Ziel. Und auch wenn einige weitere Handlungsstränge leider teilweise etwas dürftig waren, schafften die Autoren auch immer wieder einen schönen Bogen zu vergangenen Staffeln und hüllten die sechste Staffel damit in eine behagliche Wohlfühlatmosphäre. Immer wieder wurde ein Bezug zu alten Charakteren, wie Sybil und Matthew, geschaffen oder mit Nebenhandlungssträngen, wie die des früheren Hausmädchens Gwen (Rose Leslie), an vergangene Zeiten erinnert. Die acht Episoden fliegen nur so an einem vorbei und bieten dem Zuschauer gewohnt kurzweilige Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau. Und auch wenn der Abschied von "Downton Abbey" wirklich schmerzt, so kam er doch zur rechten Zeit. Denn die Geschichte der Familie Crawley ist einfach zu Ende erzählt und eine weitere Staffel würde nur zu fehlender Authentizität und Glaubwürdigkeit führen. Doch mit diesem gelungenen und passenden Abschluss, fällt es leicht die Crawleys gehen zu lassen und das Wissen in sich zu tragen, eine der großartigsten Serien dieser Zeit miterlebt zu haben.

Specials

Neben der obligatorischen Weihnachtsepisode, die in Großbritannien auch tatsächlich immer erst zu Weihnachten und nicht im Anschluss an die laufende Staffel ausgestrahlt wird, gewähren die unten folgende Menüpunkte dem Zuschauer wieder einen Blick hinter die Kulissen von "Downton Abbey":

  • Die Autos von Downton
  • Lebe Wohl Highclare
  • Zeiten ändern sich
  • Vorschau auf die Special-Episode von Staffel 6


Technische Details

Erscheinungstermin: 4. August 2016
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: ca. 519 Minuten (8 Episoden + Weihnachtsspecial)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

"Downton Abbey" bleibt sich und seinem überaus hohem Niveau auch in der sechsten Staffel treu und hält für Fans der Serie einen schönen Abschluss bereit. Und auch wenn es schwer ist mit der sechsten Staffel nun endgültig Abschied von dieser großartigen Ausnahmeserie zu nehmen, bin ich doch dankbar dafür, was Julian Fellows und sein Team hier auf die Beine gestellt haben. "Downton Abbey" ist und bleibt eine Serie auf allerhöchstem Qualitätsstandard die noch lange nach ihresgleichen suchen wird.

Nina V. - myFanbase

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