DVD-Rezension: Hemlock Grove, Staffel 1

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Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Brian McGreevy und von dem ausführenden Produzent Eli Roth und Serienmacher Charles H. Eglee in eine Mysteryserie umgesetzt, wurde "Hemlock Grove - Das Monster in Dir" für den Onlinestreaming-Anbieter Netflix produziert. Während in den USA die finale dritte Staffel bereits ab dem 23. Oktober 2015 verfügbar sein wird, konnten die deutschen Zuschauer die erste Staffel ab dem 6. Dezember 2013 bisher über den Video-on-Demand-Anbieter Lovefilm (heute Amazon Instant Video) abrufen. Neben dem Zugpferd der Serie, Famke Janssen, sind mit Landon Liboiron, Dougray Scott, Penelope Mitchell, Freya Tingley und Kaniehtiio Horn weitere bekannte Seriengesichter in Hauptrollen zu sehen.

Inhalt

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Als in dem kleinen Städtchen Hemlock Grove eine 17-jährige Schülerin auf brutale Weise ermordet aufgefunden wird, beginnt die Jagd nach dem Schuldigen. Während Sheriff Tom Sworn (Aaron Douglas) völlig überfordert mit der Situation ist, begeben sich auch die beiden Jugendlichen Peter Rumancek (Landon Liboiron) und Roman Godfrey (Bill Skarsgård) auf die Suche nach dem Mörder. Denn der geheimnisvolle Roman, der aus der einflussreichsten Familie der Stadt stammt, und sein neu nach Hemlock Grove zugezogener Freund und Werwolf Peter geraten auf Grund ihrer eigenen Eigenartigkeit schnell selber unter Verdacht. Doch nicht nur Roman und Peter scheinen anders zu sein, denn schnell wird klar, dass so ziemlich jeder in Hemlock Grove ein Geheimnis hütet. Angefangen bei Romans Cousine Letha Godfrey (Penelope Mitchell), die plötzlich schwanger ist, angeblich ohne Sex gehabt zu haben, bis hin zu Dr. Johann Pryce (Joel de la Fuente), dem Leiter der mysteriösen Biotech-Firma Godfrey Industries.

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Rezension

Foto: Landon Liboiron & Famke Janssen, Hemlock Grove - Copyright: Concorde Home Entertainment
Landon Liboiron & Famke Janssen, Hemlock Grove
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Es ist so schade, wenn man eigentlich was rundherum Positives schreiben möchte, weil der Kopf einem sagt, dass alles richtig gemacht wurde, man aber von seinem Gefühl davon abgehalten wird. Denn es gibt durchaus einiges, was mich an "Hemlock Grove" wirklich schwer begeistert hat und man spürt als Zuschauer förmlich wie viel Mühe sich in den Details gegeben wurde, die ich auch gerne honorieren möchte. Also fangen wir doch mit den positiven Eckpunkten an. "Hemlock Grove" liefert dem Zuschauer eine völlig neue Story des gerade doch sehr gängigen Vampir-Werwolf-Mystery-Genres und hüllt die ganze Serie in eine herrlich melancholische Atmosphäre, mit großartigen Bildern, phantastischen Darstellern und einem sehr passenden und dabei nicht zu aufdringlichen Soundtrack. Auch die Charakterausarbeitung in "Hemlock Grove" ist absolut beispielhaft und gewährt dem Zuschauer bei jedem einzelnen Charakter einen tiefen Blick in dessen Seele und enthüllt, dass nicht nur die offensichtlichen Monster dämonische Seiten an sich haben. Und von dieser Ausarbeitung, die ganz weit von einem Kratzen an der Oberfläche entfernt ist, könnten sich so manche Serien ein dicke Scheibe abschneiden. Denn was "Hemlock Grove" hier in dreizehn Folgen schafft, gelingt anderen Serien leider nicht mal über etliche Staffeln. Doch den Autoren ist es nicht nur gelungen, die Charaktere hervorragend herauszuarbeiten, sondern schlicht und einfach auch unglaublich interessante Charaktere zu erschaffen. Von der missgestalteten Shelley Godfrey (Nicole Boivin), über die Femme Fatale Olivia Godfrey (Famke Janssen) bis hin zur mysteriösen Dr. Clementine Chasseur (Kandyse McClure), kann ich hier nur einige nennen, obwohl tatsächlich so gut wie jeder Charakter hier eine Erwähnung wert wäre. Ein großes Lob gebührt hierbei auch den Darstellern, besonders da der Cast ja hauptsächlich aus jungen Schauspielern besteht. Doch die junge Riege musste sich hinter den alten Hasen keinesfalls verstecken, sondern spielt sich wahrhaft glanzvoll aus deren Schatten hervor. Besonders beeindruckt hat mich hier Kandyse McClure, die ich schon als Lt. Anastasia Dualla aus "Battlestar Galactica" kannte. Doch auch, für mich persönlich völlig neue Gesichter, wie Bill Skarsgård (der Bruder von Alexander Skarsgård), Landon Liboiron ("Terra Nova", "Life Unexpected"), Freya Tingley ("Once Upon a Time"), Penelope Mitchell ("Vampire Diaries") und Nicole Bovin werden mit Sicherheit in meinem Gedächtnis bleiben.

Auch storytechnisch hebt sich "Hemlock Grove" von anderen gängigen Formaten ab und definiert nicht nur den Vampir-Werwolf-Mythos völlig neu, sondern setzt auch seine Schwerpunkte völlig anders. Denn im Mittelpunkt von "Hemlock Grove" steht weder eine schon ewig durchgekaute "Wir können nicht zusammen sein"-Lovestory, noch driftet die ganze Geschichte ins Teenie-Genre ab. Mit viel Authentizität wird hier die aufkeimende Freundschaft zwischen einem Werwolf und einem Vampir gezeigt, ohne sentimentalen Kitsch oder schwülstige Dialoge. Und auch die Special-Effects in "Hemlock Grove" können sich durchaus sehen lassen und ich muss unumwunden zugeben, dass ich hier die wohl für mich beste Darstellung einer Werwolf-Verwandlung gesehen habe. Auch bei den diversen bluttriefenden Szenen geht die Kamera zwar ziemlich direkt drauf, aber ohne, dass das Ganze jemals billig wirkt oder ins Splatter-Genre abdriftet.

Foto: Bill Skarsgård & Landon Liboiron, Hemlock Grove - Copyright: Concorde Home Entertainment
Bill Skarsgård & Landon Liboiron, Hemlock Grove
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Nach all den Lobeshymnen müsste man ja nun eigentlich denken, dass "Hemlock Grove" der neue Stern am Serienhimmel ist, doch leider blieb ein entscheidender Faktor völlig unbeachtet. Denn neben den perfekt ausgearbeiteten Charakteren und einer eigentlich guten Hauptstory, fehlte es "Hemlock Grove" schlicht und einfach an Spannung. Man bekam mal hier ein Bröckchen und da ein Häppchen, aber die ganze Story zog sich unheimlich zähflüssig und es fehlte leider durchweg an Tempo. Zwischenzeitlich wurden immer wieder viele Fragen aufgeworfen, aber nur wenige beantwortet. Prinzipiell habe ich da kein Problem mit, da diese Art der Fernsehunterhaltung auch bei Serien wie "Twin Peaks", "Lost" oder sogar "Pretty Little Liars" funktioniert hat und einen eher mehr an die Serie fesseln sollte. Doch leider hat dieses Prinzip bei "Hemlock Grove" für mich persönlich nicht funktioniert, da mir die Auflösung der aufgeworfenen Fragen dann meistens schnell wieder egal war oder es so nebenbei erzählt wurde, dass dem ganzen einfach die Brisanz genommen wurde. Zwar muss ich zugeben, dass die Autoren bei der letzten Episode nochmal alles gegeben haben und einige tolle Überraschungseffekte aus dem Ärmel gezaubert wurden, doch das hätte ich mir einfach für die komplette Staffel gewünscht.

Specials

Die Extras auf der DVD können sich durchaus sehen lassen und es erwarten den Zuschauer satte 38 Minuten Bonusprogramm. In den verschiedenen Featurettes kommen Autoren, Serienmacher und Schauspieler zu Wort und erläutern ihre Sicht auf die Entstehung von "Hemlock Grove". Unterteilt sind die Specials in folgende Themen:

  • Gestört in jeder Hinsicht
  • Anatomie eines Mordes
  • Märchen für Erwachsene
  • Es schmerzt so gut
  • Das Monster in Dir
  • Der Rost unter der Oberfläche


Technische Details

Erscheinungstermin: 8. Oktober 2015
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 624 Spielminuten (13 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch

Fazit

Schade, etwas mehr Tempo und Spannung im Verlauf der ganzen Staffel und ich wäre an Bord gewesen. Mit toller Charakterarbeit und Grundszenario hatte man nämlich eigentlich eine tolle Basis gelegt.

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Nina V. - myFanbase

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