DVD-Rezension: "Copper - Justice Is Brutal", Staffel 2

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Copper - Justice Is Brutal
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In der zweiten Staffel von "Copper - Justice is brutal", der ersten von BBC America produzierten Serie, müssen die Charaktere nach dem amerikanischen Bürgerkrieg noch immer ihr Leben im New Yorker Einwandererviertel, dem so genannten Five Points, meistern. Die dreizehn Episoden der zweiten Staffel wurden vom 23. Juni 2013 bis zum 22. September 2013 auf dem amerikanischen Sender ausgestrahlt. Drei Tage vor dem Staffelfinale wurde bekannt gegeben, dass die Serie wegen schlechter Einschaltquoten eingestellt und nicht in eine dritte Staffel verlängert wird. In Deutschland war die Serie bislang nur auf dem Pay-TV-Sender Sky Atlantic HD zu sehen.

Inhalt

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New York, 1864: Noch immer werden die Five Points von Korruption, Chaos und Gewalt beherrscht, so dass der irisch-stämmige Polizist Kevin "Corcy" Corcoran (Tom Weston-Jones) zusammen mit seinen Kollegen auch weiterhin für Recht und Ordnung sorgen muss, wobei er das Gesetz nicht immer ganz genau nimmt. Doch ein neuer Wind weht durch die Straßen, denn der ehemalige Bürgerkriegsgeneral Brendan Donovan (Donal Logue) kehrt zurück und übernimmt die Leitung des sechsten Reviers. Schnell scheint es allerdings, dass hinter den guten Absichten des Generals wenig Ehrbares steckt. In seinem Privatleben muss sich Kevin ganz anderen Problemen stellen: nachdem er seine Frau Ellen (Alex Paxton-Beesley) wiedergefunden hat, die von seinem besten Freund Francis Maguire (Kevin Ryan) versteckt wurde, versuchen Kevin und Ellen ihre Ehe wieder aufzubauen, aber häufige Zwischenfälle mit dem Straßenmädchen Annie Reilly (Kiara Glasco) erschweren dies.

Auch Kevins Freunde müssen ihr Leben in den Five Points meistern. So bereiten sich Robert Morehouse (Kyle Schmid) und Elizabeth Haverford (Anastasia Griffith) auf ihre Hochzeit vor, doch die unerwartete Festnahme des Revolutionärs Robert Cobb Kennedy (Aaron Poole) führt zu Problemen. Im Hause des Arztes Matthew Freeman (Ato Essandoh) kommt es zu Streitereien, als der Arzt sich entschließt wieder in die Stadt zu ziehen, um dort seine Praxis zu führen. Für seine Frau Sara (Tessa Thompson), die ihre Vergangenheit noch nicht bewältigt hat, wird das zur Herausforderung, doch die Freundschaft mit Bordellbesitzerin Eva Heissen (Franka Potente) gibt ihr die notwendige Kraft.

Rezension

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Kiara Glasco & Tom Weston-Jones, Copper - Justice Is Brutal
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Während mir die erste Staffel nur mäßig gefiel, zum Teil weil ich damals irgendwie mit mehr Krimi- als mit Drama-Aspekten gerechnet hatte, überzeugte mich die zweite Staffel bis zur zwölften Episode ungemein. Vor allem lag das sicherlich an den Handlungssträngen der Hauptcharaktere, die ich diesmal wesentlich gelungener fand. Da Ellen wieder aufgetaucht ist, muss Kevin erkennen, dass die frühere traute Zweisamkeit nach all den Ereignissen natürlich nicht mehr vorhanden ist. Für das Paar gilt es daher einen Weg zu finden, die Ehe wieder aufzubauen und Vertrauen zurückzugewinnen, doch was leicht daher geschrieben ist, entpuppt sich für das Paar als unglaublich schwierig. Zumal Annie, die mir in dieser Staffel nicht so sehr auf die Nerven ging wie in der letzten, immer wieder mit ihrer Art für Unstimmigkeiten sorgt, wodurch Kevin zwischen den beiden Frauen des Hauses hin- und hergerissen ist. Die Entwicklungen, die die drei Figuren in dieser Beziehung machen, sind verständlich und realistisch dargestellt, was gerade bei Kevin dazu führte, dass er für mich nicht mehr so schizophren wie noch in der ersten Staffel wirkte. Auch der neu eingeführte Charakter des Brendan Donovan konnte auf ganzer Linie überzeugen. Wirkt er zuerst noch wie eine rechtschaffene Person, machen sich nach und nach Zweifel an seinen guten Absichten breit, bis man am Ende tatsächlich erfährt, dass er zu den größten Schurken dieser Staffel zählt.

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Tessa Thompson & Ato Essandoh, Copper - Justice Is Brutal
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Zu meiner Lieblingshandlung gehörte vor allem die von Matthew und seiner Frau Sara, von denen ich gerne noch sehr viel mehr gesehen hätte. Sara, die sich in Staffel 1 vor allem durch ihre Verzweiflung über den Verlust ihrer Brüder auszeichnete, zieht aus der unerwarteten Freundschaft zu Eva plötzlich die Kraft, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Nach ihrem Entschluss mit ihrem Mann in die Stadt zurückzukehren, folgt nach der Hochzeit der Morehouses meine Lieblingsszene, in der sich Sara entschließt den Laternenpfahl abzureißen, an dem ihre Brüder bei den Unruhen gestorben sind. Für mich der emotionalste und bedeutendste Moment der Serie! Auch danach kann die Handlung des Paares punkten, als Saras Mutter (Alfre Woodard) nach dem Freikauf von Elizabeth zu ihnen zieht. Das moralisch korrekte Verhalten von Hattie Lemaster zeigt dem Zuschauer deutlich auf, wie korrupt und roh das Leben in den Five Points ist, an das sich die Einwohner schon längst gewöhnt haben, zum Beispiel als sich zwei Feuerwehreinheiten darüber streiten, wer den Brand löschen darf, während das Haus gerade in Flammen steht.

Absolut nichts anfangen konnte ich in dieser Staffel mit Robert Morehouse und Elizabeth Haverford. Mich interessierte weder die Hochzeit, noch der Prozess von Robert Cobb Kennedy, der zu Spannungen des frisch getrauten Paares führte, noch die Opiumsucht von Elizabeth Haverford, was sicherlich auch daran liegt, dass ich beide Figuren unsympathisch finde. Ich hätte daher komplett auf die beiden verzichten können und mir dafür mehr Szenen von Eva und Kevins Freund, Francis Maguire, gewünscht, die zwar ihre eigenen Handlungsbögen bekamen, aber deren Geschichten für mich trotzdem irgendwie eher nebensächlich und weniger bedeutsam als die der anderen wirkten.

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Franka Potente, Copper - Justice Is Brutal
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Neben den Handlungssträngen der Charaktere gilt es für die Copper der Five Points auch Fälle zu lösen. Da wäre die Festnahme von Buris "Buzzy" Burke (Noah Danby), der sein Unwesen in dem Viertel treibt - und die erste blutige Szene der Serie liefert, als er Eva einen tiefen Schnitt am Rücken verpasst -, das unerklärliche Verschwinden von mehreren Kindern und die Geiselnahme in der Polizeistation durch den Geldfälscher Philomen Keating (Lee Tergesen). Alles Fälle die zwar gut unterhalten, die ich aber persönlich nicht so spannend fand. Richtig überzeugend hingegen ist der Mord von Steven Bartlett, dessen schnelle Aufklärung nicht nur mir, sondern auch Kevin zu einfach erschien, bis nach und nach herauskommt, dass der Mord politisch motiviert ist. Nach diesem Fall, der seinen Höhepunkt in der zwölften Folge hat, hätte für mich die Staffel enden können, denn die dreizehnte Episode dreht sich darum, wie Matthew, Kevin und Robert gemeinsam versuchen den Mörder von Lincoln zu fassen. Sicherlich waren die dabei aufkommenden Geschichten, die sich mit der Vergangenheit der drei im Bürgerkrieg befassten, nicht uninteressant, aber zu diesem Zeitpunkt der Serie war die Folge einfach nur zu langatmig und auch meines Erachtens nicht geeignet für ein Staffelfinale.

Die DVD kann neben der deutschen Fassung auch im Originalton angeschaut werden. Umfangreicheres Bonusmaterial, wie es auf den DVDs zur ersten Staffel vorhanden war, fehlt leider. Es gibt lediglich eine Trailershow, die für Serien wie "Cracked", "Ripper Street" und "Orphan Black" wirbt.

Technische Details

Erscheinungstermin: 28. November 2014
FSK: ab 18 Jahren
Laufzeit: 422 Minuten (10 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

Der Kauf der zweiten Staffel von "Copper" lohnt sich auf jeden Fall, da die Handlungen und Entwicklungen der Charaktere überzeugender als die in der ersten Staffel sind. Jedoch sollte man hier auch wieder sicher sein, dass man nicht empfindlich ist, was blutige und brutale Szenen angeht - wie schon erwähnt ist eine der ersten Szenen, wie Eva der Rücken aufgeschnitten wird.

Ceren K. - myFanbase

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