Bewertung: 9

Review: #2.06 Vom Lügen und Betrügen

Super Episode, die wieder Lust auf mehr macht, nachdem ich in den vergangenen Wochen zwar unterhalten wurde, aber nicht ganz durchgängig überzeugt war.

Wo soll ich anfangen? Es ist wieder so viel geschehen, da kann man zusammenfassend schon den Überblick verlieren. Überzeugt hat mich jedenfalls mal wieder die Addison/David Sutcliffe-Story, in deren Beziehung erstmals Probleme auftraten: Addison tut sich schwer, die Worte "Ich liebe dich" zu erwidern, nachdem Kevin ihr das Geständnis gemacht hat. Ich hatte, wie bereits des Öfteren in meinen Reviews erwähnt, die Angst, dass die Autoren durch ein geschaffenes Problem das Paar auseinander bringen könnten (weil es ja irgendwie auf der Hand liegt, dass früher oder später Pete und Addison zusammenfinden werden...). Vor allem da die beiden eine ungemein stimmiges und sympathisches Paar abgeben, hätte es mir doch sehr Leid getan. So hat mich aber die Umsetzung positiv überrascht!

Addison-Fans kamen auf jeden Fall auf ihre Kosten, denn der Moment, als sie verhaftet wurde, war einfach göttlich und recht amüsant, etwa wie ihr Telefonanruf bei Kevin in der Folge nach der Staffelpremiere. Sonst war der gesamte Plot sicherlich nicht der amüsanteste - bei Gott nicht, die Folge war erneut ziemlich ernst -, es wusste aber ebenso zu gefallen, dass das Thema "Derek & Addison" noch einmal ein wenig aufgewärmt wurde, nachdem die Autoren es auf eine angenehme Art und Weise geschafft hatten, dieser Sache in der letzten Staffel aus dem Weg zu gehen und sie in dieser Folge nachvollziehbar in das Geschehen einzuflechten. Es wird bewusst, wie sehr Addison nach der Trennung von Derek gelitten hat und wie schwer es für sie war, als sie sah, dass er prompt eine Affäre mit Meredith begonnen hatte.

Von dieser Vorgeschichte mal abgesehen kann ich es Addison auch nicht verübeln, dass sie so überrascht oder zögernd reagiert hat. "Ich liebe dich" ist kein obligatorischer Satz wie "Wie geht's?" - das sollte schon von Herzen kommen und, wenn der ominöse Moment gekommen ist, wie sie selbst sagte, wird Addison auch bereit sein, ihre Gefühle auszudrücken... Schöner Plot, schöner Plot. Und er ist doch so WAHR.

"Wahr" ist das Stichwort. Als ich das "It's true. I don't like Cruella." mitbekommen habe, bekam ich mich wirklich nicht mehr ein vor Lachen. Um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen, die hier schon öfters aufgetreten sind, meint Violet in ihrem Zitat mit "Cruella" niemand Geringere als Charlotte King, das Teufelchen vom Dienst, wie es herrscht und lebt. Die Storyline betreffend gäbe es ebenfalls nichts wirklich zu bemängeln. Charlotte hat immer noch ihre Hemmungen, Cooper Dinge mitzuteilen, aber das ist ja mal nicht so schlimm (obwohl ich es mir zugegeben schon zwei Mal überlegen würde, meinem Partner nicht anzuvertrauen, dass ich mir eine eigene Praxis einrichten lasse...). Es gab nämlich viele, einfach wunderschöne Szenen zwischen dem heimlichen Paar Cooper und Violet, in der sich offensichtlich gezeigt hat, wie sehr sie doch voneinander abhängig sind und dass sie sich wirklich brauchen.

So muss ich noch zum Ausdruck bringen, dass ich mir keine Dreiecksbeziehung um die drei wünsche. Zwar würde ich Violet viel lieber an Coopers Seite sehen, aber dennoch haben Cooper und Charlotte eine gewisse Chemie, wie es in Serienjunkies-Fachkreisen heißt. Es wäre doch auf jeden Fall interessant zu wissen, was aus den beiden noch werden könnte.

Nicht zu vergessen ist Dell, der bereits Vater einer ca. fünfjährigen Tochter ist. Mit dieser Entwicklung hätte ich niemals gerechnet. Sie ist zwar auch nicht so unglaublich überraschend, aber ich hoffe mal, dass sich Dell dadurch ab sofort ein wenig erwachsener präsentiert. Bisher war er eher das kleine Naivchen vom Dienst, dem es an Durchsetzungsvermögen gemangelt hat.

Der berührendste Plot war der um Naomi und Sam, der nach all den bitteren und eher weniger überzeugenden Storys endlich gut gefiel. Die beiden haben sich wirklich getrennt, jedoch hat Sam so seine Probleme, neue Frauen zu treffen. Außerdem macht er sich am Ende Vorwurfe, dass er es nicht geschafft hat, für seine Frau da zu sein, was stattdessen Henry, der Mann seiner Patientin, geschafft hat. Ich fand es gut, dass Naomi ihm darauf noch einmal klar gemacht hat, dass er für sie auch auf eine andere, eine freundschaftliche Art da sein kann - was unter anderem zeigt, dass die Autoren nun endlich wissen, in welche Richtung sie mit den beiden Charakteren steuern wollen, nachdem sie alle paar Folgen mal wieder übereinander hergefallen sind und die meistens Zuschauer mit einem WTF-Blick zurückgelassen haben.

Nun, da die Karten neu gemischt sind, bin ich schon sehr gespannt, ob die beiden bald schon wieder jemand Neues kennen lernen werden. Sonst gibt es noch zu erwähnen, dass mir Naomi tatsächlich mal wieder recht sympathisch war, besonders da sie Addison verdeutlicht hat, zu ihr kommen zu können, wenn sie etwas belastet. Um die Freundschaft Addison/Naomi muss ich mir in nächster Zeit Gott sei Dank nicht viele Gedanken machen. Es ist einfach sehr schön zu sehen, dass beide wieder "zueinander gefunden" haben.

Die Fälle waren absolute Tränendrücker, besonders der eine, in dem Henry lernt, dass er Frances loslassen muss und sich nicht ewig um seine große Liebe kümmern kann. Zum anderen die zwei weiblichen Patienten, Amy und Susan, die beide vom selben Mann ein Baby erwarten, jedoch nichts voneinander wissen, da ihr Mann beide "unsterblich liebt". Tja, wer's glaubt wird seelig, aber vom ersten Moment an war mir der werte Herr doch unsympathisch und anders als Addison im Mittelteil, als sie beide Frauen miteinander konfrontiert hat oder als Pete am Ende deutlich gemacht hat, dass Daniel besser gehen sollte, hätte ich nicht gehandelt. Da gefiel mir für einen kurzen Moment auch Pete recht gut, der sonst in meiner Sympathieliste sehr weit unten steht, wie ihr wisst...

Eine großartige Folge, was soll man da noch sagen?

Niko Nikolussi - myFanbase

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