Bewertung: 6

Review: #2.01 Jäger und Gejagte

Foto: Dominic Purcell & Wentworth Miller, Prison Break - Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
Dominic Purcell & Wentworth Miller, Prison Break
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Die Jagd ist in vollem Gange und das FBI entschlüsselt nach und nach Michaeles Plan, um ihm vielleicht den Weg abschneiden zu können.

Luftsprünge

Dass es nicht einfach wird, den Verfolgern zu entkommen, war eigentlich klar. Dass es aber so schwierig wird, dass die entscheidenden Stellen einfach übersprungen werden, hätte ich den Autoren nicht zugetraut. Erinnern wir uns nochmal an die letzte Szene aus Staffel eins. Michael und Co. sind etwa 100 Meter vor ihren Verfolgen auf einem ziemlich überschaubaren Landstück unterwegs. Da nochmal zu Fuß rauszukommen, nachdem man schon so viel gerannt ist, war sicherlich sehr schwer. Gesehen hat man es nicht. Kurze Zeit später waren die Flüchtigen dann beim Zug wirklich nur noch wenige Meter vorn. Ich weiß nicht, wie lang die Güterzüge in den USA sind, aber dass sie es so geschafft haben, wirklich zu entkommen, halte ich für etwas fragwürdig. Die Jungs können also gerne Luftsprünge machen, dass sie so einfach da rausgekommen sind.

Von den anderen hat man dagegen nicht viel mitbekommen. T-Bag lässt sich seine Hand von einem Tierarzt wieder annähen. Tweener und Haywire haben es wohl besonders gut, weil deren Fährte offenbar nicht weiter verfolgt wird. Dabei müsste man auf Seiten der Verfolger doch wenigstens mitbekommen haben, dass die Gruppe nur noch aus fünf Leuten besteht. Insgesamt ist die Flucht also ein wenig schwach inszeniert und stellenweise sehr fragwürdig. Immerhin wurde dabei der Spannung keinen Abbruch getan, was trotzdem nicht über alle Defizite hinwegtäuschen kann.

Eingeschlossen

Wenn auch nur nebenbei betrachtet, hatte die Weiterführung der Story um Terrence Steadman Einiges zu bieten. Es wird noch mal deutlich, dass Terrence selbst keine Wahl hat und regelrecht festgehalten wird, und dass das Gefolge der Präsidentin das Geschehen voll unter Kontrolle hat. Natürlich bin ich immer noch schockiert, dass es Veronica jetzt erwischt hat, zumal es an der Stelle ihrer größten Hoffnung auf Beendigung des Albtraums und mit Lincoln am Telefon war. Aber ich habe schon viel früher mit ihrem Tod gerechnet, wenn man bedenkt, wie resolut das Vorgehen bisher war. Mit jeder Folge, in der Veronica überlebt hat, war ich glücklich. Das hatte sich in der letzten Zeit schon fast zur Gewohnheit gemausert, weshalb Veronicas potenzieller Tod gar nicht mehr zur Debatte für mich stand. Jetzt ist es aber plötzlich doch soweit gewesen. Sie wusste einfach viel zu viel. Wobei das Hochsicherheitseinsperren mit Steadman sicherlich auch noch eine interessante Variante gewesen wäre.

FBI

Auch wenn Bellick immer noch mit hochrotem Kopf hinter Scofield her ist und sich mit den zur Verfügung stehenden Informationen gar nicht so dämlich anstellt, ist der wirklich gefährliche Gegner nun wohl das FBI. Alexander Mahone hat es geschafft, Michaels Tattoo-Plan zu durchschauen und kommt somit nun an Puzzleteile, die für den Fluchtplan noch problematisch werden könnten. Ein Gegner auf Michaels Augenhöhe kann der Serie neue Spannung und interessante Wendungen verleihen. Immerhin gibt es nach wie vor viel Potenzial. Das Geld von Westmoreland wird sicherlich eine wesentliche Rolle spielen, auch wenn es heute kaum eine Erwähnung fand. Michael will bei Sara irgendwie alles wieder gut machen und da sie beobachtet wird, ist dies auch keine einfach zu bewerkstelligende Aufgabe. Und auch die anderen Flüchtlinge haben alle ihre Ziele und Absichten, die es zu vereinbaren gilt. Auch wenn man die heiße Phase der Flucht überstanden hat, beginnt nun der lange Weg, auf dem man nie sicher sein kann. Und mit Mahone als cleveren Verfolger, der nicht immer drei Schritte hinterherhinkt, kann man sicherlich eine Staffel kreativ füllen. Nach der famosen ersten Staffel ist das den Autoren allemal zuzutrauen.

Fazit

Es hat nicht alles in dieser Folge gefallen, aber durch die Einführung von Mahone hat Michael einen echten Gegner und da jeder Flüchtling noch frei ist und Ziele hat, zeigt sich viel Potenzial für eine weitere spannende Staffel "Prison Break".

Emil Groth - myFanbase

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