Bewertung: 9

Review: #6.20 Das Lied in deinem Herzen

Bereits Anfang des Jahres wurde angekündigt, dass es im Verlauf der sechsten Staffel eine Musicalfolge geben wird, die von den Fans bereits Jahre zuvor herbeigesehnt wurde. Da die Musik vor allem in den Disney-Filmen eine zentrale Rolle spielt, die ebenfalls einen großen Bestandteil der Serie ausmachen, könnte die Entscheidung, eine Musicalfolge zu produzieren, gar nicht passender getroffen worden sein. Schon im Vorfeld hatte ich hohe Erwartungen an diese Episode und habe mich wochenlang drauf gefreut, diese endlich zu sehen. Und meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen.

"I wish we have what we needed to help Emma to get the chance of a happy ending!"

Ein Wunsch kann alles verändern. Als Snow White eines Abends am Fenster steht und sich etwas wünscht, durch das Emma die Chance auf ein Happy End ermöglicht wird, hätte sie wohl in ihren kühnsten Träumen nicht damit gerechnet, dass sie das ganze Märchenland damit zum Singen bringt. Bereits der Einstieg in die Flashbacks hat mir sehr gut gefallen und war ganz witzig gestaltet. Denn nachdem Snow morgens entdeckt, dass alle ihre Worte nun in Form eines Liedes aus ihr heraussprudeln, kündigt sich von draußen schon ihr stimmgewaltiger Ehemann an, der begeistert von seinem eigenen Talent mit in das Duett einsteigt. Natürlich wirkt die Vorstellung der Charmings, dass sie die Böse Königin mit einem kraftvoll geschmetterten Song aufhalten können, auf den ersten Blick ein wenig befremdlich und unrealistisch. Doch wie wir es auch aus unserem alltäglichen Leben kennen und vor allem wie im Verlauf dieser Episode auch verdeutlicht wurde, kann die Musik eine Menge an Emotionen in einem Menschen auslösen. Mithilfe des Liedes konnten die Beiden neuen Mut schöpfen, gegen die fiese Bedrohung der Königin bestehen zu können und von daher fand ich es schön, dass die Autoren die Musik innerhalb der Folge dazu verwendet haben, um Hoffnung zu entwickeln.

Nachdem die Charmings die Liebe als mächtigste Magie der Welt in einem sehr eingängigen Duett, was hervorragenden zu den beiden Charakteren gepasst hat, besungen haben, habe ich mich gefragt, wie wohl Regina auf den Zauber reagieren wird. Und es war herrlich anzusehen, wie angeekelt die unbeliebte Monarchin dreingeblickt hat, nachdem sie feststellen musste, dass neben dem restlichen Volke sogar ihr Magischer Spiegel ihr ein Ständchen entgegenbrachte. Obwohl Schauspielerin Lana Parilla in einem Interview angegeben hat, dass sie ihre Stimme beim Singen verstellt hat, damit diese besonders gut zur Bösen Königin passt, hat mich auch der zweite Song sehr überzeugt. Um es kurz zu machen: Die Königin rockt! An dieser Stelle hat Parilla eine fast bühnenreife Performance hingelegt und genau das passende Gegenstück zum vorherigen Song der Charmings hervor gebracht, wobei sie in ihrem Song deutlich machte, dass die Liebe gegen ihren Fluch nicht den Hauch einer Chance hätte.

Da die Charmings Regina in ihrem Schloss aufsuchen wollten, benötigten sie die Hilfe von Captain Hook, was mich ein wenig verwundert hat. Denn wenn ich mich richtig erinnere, ist nun das erste Mal davon die Rede, dass man Reginas Schloss nur per Schiff erreichen kann. Vermutlich ist den Autoren keine bessere Möglichkeit eingefallen, wie sie Captain Hook ansonsten glaubhaft mit in die Storyline einbinden konnten, da dieser zu jener Zeit noch keine Verbindung zu den Charmings hatte. Aber darüber sehe ich gerne hinweg, da die Szene in der Taverne mein Highlight innerhalb der Musicalfolge darstellte. Denn von allen Songs hat mir "Revenge Is Gonna Be Mine" am allerbesten gefallen. Der Song war von der Aufmachung super auf Hook angepasst und auch die anderen tanzenden Piraten rundeten diese Performance aus meiner Sicht perfekt ab. Auch die Singstimme von Colin O'Donoghue, der bereits als Gitarrist und Backgroundsänger in einer irischen Band tätig war, hat mich echt begeistert. Obwohl Snow und Charming dem Piraten während seiner Performance versprachen, dass dieser ein Hühnchen mit dem inhaftierten Rumpelstilzchen rupfen kann, bin ich froh, dass dies nicht mit in der Musicalfolge aufgegriffen wurde, dass dies aus meiner Sicht nicht hineingepasst und auch nicht zu den bisher erzählten Geschichten gepasst hätte.

Zur gleichen Zeit muss sich die böse Königin von Rumpel dessen Skepsis anhören, da dieser nun am Zweifeln ist, dass er den dunklen Fluch der richtigen Hexe gegeben hat. Ganz lustig fand ich auch, dass Rumpel zur Verwunderung anscheinend gegen den Zauber immun war. Die böse Königin soll sich nun aus Rumpels Sicht beweisen, dass die Charmings sie nicht aufhalten können. An dieser Stelle kommt nun Zelena ins Spiel, die die Geschehnisse munter durch einen Spiegel betrachtet. Zudem ist der Zauber auch in Oz angekommen, sodass sich die grüne Hexe des Westens in die Reihe der singenden Hauptfiguren einreiht. Da ich schon vor der Folge wusste, dass auch Zelena einen Song zum Besten geben wird, hab ich mich während der Episode bereits gefragt, wie Zelena in das Geschehen miteinbezogen werden soll, da auch sie zu dieser Zeit lediglich zu Rumpelstilzchen eine Verbindung hatte. Auch hier haben die Autoren eine gute Möglichkeit gefunden, die böse Hexe des Westens miteinzubeziehen. Ursprünglich war es gar nicht vorgesehen, dass auch Zelena innerhalb der Episode singt, doch als Rebecca Mader die Produzenten auf ihr Gesangs-Talent aufmerksam machte, waren diese so begeistert, dass sie ihr einen eigenen Song komponierten. Und das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen, denn auch Mader hat eine tolle Stimme. So könnte es nicht passender sein, dass Zelena davon singt, dass sie besser als ihre Schwester ist. Gut gefallen hat mir auch, dass Zelena nicht nur gesungen hat, sondern auch aktiv mit ins Geschehen eingegriff, indem sie der bösen Königin einen mächtigen magischen Gegenstand schickte, mit dem sie den Zauber der Charmings aufhalten kann.

Im Schloss der Königin angekommen gibt es zwischen den Charmings und der Bösen Königin nochmal ein richtiges Battle, in dem jeder noch einmal seinen Song zum Besten gibt. Zwar haben mir die einzelnen Performances der Figuren besser gefallen als das Battle, jedoch konnte auch dieses überzeugen. Besonders gut hat mir auch die letzte Szene der Flashbacks gefallen, die einen kleinen Twist beinhielten. Denn obwohl die Charmings mithilfe des Zaubers die Böse Königin aufhalten wollten, waren all die Lieder nie dafür vorgesehen. So hat sich Snow, wie am Anfang erwähnt, etwas gewünscht, durch das Emma die Chance auf ein Happy End gewährt wird. Und genau das hat sie bekommen. Denn die Lieder im Herzen soll es Emma in der Zukunft in einem schweren Kampf unterstützen. Da bis zu diesem Zeitpunkt alle Teilnehmenden die Macht des Gesanges und somit auch die Geschehnisse vergessen haben, wird auch klar, warum die Charmings Hook erst später "wieder" kennengelernt haben.

An dieser Stelle möchte ich schon mal ein kleines Zwischenfazit ziehen. Für mich waren die Rückblenden in dieser Folge perfekt, was zum großen Teil an den tollen Songs lag. Zudem war ich echt von dem Gesangstalent der ganzen Schauspieler überrascht und beeindruckt. Denn neben den Hauptfiguren konnten mich auch die kurzen musikalischen Einschübe von Grumpy, Geppetto und Granny überzeugen. Was mir an den Songs so gut gefallen hat, ist, dass diese perfekt auf die einzelnen Charaktere abgestimmt waren und das in Bezug auf Text und Melodie. Außerdem hat es mir gut gefallen, dass sich keins der Lieder ähnlich wie ein anderes angehört hat und es somit eine große Abwechslung gab.

"Then it is with great pleasure that I pronounce you husband and wife."

Im Vergleich zu den Flashbackgeschehnissen empfand ich die Storyline in Storybrooke ein wenig schwächer. Obwohl eigentlich die Hochzeit von Emma und Hook im Fokus stehen sollte, war es von vornherein klar, dass die Schwarze Fee verhindern wird, dass die Beiden einen entspannten Hochzeitstag haben. Denn bereits wie bei der Hochzeit von Snow und Charming wird die Stadt nun wieder von einem dunklen Fluch bedroht. In diesem Fall sollte man vielleicht sogar von dem dunkelsten Fluch sprechen, da dieser noch um einiges mächtiger ist, als der Fluch, mit dem Regina einst das Märchenland verwünscht hat. Und das liegt daran, dass dieser Fluch einen viel höheren Anteil an dunklem Feenstaub hat. Jedoch frage ich mich eins: Da Zelena vor zwei Episoden ihre Magie geopfert hat um die Feenstaubkristalle wieder hell werden zu lassen und die Schwarze Fee somit ohne dunklen Feenstaub dastand… woher zum Teufel hat sie denn auf einmal den ganzen Feenstaub her? Denn somit ist Zelenas großes Opfer vollkommen umsonst gewesen, was ich sehr bedauerlich finde. Gerade wo diese so versessen auf ihre Magie gewesen war, hätten die Autoren das Opfer besser honorieren sollen und einen anderen Weg für den Fluch finden können.

Die Szenen in denen Regina und Zelena zusammenarbeiten, um den Fluch aufzuhalten und die Hochzeitsvorbereitungen haben mir auch ganz gut gefallen. Tatsächlich hätten die Helden auch einen Weg gefunden, wie sie den Fluch aufhalten können. Doch Mr. Gold ist mal wieder das Zünglein an der Waage und verhindert dies, da er nun mit seiner Mutter zusammenarbeitet. Von Belle ist an dieser Stelle mal wieder weit und breit nichts zu sehen. Sie wäre bestimmt in der Lage gewesen, einen positiven Einfluss auf Gold zu haben, gerade weil er erst in der letzten Folge wieder die Gunst seiner Familie gewonnen hat, die er bestimmt nicht so schnell wieder verlieren will.

Auch für Emma stellt der Gesang letztendlich den Schlüssel zum (vorersten) Sieg über die Schwarze Fee dar. Denn durch Henrys Unterstützung erkennt sie das Lied ihrer Liebsten in ihrem Herzen, das die Blaue Fee vor vielen Jahre dort deponiert hat. Obwohl mir Emmas Darbietung längst nicht so gut gefallen hat wie die Performances ihrer Familie, unterstrich diese schön die vorangegangen Handlung im Zauberwald. Schließlich war der große Moment gekommen und Emma und Hook haben endlich geheiratet. Aus meiner Sicht hätte die Hochzeitsszene noch etwas länger dauern können, da einige Fans da bestimmt lange drauf gewartet haben. Aber an sich waren der Gang zum Altar, die Ehegelübde der Beiden sowie der abschließende Song, der von dem glücklichen Anfang der gemeinsamen Zukunft gehandelt hat, richtig toll inszeniert. Doch leider gibt es auch bei Emmas und Hooks Hochzeit einen Freudendämpfer. Denn wie angekündigt bricht um Punkt 6 Uhr der Fluch aus. Wahrscheinlich hatte die Schwarze Fee diesen mit Zeitschaltuhr programmiert, was natürlich deutlich entspannter ist, als diesen zu diesem Zeitpunkt selbst auszusprechen. Da sich der Fluch nun erneut über Storybrooke und seine Einheimischen legt, ist so noch gar nicht abzusehen, was dieser Fluch mit sich bringt.

"It doesn't matter where we end up, we are going to win."

Wenn ich die Musical-Folge mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich sie als "magisch" bezeichnen. Die Songs wurden optimal in die Handlung mit eingebaut und besitzen richtiges Ohrwurm-Potenzial. Natürlich war die Episode handlungstechnisch nicht perfekt, aber da sehe ich bei dieser einzigartigen Folge gern drüber hinweg. Mit dem Ausbrechen des Fluches wird nun wie erwartet die finale Schlacht eingeläutet. Und der Cliffhanger am Ende dieser grandiosen Musical-Episode ist wirklich spannend. Denn was bewirkt der Fluch der dunklen Fee? Wie sieht die finale Schlacht aus und vor allem: Wie kann Emma gegen das Böse gewinnen? Ich denke, dass Emmas Glauben an sich selbst dabei eine wichtige Rolle spielen wird und hoffe sehr, dass sie in der finalen Schlacht siegen wird. Auf jeden Fall sind nun die Weichen für ein besonderes Staffelfinale gestellt und ich glaube, dass wir uns auf einige spannende und emotionale Augenblicke freuen können.

Marcel F. - myFanbase

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