Bewertung: 7

Review: #4.01 Cindy Plumb

Foto: Julian McMahon, Nip/Tuck - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Julian McMahon, Nip/Tuck
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach dem großartigen und doch verblüffenden Finale der dritten Staffel, war ich sehr gespannt, wie man nun weitermachen will. Auf der einen Seite hat mich #4.01 Cindy Plumb sehr mitgenommen, aber auch sehr erschreckt und zum Teil sehr nachdenklich gestimmt. Allerdings brachte diese Episode wunderbare Entwicklungen mit sich, die sicher noch ihre Auswirkungen zeigen werden...

5.000 Operationen und Veränderungen

Wer hätte gedacht, dass Christian und Sean schon so viel geschnippelt haben? Es war mir gar nicht so bewusst. Allerdings hätte ich auch nicht gedacht, dass diese Grenze gleich Veränderungen mit sich bringt. Sicherlich ist mir bewusst, wie wichtig jene manchmal sind, jedoch hatten die bei Christian vollkommen andere Gründe, als bei Sean. Ich bin ja mal gespannt, wie die beiden nun verfahren, nachdem sie die Praxis an Burt Landau und dessen Frau Michelle verkauft haben. Ich glaube ja irgendwie, Christian hat diesem Verkauf nur zugestimmt, um an Michelle heran zu kommen. Immerhin kann er ja nicht verstehen, was sie an Burt findet und ganz ehrlich hatte auch ich nicht schlecht gestaunt, dieses ungleiche Paar zu sehen. Allerdings macht Burt auf mich nicht den Eindruck eines Mannes, der es gern sieht, wenn seine Frau von anderen umgarnt wird. Somit könnte es gut sein, dass es zu Streitigkeiten kommt, sollte sich meine Theorie denn bewahrheiten.

Larry Hagman ist eine schöne Bereicherung für die Serie, zumal seine Rolle ähnlich angelegt zu sein scheint, wie die von Julian McMahon. Eben deswegen kann ich mir auch sehr gut Streitigkeiten um Michelle vorstellen, dies wird man dann wahrscheinlich noch im weiteren Verlauf der Staffel sehen.

Neue sexuelle Orientierung?

Seit ich ein Fan von "Nip/Tuck" bin, war ich mir einer Sache immer sehr sicher: Christian ist nicht schwul! Diese Ansicht vertrete ich noch immer, auch wenn die Therapeutin Faith Wopler dies anders sieht und den Arzt offen danach befragt, ob er in Sean verliebt sei. Im ersten Moment wusste ich hinlänglich dieser Frage überhaupt nicht, was ich darüber denken sollte. Natürlich ist Christian sehr auf sein Äußeres bedacht und auch sein Einrichtungsstil könnte einen wirklich in dem Glauben versetzen, er stünde auf Männer, da solch ein Lebensstil oftmals Homosexuellen zugeschrieben wird. Jedoch muss man auch bei Christian bedenken, wie grausam seine Kindheit war, dass er immer etwas für Julia empfinden wird und Kimber aufgrund der Tat des Schlitzers verloren hat, die Christian dafür die Schuld gibt. Dass es dann nicht leicht ist, erneut Vertrauen zu fassen und sich zu öffnen, finde ich vollkommen verständlich. Denn ich glaube nach wie vor fest daran, dass Christian Kimber geliebt hat – dies hat er ja Faith auch gestanden, wenn dieser das auch nicht klar zu sein scheint.

Ebenso ist es für mich verständlich, wenn Christian neidisch auf seinen Freund ist. Sean hat ja wirklich alles, was bei Christian gescheitert ist. Allerdings finde ich es sehr traurig und auch von den Autoren sehr konstruiert, dem Arzt sein Selbstvertrauen zu rauben und innerhalb der Folge immer wieder Hinweise und Situationen zu schaffen, die Christian in Zweifel zu stürzen, dass jener möglicherweise doch homosexuell ist und Faith somit doch Recht hat. Vielmehr denke ich, Christians Erlebnisse haben für seinen jetzigen seelischen Zustand gesorgt. Dass er sich von Sean nur noch verstanden fühlt, finde ich sogar sehr schön. Immerhin beweist diese Tatsache, dass sein Vertrauen nicht ganz verloren ging.

Die letzte Szene mit Faith beweist zwar ebenso, wie unfähig Christian ist, seinen Sexualpartnern in die Augen schauen zu können, aber eben auch, dass er Frauen sehr anziehend findet. Dieses sah man ja bereits bei Michelle Landau, von der eine hohe sexuelle Ausstrahlung ausgeht, der Christian sicher nicht ewig widerstehen kann.

"Bringen Sie mir die alte Cindy zurück!"

Dieser Handlungsbogen hat erst einmal nicht mein Interesse geweckt. Selbst dann nicht, als Cindy ihre Geschichte erzählte. Irgendwie hatte ich Schwierigkeiten damit, was die Autoren damit bezwecken wollten. Doch nachdem Julia Sean nun endlich die Wahrheit bezüglich des noch ungeborenen Kindes (dazu später mehr) gestand, dämmert es mir langsam und so schlecht finde ich die Entwicklung nicht. Wie man ja zu hören bekam, rettet Cindy mit ihrer (wiedergewonnen) Telefonstimme so manche Ehe.

Dass Sean dafür aufgeschlossen ist, hätte ich gar nicht erwartet. Auf mich machte er sonst immer den Eindruck, als ob er sich für so etwas nicht genug öffnen könne. Doch die Tatsache, dass sein Sohn behindert sein wird und er Julia nun mal das Versprechen gab, es gemeinsam mit ihr durchzustehen, lässt ihn und seine Ansichten in einem völlig anderen Licht dastehen. Ich vermute durch Cindy hat er erst einmal wieder die Kraft gefunden, diese gravierende Veränderung in Angriff zu nehmen, wie damals schon bei Joel Gideon, der ihm die Augen darüber öffnete, sein Leben zu verändern.

Zumal Sean kurz vorher Christian gestand, für eine Abtreibung gewesen zu sein. Solche Worte sind hart, aber auch verständlich. Ich denke nämlich, Sean war anfänglich erst mal komplett mit dieser Offenbarung überfordert und hat seinen Ängsten Luft gemacht. Mal sehen, ob ihm Cindy, ihre Stimme und ihre Versprechen die Kraft geben, die Sean braucht.

Hat sie die richtige Entscheidung getroffen?

Ja, ich denke schon: Julia hat die richtige Entscheidung für sich getroffen, das Kind haben zu wollen. Ja, sie hätte Sean darüber in Kenntnis setzen müssen, welche Bedenken die Ärztin geäußert hat und was auf Julia und Sean zukommen könnte. Jedoch war für mich am Ende der dritten Staffel auch nicht ganz klar, wie es mit den McNamaras weitergehen wird. Erschreckend fand ich vor allem auch, wie Recht Julia hatte, dass Sean das Kind gar nicht haben wollen könnte. Wahrscheinlich hat sie sich deswegen erst einmal dagegen entschieden, ihm etwas davon zu sagen.

Als sehr schön empfand ich daher auch das Gespräch mit der betroffenen Frau, die sich zwar auch nicht ganz sicher war, ob ihre Kinder diese Behinderung haben werden oder aber nicht. Für sie war es nicht wichtig, für sie war nur wichtig, den Kindern das Leben nicht zu verweigern. Zudem halte ich sie für eine starke Frau, die ihren Kindern sicher auch klar macht, für ihre Ziele zu kämpfen und sich eben nicht von der Gesellschaft klein machen zu lassen, nur weil sie anders sind. Genau so etwas hat Julia auch gebraucht: Jemanden der sie in ihrem Entschluss einfach nur bestärkt.

Diese Stärke spiegelte sich auch in dem kurzen, aber sehr emotionalen Gespräch mit Sean wider. Wahrscheinlich rechnete sie damit, dass Sean nicht mit dieser Situation umgehen kann und sie selbst stark genug sein muss, um es auch allein schaffen zu können. Immerhin möchte sie sich von Gina ausbezahlen lassen und hat auch ihrem Ex-Mann gegenüber deutlich gemacht, ihn nicht unbedingt zu brauchen. Dies rief mir die Szene aus #3.12 Sal Perri ins Gedächtnis, in der Sean Julia sogar bestätigt, schwach zu sein. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es mit diesem Handlungsstrang weitergeht.

Fazit

Der Auftakt der vierten Staffel bringt schon eine Menge Veränderungen mit sich, bei denen man aber noch nicht genau sagen kann, ob sich diese positiv oder negativ auf die einzelnen Charaktere auswirken werden. Tatsache ist jedoch, dass es sowohl bei Christian als auch bei Sean und Julia spannend bleiben dürfte und ich die einzelnen Handlungsbögen gerne weiterverfolgen werde...

Daniela S. - myFanbase

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