Bewertung

Review: #5.01 Big Mama

Foto: Hannah Simone, New Girl - Copyright: 2015 Brian Bowen Smith/FOX
Hannah Simone, New Girl
© 2015 Brian Bowen Smith/FOX

Später als sonst meldet sich "New Girl" mit der fünften Staffel zurück. Die Verzögerung hängt mit der Schwangerschaft und dem anschließenden Mutterschaftsurlaub von Hauptdarstellerin Zooey Deschanel zusammen. Um die Produktion trotzdem aufrechtzuerhalten, wurden eine Handvoll Folgen der fünften Staffel direkt nach Produktionsschluss der vierten gedreht, um so Deschanel zumindest noch für den Start der Staffel dabei zu haben. Danach müssen die "New Girl"-Fans aber erst mal ohne sie auskommen, wird sie nach den früher produzierten Episoden doch für eine Weile durch Megan Fox ersetzt. Eine sicher interessante Wahl, dessen Richtigkeit sich aber erst noch zeigen muss.

Der Start der neuen Staffel setzt nun also ziemlich direkt an den Ereignissen des letzten Staffelfinales an und setzt sich mit der anstehenden Hochzeit von Cece und Schmidt auseinander. Ganz gelungen ist hier gleich in den ersten Minuten die Parallelmontage, in der gezeigt wird, wie einerseits Jess und andererseits Nick auf die Bitte von Cece und Schmidt reagieren, sich als Trauzeugin beziehungsweise Trauzeuge zur Verfügung zu stellen. Ganz charmant wird man hier wieder in die besonderen Freundschaften der einzelnen Figuren untereinander hineingeworfen: Jess reagiert impulsiv und schnell mit einem lauten Ja-Schrei, während Nick Schmidt aufs Korn nimmt und ein Zögern vortäuscht. Als dann bei der Auflösung des kleinen Streichs auch noch Winston aus der Dusche springt, ist das altbekannte "New Girl"-Gefühl schnell wieder spürbar.

Der weitere Verlauf der Folge dreht sich um die Planung und Durchführung einer Party, die die Verlobung von Schmidt und Cece feiern und gleichzeitig den Startschuss für die Hochzeitsvorbereitungsphase geben soll. Im Vorfeld der Party kommt es dann natürlich zu einigen Problemstellungen, Verwechslungen und grundsätzlichem Irrsinn. Nick sorgt dabei für das meiste Chaos, indem er an der recht simplen Aufgabe, Ceces Mutter vom Flughafen abzuholen, scheitert und statt Ceces Mutter eine völlig fremde Frau, die zudem über keinerlei Englischkenntnisse verfügt, zur Party bringt. Hier hat man es mit einer typischen Nick-Miller-Storyline zu tun, in der Nicks Unfähigkeit zur Handhabung alltäglicher Aufgabenstellungen für komödiantische Momente genutzt wird. Die Sprachbarrieren zwischen Nick und der fremden Frau erinnern in den besten Momenten an seine Freundschaft zu dem schweigsamen Tran, für richtige Highlights sorgt diese kleine Verwechslungsstory aber nicht.

Als Trauzeugin von Cece kommt natürlich auch Jess eine wichtige Aufgabe zu und um diese mit Bravour zu meistern, organisiert sie für die Party eine große Bollywood-Tanzshow und lädt darüber hinaus als Überraschung Ceces Mutter zu der Party ein, ohne zu wissen, dass Cece dieser noch gar nichts von der anstehenden Hochzeit erzählt hat. Um das Chaos perfekt zu machen, fällt Jess noch eine Treppe runter, bricht sich beide Beine und kann der drohenden Katastrophe selbst nur mit größten Schwierigkeiten entgegentreten. Die Entscheidung, Jess durch ihren Unfall nur noch in sitzender Position zeigen zu können, hängt sicher auch mit der Notwendigkeit einer Verschleierung der Schwangerschaft zusammen, wird aber glücklicherweise ganz ordentlich in die Rahmenhandlung eingebaut. So zeigt sich in Jess' unablässigem Bemühen, trotz einer schweren Verletzung eine Katastrophe in Bezug auf Ceces Mutter abzuwenden, die Stärke und Bedeutung dieser langjährigen Freundschaft. Untermalt wird dies zusätzlich noch mit einem kurzen Rückblick, welcher uns die erste Begegnung zwischen Jess und Ceces Mutter zeigt, in der diese Jess als Freundin ihrer Tochter zumindest toleriert. Was folgt, ist die Entstehung einer langjährigen und tiefen Freundschaft, die in dieser Folge noch einmal schön in den Vordergrund gerückt wird.

Ein Schwerpunkt wird schließlich auf die erste Begegnung zwischen Schmidt und Ceces Mutter gesetzt und auch hier dominieren wieder Missverständnisse. Schmidt geht davon aus, dass Cece ihrer Mutter schon viel von ihm erzählt hat, trifft aber auf eine völlig ratlose Frau, da Cece aus Angst vor dem Urteil ihrer Mutter dieser noch nichts von der Existenz Schmidts erzählt hat. Das erste Aufeinandertreffen der Beiden verläuft unangenehm unterhaltsam, wird aber schnell in den Schatten gestellt von der großen Bollywood-Tanznummer, in der Schmidt zur Freude Ceces und sicher auch der Zuschauer einen zentralen Tanzpart übernimmt. Diese Tanzsequenz, in die schließlich auch Nick mit nicht wirklich gekonnten, aber leidenschaftlichen Dancemoves einsteigt, ist wieder einer dieser rührend-witzigen Momente, in der die verschiedenen Charaktere zusammen einfach von der Leine gelassen werden, um zusammen Spaß zu haben. Perfekt abgerundet wird dies noch mit einem Schlussmoment, in dem Ceces Mutter zwar trotz Schmidts gekonnter Tanzeinlage eine Absegnung der bevorstehenden Ehe verweigert, dies aber gar nicht mehr von so hoher Relevanz ist, da die Unterstützung der Freundesclique und Wohngemeinschaft als wichtigeres Moment begriffen wird.

Abschließend muss hier noch näher auf Winston eingegangen werden, ein Charakter, um dessen Funktion für die Gesamtstruktur der Serie lange gerungen wurde, was größtenteils zu einer ärgerlichen Verschwendung der komödiantischen Talente von Lamorne Morris führte. Im Verlauf der letzten Staffel schienen die Autoren aber ein Gefühl dafür zu bekommen, auf welcher Weise Morris am besten eingesetzt werden kann und zwar in Form von Crazy Winston, der sich verantwortlich zeigt für die abstrusen und irrwitzigen Momente jeder Folge. Dies ist auch in diesem Staffelauftakt nicht anders: Winston mutiert in dieser Folge zum Helden, indem er als Polizist einen Jugendlichen davor bewahrt, von seinem eigenen Auto zerquetscht zu werden. Diese Rettungstat hat Winston nicht nur den Spitznamen "Carport Hero", sondern auch ein gewisses Maß an Berühmtheit eingebracht. Trotzdem bleibt er sich treu und versucht sich von seiner Heldenrolle zu distanzieren und tritt als sein Alter-Ego "Prank Sinatra" in Erscheinung. Winstons Verhalten und sein erneuter, kläglicher Versuch einen großen Streich zu kreieren, sind die großen komödiantischen Highlights dieser Folge. Besonders hervorzuheben ist eine kurze Rückbesinnung auf Winstons vergangene Streiche, die entweder viel zu groß ausgefallen sind (die polizeiliche Eintragung von Nick als Sexualstraftäter) oder als Streich kaum zu erkennen waren (die Platzierung einer einzigen Blaubeere in Schmidts Frühstücksmüsli). Der große Coup, den er auf der Hochzeitsparty groß ankündigt, fällt eher in die Kategorie "zu klein", steckt er doch nur eine einzige Feder in einen der Schuhe von Ceces Mutter. Winstons diebische Freude über dieses sensationelle Highlight in Sachen kontrollierter Reinlegerei zeigt Crazy Winston zum Abschluss der Folge nochmal in Hochform – sehr zu meiner Freude.

Fazit

"New Girl" startet mit dieser vorproduzierten ersten Folge grundsolide in die fünfte Staffel. Es gibt einige gute, teils sehr witzige Einzelmomente, die vor allem auf bekannte Charakteristiken und Storyelemente zurückgreifen, die man in abgewandelter Form schon öfter gesehen hat. Als Gesamtpaket und in sich konsistente Folge geht das zwar nicht immer ganz auf, trotzdem macht der Einstand grundsätzlich Spaß und bietet mit der Schwerpunktsetzung auf die anstehende Hochzeit von Cece und Schmidt auch allerhand Potential für den weiteren Verlauf der Staffel.

Moritz Stock - myFanbase

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