Bewertung: 5

Review: #1.11 Die große Talentshow

Foto: Peyton Alex Smith, Legacies - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Peyton Alex Smith, Legacies
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach Träume erfüllenden Dschinns kommt nun das nächste Monster, das in den Köpfen der Charaktere Chaos verursachen möchte. Eine Kreatur, die die Hemmungen sinken lässt – das klang in der Beschreibung noch sehr aufregend. Nur leider hat mich die Umsetzung nicht so recht überzeugen können. Man konnte in #1.11 We're Gonna Need a Bigger Spotlight zwar mehr als genug gesunkene Hemmungen beobachten, doch die wirkten größtenteils leider schrecklich künstlich aufgezwungen.

The Troyan Horse

Wieso hat das Monster der Woche nicht das zauberhafte Einhorn sein können? Zu schade, dass das nur als wortwörtliches Trojanisches Pferd für die ekligen Schnecken herhalten musste, die sich stattdessen als eigentliche Bösewichte herausgestellt haben. Das grundsätzliche Konzept dieses Monsters war ziemlich clever. Durch unauffällige Vermehrung und Besetzung der Wirte konnte es schnell die komplette Schule einnehmen. Dabei hat mich das sehr an eine "Supernatural"-Episode erinnert, bei der es um ein ganz ähnliches Monster ging. Da haben wohl mehrere Serienmacher bei "Star Trek" abgekupfert. Und wie dort lässt sich auch hier der Parasit mit Elektroschocks vertreiben. Viel unterhaltsamer waren allerdings die Reaktionen der Charaktere auf ihren Parasitenbefall. Denn plötzlich herrscht eine gute Stimmung an der Salvatore School, wie man sie wohl noch nie gesehen hat. Es braucht eben nicht immer Angst und Tod, um alles ins Chaos zu stürzen.

Am auffälligsten war wohl Hopes Verwandlung, nicht zuletzt, weil sie ihre Emotionen immer so bedacht unter Verschluss hält. Da war es schon mehr als befremdlich, sie plötzlich wie ein Honigkuchenpferd grinsen und ganz locker mit den anderen Smalltalk betreiben zu sehen. Und dann ist da noch dieses schlummernde Lovetriangle zwischen ihr, Landon und Rafael, von dem man noch nicht lassen möchte. Stattdessen gibt man ihm sogar noch neues Feuer, indem man Hope Rafs Wunde heilen lässt. Nachdem Hope ihm noch vorschwärmt, wie toll es ist, ihn als wahren Freund zu haben, frage ich mich, ob Hope Rafael tatsächlich in die Friendzone bugsiert hat, oder ob sie sich ihrer Gefühle für ihn nur noch nicht sicher ist. Aber egal wie Hope auch fühlen mag, Rafaels Gefühle für sie sind mehr als offensichtlich. Jetzt gibt er sich schon so lange Mühe, sich Hope seinem besten Freund zuliebe aus dem Kopf zu schlagen, nur macht sie ihm die Sache auch wirklich nicht leicht. Glücklicherweise bleibt es bei einem vielsagenden Poetry-Beitrag, wobei auch der schon für Probleme sorgen könnte.

The Talent Show

Beim Rest der Schule haben die Schnecken weniger weitreichende Folgen, sie sind alle nur plötzlich sehr motiviert bei der Vorbereitung der Talentshow. Und mit sehr motiviert meine ich "Glee"-Ausmaße. Denn anders kann man es nicht beschreiben, wie Kaleb vom coolen Talentshow-Boykottierer zum begeisterten Sänger mutiert und musicalmäßig auf den Tisch springt. Nicht zu vergessen die beeindruckende Aufführung der Vampire.

Während die Vampire eher für die Gags gut waren, bekamen die Saltzman-Zwillinge trotz all dem Unsinn doch tatsächlich noch eine wirklich nette Geschichte. Denn ob es nun an ihrem Europa-Trip oder an den Nachwirkungen des Dschinns lag, Lizzie zieht sich einmal zurück und überlässt Josie das Scheinwerferlicht. Und das noch dazu bei dem Talentwettbewerb, der ihr so viel bedeutet. Ihrer Schwester zuliebe verändert Lizzie ihre Siegerchoreo und lässt Josie glänzen. Wer hätte das gedacht? Dabei erkennt Lizzie auch, dass es ein schönes Gefühl ist, jemand anderem etwas Gutes zu tun, wie ihr stolzes Lächeln deutlich gezeigt hat. Vielleicht ist das ja ein Zeichen dafür, dass sich bei Lizzie eben doch etwas verändert. Zusammen mit ihrem Vorhaben, netter zu den anderen zu sein (mithilfe eines Schock-Armbands – herrlich), bin ich gespannt und hoffe sehr, dass es Wirkung zeigen wird. Denn so gefallen mit die Szenen mit den Schwestern gleich viel besser.

"We're totally infected, aren't we?"

Während es bei den Jugendlichen noch überraschend gesittet zugeht, sind es ausgerechnet die Erwachsenen, die sich gehen lassen. Tatsächlich waren es auch Alaric und Emma, bei denen die Ausgelassenheit am authentischsten rüberkam und die mir am meisten Spaß gemacht haben. Die machen das, was sich nicht wenige Lehrer wünschen, und schwänzen einfach den nervigen Talentwettbewerb. Alleine schon ihr Entscheidungsprozess war herrlich anzuschauen, genauso wie die folgenden Szenen in der Bar. Karaoke und Trinkspiele zum Beispiel sind etwas, das ich auch eher von den Schülern erwartet hätte. Dabei kommt ganz nebenbei heraus, dass Alaric und Emma aneinander interessiert sind (hab ich nicht schon lange gesagt, dass die beiden gut zusammenpassen würden?). Nur zu blöd, dass die schon mit Dorian angebandelt hat, was einem auch ganz überraschend präsentiert wird. Im Gegensatz zu Hope und Raf bleibt es allerdings nicht nur bei Worten, denn da war ja dieser Kuss zwischen Alaric und Emma. Ein betont intensiver Kuss, wenn man bedenkt, dass beiden zu diesem Zeitpunkt schon klar war, dass sie nicht ganz zurechnungsfähig sind. Ich bin ja mal gespannt, ob das jetzt einfach eine witzige Nebenstory war, oder ob diese kleine Geschichte noch weitere Konsequenzen haben wird.

Apropos Konsequenzen, nur um nochmal schnell zum roten Faden der Staffel zurückzukehren: Dank einer verbleibenden Schnecke in Alarics Drink befindet sich nun wohl auch Artefakt Nummer zwei bald zurück in Malivore. Womit nur noch ein Schloss fehlt, um das Tor zu öffnen.

Fazit

Das Potential für eine vielversprechende Folge war da, nur leider wurde es mehr an gekünstelt wirkenden Albernheiten verschwendet, als mal richtig Chaos ausbrechen zu lassen. So bleibt der Großteil der Geschehnisse, abgesehen vom Verlust der Anubisurne, ohne weiterreichende Konsequenzen.

Denise D. - myFanbase

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