Review: #8.08 In the Forest

© 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television
Wir sind nur noch zwei Episoden vom Serienfinale entfernt und man spürt den auf "Outlander" lastenden Druck, da nun alle losen Fäden zu einem Ende geführt werden müssen. Dadurch gehen mit der Episode keine großen Entwicklungen einher, viel mehr setzt sie sich aus vielen kleinen Teilen zusammen und wirkt damit wie eine Füller-Episode.
"Fergus Fraser was my son. Son of my name, of my heart, now and forevermore."
Der Tod von Fergus in #8.07 Evidence of Things Not Seen war die dramatischste Entwicklung dieser Staffel und man gibt ihr – gefühlt ein letztes Mal – Raum, um diesen Schmerz wirken zu lassen. Wir dürfen Jamie und Marsali an seinem Grab sehen und ein paar herzerweichende Momente mit ihnen teilen, die wirklich unglaublich gut gelungen sind. Doch leider fehlt der Trauer um Fergus etwas, denn es gibt viel zu wenig Zeit, um dieses Gefühl auch auf die anderen Figuren auszuweiten. Wir erleben weder Claire und Ian dabei, wie sie auch nur eine Träne verdrücken und nach diesen paar Szenen setzt das Intro dem Kapitel Fergus ein jähes Ende. Zwar ist es verständlich, dass so kurz vor dem Finale noch viel gesagt werden muss, doch für die wichtigen Dinge sollte man sich entsprechende Zeit nehmen, weshalb dieser kurze Blick auf Fergus' Beerdigung den Gesamteindruck schmälert.
"I owe Roger MacKenzie a life. Yours will do."
Diese finale Staffel hat sich bereits an einigen Stellen als unrund erwiesen, besonders wenn es darauf ankommen, die Handlungen der unterschiedlichen Zeitebenen aus Staffel 7 miteinander zu verknüpfen und die emotionalen Einschläge noch einmal wirken zu lassen. Ein Paradebeispiel dafür ist Buck, der Roger und Brianna mit Tatkraft zur Seite stand, dessen Abwesenheit in #8.01 Soul of a Rebel aber nur in einem Nebensatz erwähnt wurde. Als er in #8.04 Muskets, Liberty and Sauerkraut dann wieder auf der Bildfläche erschien, räumte man ihm erneut zu wenig Zeit ein und so musste man weitere vier Episoden warten, bis den Autoren einfiel, dass sie uns Zuschauern ja noch eine Erklärung schulden. Wieder spürt man den Zeitdruck und wird kurz mit der Information abgespeist, dass Buck seinen Eltern noch einen Besuch abstattete und dann Rob Cameron tötete. Das sind wichtige Entwicklungen, auf deren Auflösung wir lange gewartet haben, weshalb es ernüchternd ist, dass sie nun so kurz abgehakt werden.
Zu den Opfern dieses Zeitdruckes können sich auch Rachel und Ian zählen, deren Rückkehr nach Frasers Ridge vollkommen untergeht. Es gibt kein Kennenlernen zwischen Flinkste Eidechse und der restlichen Familie. Der Junge ist jetzt einfach da und damit hat sich die Sache. Was für eine Enttäuschung. Die gegenteilige Methode wendet man bei John an, dessen Konfrontation mit Captain Richardson unnötig in die Länge gezogen wird.
"Unlike God, I'm very welcoming."
Fanny ist die Enkelin von Claire und Jamie. Wissen das auch die anderen Bewohner von Frasers Ridge? Keine Ahnung, denn man nimmt sich auch hier nicht die nötige Zeit, die Geschichte weiterzuentwickeln. Stattdessen setzt man auf ein Gespräch über Gott, die Hölle und das Schicksal von Jane. Ich muss gestehen, dass ich diesen Teil der Episode äußerst fad fand. Ja, man wollte auch Roger etwas zu tun geben, aber das wirkte wie Beschäftigungstherapie. Das einzig Gute an der Fanny-Storyline dieser Woche ist das Ende mit der Erkenntnis, dass auch sie eine Zeitreisende zu sein scheint mit einer passenden Hommage an #5.11 Journeycake. Ich kann mir gut vorstellen, dass Fanny bis zum Finale nun noch von der Besonderheit ihrer Familie erfährt und zuletzt selbst irgendwann eine Zeitreise antreten wird. Das wäre ein gutes Ende für sie.
"For My Dearest Deadeye"
Wo in dieser Episode vieles zu kurz gerät, kann man sich wenigstens auf Jamie und William verlassen. Die beiden liefern den emotionalen Höhepunkt der Episode und sorgen für Tränen in den Augen der Zuschauer, als sie sich endlich in den Armen liegen. Doch auch dieser Teil der Episode überzeugt nicht auf ganzer Länge, denn als William zunächst auf Frasers Ridge auftaucht, hat er nichts als Kälte für Jamie übrig. Der Wandel von Abneigung bis hin zur Umarmung war zu hastig innerhalb dieser Episode. Man hatte den Eindruck, dass William seit #7.11 A Hundredweight of Stones in Bezug auf Jamie vollkommen auf der Stelle trat und nun macht er innerhalb einer Episode eine 180°-Wendung.
Diese Episode dient des Weiteren dazu, die finale Schlacht der Serie vorzubereiten – die wie der Trailer zu #8.09 Pharos zeigt, wohl tatsächlich erst im Serienfinale stattfinden wird. Man nutzt sie, um das Motiv Franks zu lüften und zeigt nun überdeutlich mit dem Finger auf Brianna, deren Wohlbefinden das einzige war, das Frank je im Sinn hatte. Es ist eine schöne Geste, auf diesem wohlmeinenden Ton zu enden, doch ich finde es sehr fragwürdig, warum die Frasers das erst jetzt erkennen. Hat Jamie Franks Buch gehütet wie seinen Augapfel und niemand anderen einen Blick hineinwerfen lassen, wodurch die Widmung schon viel frühe Bedeutung bekommen hätte? Zumindest Claire hätte das doch auffallen müssen. Und wo wir gerade einmal bei ihr sind, wie schade ist es bitte, dass Claire in dieser finalen Staffel aufs Abstellgleis geschoben wurde. Wenn sie mehr als ein paar Sätze zu sagen hat – wie es dieses Mal im Gespräch mit William der Fall war – fällt einem das schon als etwas besonderes auf. Es erschließt sich mir nicht, warum die zentrale Figur der Serie zum Ende hin immer weniger zu tun bekommt und nur noch am Rande des Geschehens agiert.
Fazit
So kurz vor dem Finale werden einige Handlungen sehr kurz und beinahe schon lieblos abgefertigt. Das hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, den selbst die Versöhnung von Jamie und William nicht vertreiben kann.
Marie Müller - myFanbase
Die Serie "Outlander" ansehen:
| Vorherige Review: #8.07 ??? | Alle Reviews |
Diskussion zu dieser Episode
Du kannst hier mit anderen Fans von "Outlander" über die Folge #8.08 In the Forest diskutieren.
Informationen zur Episode
Englischer Titel: In the ForestErstausstrahlung (US): 24.04.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Ronald D. Moore
Drehbuch: Tracey Deer
Links
Meistgelesen
Aktuelle Kommentare
04.05.2026 14:01 von Marie
Episode: #7.16 Hunderttausend Engel (Outlander)
Das Prequel habe ich bisher nicht verfolgt, aber die... mehr
04.05.2026 10:07 von Catherine
Episode: #22.17 ??? (Grey's Anatomy)
Mit dem Cliffhanger habe ich ein ganz mieses Gefühl...... mehr