Bewertung: 7

Review: #14.18 Gebündelte Kraft

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Nachdem sich die letzte Folge nur auf wenige Charaktere und Handlungsstränge konzentriert hat, bekommt man es in #14.18 Hold Back the River fast mit dem kompletten Cast zu tun. Das hat man gemerkt, denn auch wenn es dieses Mal wirklich gut gelungen ist, die vielen Interaktionen unter einen Hut zu bekommen, so hat es den einzelnen großen Storylines doch etwas an der nötigen Zeit gefehlt, die sie eigentlich verdient gehabt hätten.

"What did we do to him?"

Am meisten ist die knapp bemessene Zeit bei Noah aufgefallen. Nachdem seine Mutter und er bereits in #14.16 Caught Somewhere in Time eingeführt wurden, bin ich davon ausgegangen, dass wir uns etwas mehr auf seinen Fall konzentrieren würden. Besonders, nachdem Noahs Gehirnoperation ja praktisch der Versuchslauf für Kimmie ist. Aber dann geht alles doch recht schnell. Kurz das Einverständnis der Mutter geholt und schon geht's los. Ganz nett fand ich, dass man Amelias Superheldenpose wieder eingebaut hat – denn die riskante OP hat dieses Ritual eindeutig verdient! Es war schon sehr ungewohnt, eine Operation zu sehen, bei der die Ärzte eben nicht um den Patienten herumstehen, sondern das Ganze wie bei einem CT von draußen per Computer steuern. Interessant war, dass es trotzdem Koracick war, der den Eingriff letztlich gestoppt hat, obwohl doch Amelia die mit den größten Bedenken war. Umso schöner, dass alles geklappt hat. Gerade Amelia hat es wirklich verdient gehabt, dass dieser doch sehr experimentelle Eingriff gut gegangen ist, nachdem sie nach ihrem Tumor eh noch dabei ist, sich zu finden.

Der einzige, dem dieses kleine medizinische Wunder doch nicht so viel gebracht hat, war Alex. Immerhin war diese Lasertechnik die große Chance für Kimmie. Und jetzt funktioniert die Methode zwar, aber sie können Kimmie doch nicht helfen. Von Amelia und Koracicks Seite aus war das komplett verständlich. Schon Noah war ein ziemliches Risiko, aber kurz darauf gleich einen noch viel komplizierteren Tumor bekämpfen? Nur leider ist Kimmie damit wieder bei null, und das, wo sie das ganze Krankenhauszeug doch eh schon satt hat und einfach nur wieder normal leben möchte wie ihre Freunde. Kein Wunder, dass das Alex zusetzt, aber dass er deswegen Koracick angegriffen hat, ging gar nicht. Ich weiß nicht so ganz, was man uns mit dieser Szene zeigen wollte. Dass Alex in emotionalen Momenten zur Gewalt neigt? Dass er sich immer noch nicht unter Kontrolle hat? Oder einfach nur, wie sehr ihn die Sache mit Kimmie mitnimmt? Egal was, es lässt mich nur hoffen, dass wir bitte, bitte nicht wieder diesen Weg gehen. Das war schon beim ersten Mal grenzwertig und ich brauche nun wirklich keinen DeLuca 2.0 und Alex erst recht nicht. Von dem will ich in dieser Staffel nur noch sehen, dass er Kimmie rettet und Jo heiratet. Einfach mal ein bisschen Happy End.

"Actually, Dr. Hunt is telling Dr. Hanson right now."

Die Storyline rund um Owen und Arizona hat so unscheinbar begonnen und am Schluss war es doch die Geschichte, die die meisten Überraschungen im petto hatte. Auch hier wundert es mich ein wenig, dass man so etwas wie Ärztebetrug nur am Rande abspielt. Gerade, wo es doch um so ein ernstes Thema wie Brustkrebs geht. Anfangs bin ich noch davon ausgegangen, dass dieser Arzt den kranken Frauen irgendeine Wunderheilung verspricht. Schon das ist ziemlich daneben, aber tatsächlich Krankheiten auf den Ultraschalls zu fälschen, das ist nochmal ganz was anderes. Der kleine Undercovereinsatz von Arizona und Owen war wirklich sehr unterhaltsam – bis der Arzt dann plötzlich angeblich etwas bei Arizona entdeckt hat und bei mir sofort die Alarmglocken losgegangen sind. Immerhin muss die Serie zwei Ausstiege einbauen. Ich bin fest davon ausgegangen, dass man Arizonas Ausstieg wunderbar mit Sofia begründen kann, aber das bedeutet bei "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" ja noch gar nichts. Umso größer war dann die Erleichterung, dass es doch nur falscher Alarm war und der Arzt mit Fälschungen arbeitet. Ein ziemlich cleverer, wenn auch echt fieser Trick von den Serienmachern.

Von da aus geht es aber gleich auf zum nächsten Irrweg, auf den mich die Episode heute geführt hat: Owen, der sich auf den Weg zu Dr. Hanson macht. So wütend, wie er schon den ganzen Tag gewesen ist, und nachdem Owen Hunt sowieso nicht gerade die stabilste Person ist, hätte es mich wirklich nicht gewundert, wenn der den Typ eigenhändig umgebracht hätte. Nicht, dass das ein großer Verlust gewesen wäre. An dieser Stelle muss man Kevin McKidd echt ein Lob aussprechen, der die Szene mit Dr. Hanson wunderbar bedrohlich dargestellt hat. Und wieder kam mit den Polizeisirenen der kurze Moment, in dem ich mir dachte "Und was jetzt?". Aber anscheinend ging es Owen wirklich nur darum, Dr. Hanson etwas einzuschüchtern, was ihm definitiv gelungen ist. Doch Genugtuung hin oder her, moralisch in Ordnung war die Aktion sicher nicht. Irgendwie zeigt nur mal wieder, wie sehr Owen zu undurchdachten Spontanaktionen neigt.

"I realize that even when it felt like he wasn't there, you were."

Jenseits der spannenden Storylines macht sich April auf den Weg, um sich bei all denen zu entschuldigen, die sie mit ihrem Verhalten in letzter Zeit verletzt hat. Dabei war das fast meine liebste Geschichte, denn endlich, endlich sieht man wieder die alte April. Die April, die wieder an etwas glauben kann, mit sich und Gott Frieden geschlossen hat und wieder ehrlich lächeln kann. Gerade dieses Lächeln ganz am Anfang der Folge in der Kapelle hat so unglaublich gut getan. So toll Sarah Drew auch die verzweifelte und entmutigte April der letzten Wochen gespielt hat, so froh bin ich, dass das nicht der letzte Eindruck sein wird, den wir von ihrem Charakter haben werden. Und so kann sie auf ihrer Entschuldigungstour einige Beziehungen wieder kitten, die gelitten haben. Wobei man natürlich auch sagen muss, dass sich abgesehen von Jackson und Tom kaum jemand die Mühe gegeben hat, auf April während ihrer schweren Zeit zuzugehen.

Wie zu erwarten, war ihr Gespräch mit Jackson das letzte – und wohl bedeutendste. Denn die beiden haben einfach nach wie vor eine tolle Chemie miteinander und das hat man in dieser Szene wieder gemerkt. Dabei war Aprils Kommentar, dass Jackson immer für sie da war, zusammen mit dem Moment mit Maggie am Schluss schon fast wieder etwas verwirrend. Sollte das nur ein bisschen die rosa Wolken von Jackson und Maggie zerstören? Bitte, bitte, liebe Serie, gib mir keine Hoffnung auf eine Japril-Reunion, wo keine ist.

Randnotizen:

  • Auch Richard bekommt mal wieder eine Storyline. Ich bin ja mal gespannt, ob die jetzt nur wegen Ollies Besuch im Krankenhaus aufgekommen ist und genauso schnell wieder verschwinden wird, oder ob man sich der Sache noch ausführlicher widmet. Ich würde es mir sehr wünschen, denn so hätte man die Chance gerade auch Richards Beziehung mit Maggie nochmal ein bisschen in den Vordergrund zu rücken.
  • Ich hoffe einfach mal, dass sich Amelia nur wegen der nervenaufreibenden OP übergeben hat. Das letzte, was die Serie brauchen kann, ist eine komplett chaotische Dreiecksgeschichte mit Owen, Amelia und Teddy.
  • Die Beziehung von Andrew und Sam wird auch mal wieder thematisiert. Nachdem in der Vorschau für nächste Woche ein Ermittler der Einwanderungsbehörde nach einem Anfänger sucht, stelle ich einfach mal die gewagte These auf, dass es sich um Sam handelt. Einfach nur deswegen, weil DeLuca dann mal wieder ohne Wohnung dasteht und Sam eigentlich eh keine wirkliche Story hat.
  • Mini-Highlight: Baileys Bootycall an Ben. Wenn der den Wink mit dem Zaunpfahl anders aber auch nicht versteht.
  • Wieso kann man Teddy nicht einfach in Ruhe lassen? Für die war die Entscheidung, Owen gehen zu lassen, sowieso nicht leicht, auch ohne seine Ex, die ihr hinterher telefoniert.
  • Meredith und Jo hatten endlich Erfolg mit ihrer Studie! Noch dazu ganz ohne Polymer. Hoffentlich gelingt es ihnen, damit Marie Cerone auszustechen.. und Leben zu retten


Fazit

In dieser Folge gab es einige viel versprechende Storylines, die durch die knappe Zeit leider nicht genug ausgeschöpft werden konnten. Während einige Charaktere tolle Entwicklungen vollziehen konnten (hier allen voran April und auch Richard), scheinen andere wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Dabei wird vor allem das Verhalten von Owen immer merkwürdiger und ich frage mich, wo man damit hinwill.

Denise D. - myFanbase

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