Bewertung: 8
Barry Jenkins

Beale Street

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Inhalt

Seit ihrer Kindheit kennen sich Clementine "Tish" Rivers (KiKi Layne) und Alonzo "Fonny" Hunt (Stephan James) und als Tish 19 und Alonzo 22 Jahre als sind, beginnen die beiden eine Beziehung. Ihre Liebe wächst stetig, doch eines Tages wird Fonny verhaftet und der Vergewaltigung angeklagt. Die mittlerweile schwangere Tish setzt alles daran, um Fonnys Unschuld zu beweisen, doch aufgrund des weit verbreiteten Rassenhasses sieht es schlecht für Fonny aus.

Kritik

Die tiefe Verbundenheit des Liebespaares Tish und Fonny springt gleich in den ersten Momenten des Filmes auf den Zuschauer über. Während sie zärtliche Gesten und lange Blicken austauschen, verweilt man gern bei den Liebenden. Dass man es hier mit keiner glücklichen Liebesgeschichte zu tun hat, lässt jedoch bereits der Prolog des Filmes verraten. Das große Hindernis stellt für Tish und Fonny ihre Hautfarbe dar, denn das Thema Rassismus ist allgegenwärtig und für einen Menschen mit dunkler Hautfarbe scheint es nahezu unmöglich, den auf Krawall gebürsteten korrupten Polizisten zu entgehen.

Gekonnt nutzt man die Liebesgeschichte von Tish und Fonny, um dem Zuschauer die Ungerechtigkeit näher zu bringen, die dem unschuldigen Fonny widerfahren ist. Wie man uns kontinuierlich beweist, hat Fonny ein gutes Herz und Tish bringt seine besten Charakterzüge in ihm hervor. Doch der Rassenhass zwingt Fonny in seine Knie und man hält ihn hinter Gittern fest, obwohl der Zuschauer bald erahnen kann, dass ein profaner Racheakt hinter Fonnys Verhaftung steckt.

Erst durch Flashbacks erfährt der Zuschauer, wie es zu Fonnys Verhaftung gekommen ist und so steigt die Spannung bis zu diesem Punkt stetig an. Das süffisante Grinsen von Officer Bell und der Hass, der in seinen Augen aufblitzt reichen allemal aus, um den Zuschauer davon zu überzeugen, dass die Verhaftung Fonnys allein auf seinem Mist gewachsen ist. Ed Skrein gelingt es wunderbar, den Zuschauer gegen sich aufzubringen und eben jene Abneigung zu schüren, die seine Figur gegen Farbige empfindet.

Man begleitet die Geschichte durch die Klänge von Streichinstrumenten im Hintergrund und schürt damit die gesamte Zeit über eine melancholische Stimmung. Diese passt sehr gut zu dem Bild der Polizeibrutalität gegen Schwarze, das auch durch Tishs Stimme aus dem Off immer wieder vor Augen geführt wird. Auch die kleinen Augenblicke, in denen Tish den Rassismus in ihrem Job anspricht, rufen beim Zuschauer eine Gänsehaut hervor.

Während man voller Hoffnung für dieses schöne Liebespaar in den Film startet, zeichnet sich immer mehr ab, dass ihnen kein Happyend gegönnt zu sein scheint. Man sehnt sich genau so sehr wie Tish und Fonny danach, dass die beiden endlich miteinander vereint sein können. Gut gefallen hat mir bei der Liebesgeschichte auch die Unterstützung durch Tishs Familie und Fonnys Vater. Durch kleine Einblicke in diese Randhandlungen verleiht man den Nebencharakteren etwas mehr Tiefe.

Fazit

Die Liebesgeschichte von Tish und Fonny stimmt den Zuschauer traurig und hoffnungsvoll zugleich. Es gelingt dem Film wunderbar, in den düstersten Zeiten die Zuversicht zu bewahren.

Marie Florschütz - myFanbase
04.02.2019

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