Bewertung: 3

Review: #4.13 Verdachtsfälle

Was passiert, wenn man in seiner letzten Review neue Impulse gefordert hat und dann in der neuen Folge exakt dieselben Storylines wie immer präsentiert bekommt? Dann ist man so enttäuscht, dass man diese Episode nur kopfschüttelnd als absoluten Tiefpunkt ansehen kann...

In einer Review, in der ich dasselbe wie immer schreiben kann, fange ich doch lieber mit der einzigen Storyline an, die doch sehr überraschend kam, aber dennoch unbefriedigt erzählt war. Nachdem man Anfang der vierten Staffel noch die Hoffnung hatte, dass Maggie Lockwood als OP-Schwester von Dr. Connor Rhodes neue Seiten von sich entdecken darf, ist dieser Effekt sehr schnell eingeschlafen, da sie ihm zuletzt gar nicht mehr ausgeholfen hat. In dieser Folge nun trifft sie auf Sydney Hawkins, die von ihrer Cousine wärmstens die resolute Krankenschwester empfohlen bekommen hat. Maggie ist angesichts von Sydneys Art und ihrer Vorgeschichte sehr skeptisch und befürchtet, dass sie nur über einen Kontakt an Medikamente herankommen will. Am Ende zeigt sich, dass Sydney ernsthaft erkrankt ist und wahrscheinlich eine Nierentransplantation brauchen wird. Maggie hat natürlich Schuldgefühle, weil sie durch Vorurteile keinen Blick für ihren schlechten Zustand hatte. Diese Storyline steht aber ziemlich lose im Raum. Ich weiß nicht, ob hier noch etwas kommen wird, aber bisher wirkt es etwas seltsam, über eine neu eingeführte Figur solche Schuldgefühle bei Maggie zu erzeugen.

Bei Connor geht es in Runde 535 mit Dr. Ava Bekker. Diese will ihre Beziehung zu ihm nicht aufgeben, doch er bleibt resolut. Als sie bei einer OP zusammenarbeiten müssen, kommt es wie so oft zu Kompetenzgerangel und Ava schneidet sich an einem OP-Besteck. Das wäre alles relativ harmlos, wenn der Patient nicht zufälligerweise HIV-positiv wäre. Zuerst dachte ich noch, ah gut, interessant, vielleicht kann man aus Ava auch mal wieder eine neue Seite herausholen, wenn sie um ihr Leben fürchtet, aber stattdessen wird die Storyline genutzt, um in Connor noch mehr Zweifel an ihr zu säen. Während er zunächst noch sehr besorgt ist, aber dennoch professionellen Abstand hält, äußert eine OP-Schwester ihre Verwunderung, dass einer so sorgfältigen Chirurgin es passieren konnte, dass sie sich am OP-Besteck schneidet. Ab diesem Moment musste ich dann laut auflachen, denn es kann doch nicht wirklich sein, dass man Ava, einer wahrlich selbstständigen Frau, die für ihre Karriere auch nicht nach links und nach rechts guckt, unterstellt, dass sie all das absichtlich gefährdet, nur um Mitleid bei Connor hervorzurufen und ihn so an sich zu binden? Absolut absurd! Vielleicht sucht man auch nur einen Weg, um Ava rauszuschreiben. Das wäre mir sogar ganz lieb, wenn das endlich bedeuten würde, dass Connor auch mal wieder andere Handlungen geschrieben bekommt.

Bei Dr. Ethan Choi und April Sexton war ich sogar noch unzufriedener, da die beiden wirklich haargenau dieselbe Geschichte zugedichtet bekommen haben wie in der vorangegangenen Folge. Schon da hat Ethan April unprofessionelles Verhalten unterstellt und musste hinterher zu Kreuze kriechen und zugeben, wie sehr er sich vertan hat. Nun erleben wir das Ganze noch einmal und ich betone auch gerne noch einmal, dass wir hier von derselben Handlung innerhalb von zwei Folgen sprechen!!! Am Ende erkennt Ethan natürlich, dass er ihr Unrecht getan hat und äußert seine Hoffnung, dass sie Freunde werden könnten. Dann folgte wohl der stärkste Moment dieser Folge, denn April kann sich einen höhnischen Kommentar nicht sparen. Dafür habe ich dann großzügig applaudiert. Wenigstens hier scheint klar gewesen zu sein, wie absurd es gewesen wäre, die beiden daraufhin sofort wieder zu versöhnen.

Unser letztes Pärchen, bei dem sich alles im Kreis dreht, sind Dr. Natalie Manning und Dr. Will Halstead. Natalie muss ich wenigstens noch zugestehen, dass bei ihr die Verwicklung von Privatleben und Patientenfall gut gelöst war und der Patientenfall hatte auch eine überraschende Auflösung. Aber dennoch wiegt vor allem die Enttäuschung, dass immer jeder Schritt nach vorne mit zwei Schritten zurück bestraft werden muss. Wenigstens zieht Natalie am Ende vorerst ihre Konsequenzen und gibt Will den Verlobungsring zurück. Da "Chicago Med" aber nicht "Chicago Med" wäre, wenn diese Trennung endgültig wäre, gehe ich davon aus, dass die beiden schon in der nächsten Folge in irgendeiner Form etwas miteinander zu tun haben.

Bei Will merkt man aktuell auch deutlich, dass er sich dem emotionalen Tiefpunkt bald annähert, da er sowohl gegenüber Natalie, als auch gegenüber Dr. Daniel Charles beinahe ausfällig geworden wäre. Da wir nun auch wissen, dass er seine Therapiesitzungen bereits wieder abgebrochen hat, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass wir ihn vielleicht doch noch mit Daniel als seinem Therapeuten erleben dürfen. Eine obskure Sache möchte ich in Bezug auf ihn noch ansprechen. Warum zur Hölle wurde sein Auto zielgerichtet aufgebrochen, um dann nur die Waffe zu entwenden? Solle es hier keine Auflösung geben, muss ich sagen, wie blöd kann man bitte eine Handlung konstruieren. Sollte es aber noch eine Antwort geben, dann rätsle ich schon jetzt, wer es gewesen sein könnte, denn von der Waffe wusste offiziell ja nur Natalie…

Fazit

Nach zwei recht soliden Folgen bricht das Kartenhaus für "Chicago Med" wieder zusammen, da sich erneut wieder nur alles um dieselben Dramen der Pärchen dreht und vor allem geht es dabei nicht einen Schritt nach vorne. Das Ganze erinnert so stark an "Und täglich grüßt das Murmeltier", dass ich mich frage, wie die Drehbuchautoren nicht bemerken können, dass sie immer dieselben Geschichten erzählen?!

Lena Donth – myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Chicago Med" über die Folge #4.13 Verdachtsfälle diskutieren.