Bewertung

Review: #4.21 Wunschkind

Es kommt mir wie eine halbe Ewigkeit vor, dass ich von einer "Chicago Fire"-Episode so begeistert war, wie von #4.21 Wunschkind. Obwohl sie nicht durch irgendetwas besonders herausragt, waren es vor allem die Verarbeitungen der Handlungsstränge, die mich beeindruckt haben, sodass ich nur wenige Kritikpunkte habe.

Verbesserung des Molly's führt zum Brand

Obwohl mich die Episode begeistert hat, möchte ich mit der Storyline beginnen, die für mich nicht ganz so stark gewesen ist. Schon bevor Christopher Herrmann Stella Kidd zur Geschäftsführerin des Molly's gemacht hat, war er selbst alles andere als begeistert von der Idee. Verdenken kann man es ihm ehrlich gesagt nicht. Obwohl ich Stella sehr gerne mag, muss auch ich sagen, dass sie mir manchmal ein bisschen zu sprunghaft ist und sie sich zu schnell für Dinge begeistert, die am Ende meistens aus dem Ruder laufen. Wahrscheinlich ergeht es Herrmann in diesem Punkt sehr ähnlich wie mir und ich kann mir gut vorstellen, dass er das Ereignis gerne ungeschehen machen würde.

Ich finde es zwar gut, dass sich Stella Dinge überlegt, um das Molly's noch bekannter und gefragter zu machen, dennoch wäre es einfach besser, hin und wieder einmal mehr über Neuheiten nachzudenken, bevor sie in die Tat umgesetzt werden. Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, nachdem man erfuhr, dass ein Kumpel von Stella das Gerät für die exquisiten Eiswürfel aufgemöbelt hat. Es ist ja nun mal keine Seltenheit, dass aufpolierte Geräte nicht genauso gut sind, wie die, für die man etwas mehr zahlen muss. Ich bin sehr froh, dass das Molly's nicht abgebrannt ist, sondern es tatsächlich 'nur' einen Brand in der Zwischenwand gegeben hat. Dass Herrmann über den (vermeidbaren) Brand frustriert ist, kann ich sehr gut nachvollziehen. Sicherlich hat Cindy Recht, dass es nur ein Gebäude ist, aber wenn man bedenkt, wie viel Pech Herrmann mit seinen Geschäftsideen innerhalb der ersten Staffel hatte, kann man seine Reaktion durchaus verstehen. Denn schließlich hängen noch andere Dinge am Molly's.

Ich bin mal gespannt, wie von jetzt an die Zusammenarbeit zwischen Herrmann und Stella verlaufen wird. Es wäre denkbar, dass es immer mal wieder zu Sticheleien kommen wird, ebenso, dass Kelly Severide von nun an für Stella immer mal wieder in die Bresche springen wird. Ohnehin bleibt wohl auch hier abzuwarten, wie sich die Gefühlswelt zwischen den beiden entwickeln wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Autoren mehr aus der Storyline machen und es nicht schon wieder zu einer kurzzeitigen Affäre kommen lassen, für die ich im Fall von Severide allmählich wirklich keine Nerven mehr habe. Meiner Meinung nach haben die beiden bereits eine Vergangenheit miteinander, die man ruhig noch etwas ausweiten kann.

Die Adoption

Nach dem Verlust von Matthew Caseys und Gabriela Dawsons Baby hatte ich es ja bemängelt, dass die Autoren genau diesen Verlust bzw. dessen Verarbeitung recht schnell wieder zur Seite geschoben hatten und alles so weiter lief, wie vor Dawsons Schwangerschaft. Zugegeben, haben die Autoren es auch in dieser Folge noch nicht geschafft, dass Dawson und Casey über die Fehlgeburt gesprochen haben, aber ich bin dankbar dafür, dass man bei Dawson merkt, wie sehr sie dieser Schicksalsschlag quält.

Dass es ausgerechnet ein Einsatz gewesen ist, bei dem ein Kind involviert war, zeigt einfach nochmal wie sehr sie noch immer unter dem Verlust leidet. Anfangs habe ich mir zwar überlegt, warum Dawson nicht auch beim Fall um die Leiche der kleinen Courtney diesen Wunsch geäußert hat, doch vielleicht lag es einfach daran, weil sie nicht direkt mit dem Fall zu tun hatte. Zudem könnte ich mir gut vorstellen, dass es sie im Herzen geschmerzt hat, weil der kleine Louie so an ihr hing und Dawson sich für ihn verantwortlich fühlt. Es verwundert daher überhaupt nicht, dass ihr der Kleine nicht mehr aus dem Kopf geht.

Doch dass sie sich für eine Adoption gegen Caseys Willen durchsetzen will, könnte wieder zu erneuten Beziehungsproblemen fühlen, die vielleicht diesmal zur endgültigen Trennung der beiden führen könnte. Wobei ich Dawsons Verhalten diesmal verstehen kann. Ihr ist sicherlich bewusst, dass Casey mit seinen Argumenten Recht hat, aber sie kann nicht gegen ihre Gefühle handeln. Ich bin froh, dass sie zum einen Casey wegen seiner Einstellung zu dem Thema keine Vorhaltungen macht, sondern seine Ansicht akzeptiert, zum anderen finde ich es gut, dass sie ihn über ihre Entscheidung in Kenntnis setzt. Trotz der vielen Probleme in der letzten Zeit, sind die beiden in ihrer Beziehung gewachsen, was mir ausgesprochen gut gefällt, auch wenn sie in Sachen Adoption nicht am gleichen Strang ziehen. Aber zumindest sind sie jetzt so weit, über ihre Angelegenheiten zu sprechen, was meiner Meinung nach ein großer Pluspunkt ist.

Es lässt sich zudem davon ausgehen, dass Dawson, sollte die Adoption klappen, nicht alleine ist. Wie auch schon bei der Fehlgeburt ist es Herrmann, der ihr die Zweifel nimmt und ihr versichert, eine gute Mutter zu werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die beiden in der nächsten Zeit ein prima Gespann werden. Vielleicht holt man auch noch Cindy mit ins Boot, die als Mutter sicherlich noch mehr Einfühlungsvermögen als ihr Mann besitzt. Außerdem würde ich es sehr begrüßen, wenn die Autoren mit diesem Handlungsstrang auch gleich eine Freundschaft zwischen den beiden Frauen verbinden würden.

Ich bin in jedem Fall mal gespannt, wie es mit der geplanten Adoption von Louie weitergeht. Es wäre sehr schade, wenn man nicht mehr daraus machen würde und vielleicht lässt sich Tina, die Frau vom Jugendamt, noch zu einer anderen Möglichkeit hinreißen, um zu irgendeinem Kompromiss zu kommen.

Beistand in einer schwierigen Lebenssituation

Ein großes Lob an die Autoren von "Chicago Fire" und zwar dafür, dass Otis nicht an Krebs erkrankt ist! Denn auch wie Otis, kam mir selbst der Verdacht, dass er an Leukämie leidet, was sich zum Glück nicht bestätigt hat. Zwar ist die Autoimmun-Erkrankung auch schrecklich und auch nicht weniger gefährlich, aber ich finde es gut, dass sich die Autoren gegen ein Krebsleiden entschieden haben, es aber dennoch mit Otis' Vater, der an Leukämie gelitten hat, in Verbindung gebracht haben. Dadurch wurde nochmals unterstrichen, weswegen er eine weitere Untersuchung vorerst abgelehnt hat.

Schön und wichtig fand ich hier, dass man Joe Cruz endlich mit ins Boot geholt hat und er über Otis' Zustand informiert wurde. In einer meiner letzten Reviews hatte ich mich ja darüber beklagt, dass man Cruz, als besten Freund von Otis, so außen vorlässt und er zwar die blauen Flecken bemerkt hat, es dann aber so gewirkt hat, als wäre es nicht weiter wichtig. Aber ich will nicht mehr auf Vergangenem herumreiten, immerhin hat man jetzt vieles richtig gemacht. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass man als Zuschauer erfährt, wie das Gespräch zwischen Sylvie Brett und Cruz letztlich abgelaufen ist, aber mir gefällt es sehr gut, dass die beiden nun für Otis da sind.

Letztlich ist es wohl auch Cruz zu verdanken, dass Otis nun endlich weiß, was mit ihm los ist. Dass er dazu noch Baba zur Unterstützung holt, unterstreicht einmal mehr, wie gut er sein Freund kennt und wie wichtig dieser für ihn ist. Auch wenn wir nichts von dem Streit zwischen Enkel und Großmutter verstanden haben, konnte man doch deutlich an der Körpersprache erkennen, dass Baba keinerlei Widerspruch von Otis duldet. Immerhin stehen sich die beiden sehr nahe und wenn ich mich richtig an das Gespräch mit Cruz aus #3.13 Der Brandstifter erinnere, hat Otis seiner Baba ohnehin zu verdanken, überhaupt als Feuerwehrmann arbeiten zu können. So gesehen ist er es ihr eigentlich schuldig, für sein Überleben zu kämpfen.

Trotzdem kann ich seine Ängste aufgrund der Leukämie-Erkrankung seines Vaters sehr gut nachvollziehen und kann auch verstehen, dass er sich damit an Chief Boden gewandt hat. Ich hoffe, wir erleben bald wieder eine solch ergreifende Szene der beiden. Denn für mich hat Chief Boden mal wieder bewiesen, wie gut er sich auf dieser Position eignet, und dass man mit Eamonn Walker genau den Richtigen für diese Rolle gefunden hat.

Randnotizen

  • Ich finde es toll, wie stolz Chief Boden auf Casey und dessen Posten im Stadtrat ist. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es demnächst ein Gespräch unter vier Augen zwischen den beiden geben wird. Immerhin ist ihm nicht entgangen, dass Casey etwas bedrückt.
  • Ich bin immer wieder erstaunt darüber, was sich die Leute für bescheuerte Mutproben einfallen lassen und dann nicht mal dazu bereit sind, sofort Stellung zu nehmen. Der Einsatz von Jimmy Borrelli und Brett hat aber dieser die Augen darüber geöffnet, in Otis' Fall alles richtig gemacht zu haben.
  • Ich bin mal gespannt, wer als vorläufiger Ersatz für Otis kommt, dem es ja vorerst untersagt worden ist, zu arbeiten. Ich könnte mir vorstellen, dass es sich bei dem Ersatz um jemanden handelt, den wir bereits kennen.

Fazit

Obwohl nichts Außergewöhnliches in #4.21 Wunschkind geschehen ist, konnte mich die Folge in fast allen Punkten überzeugen. Besonders gut haben mir die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere gefallen, durch die man Fehler aus der Vergangenheit wieder wett machen konnte. Ich hoffe, die Autoren behalten diesen Kurs für die letzten Folgen bei.

Daniela S. - myFanbase

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