Bewertung

Review: #11.14 Twist & Shout

Foto: Chicago Med - Copyright: 2025 Universal Television LLC. All Rights Reserved.
Chicago Med
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Nach dem emotionalen "Chicago Med"-Teil des Crossovers folgt nun eine normale Episode, die trotz der Fälle mich nicht wirklich überzeugen konnten. Vielleicht liegt es auch ganz einfach daran, weil man möglicherweise auf etwas Größeres hinarbeitet und jetzt erst einmal Vorbereitungen macht.

Es gibt ein Wiedersehen mit den Eltern von John Frost und auch diese Begegnung ist erst einmal von Frust auf Seiten des Sohnes geprägt. Verdenken kann man es ihm nicht. Bisher haben wir eigentlich nichts Positives über seine Eltern erfahren. Und auch bei diesem Zusammentreffen wirkte es so, als würden sie die Vergangenheit einfach wegschieben wollen. Dass das bei John nicht so leicht ist, hat man schon bei seinen Erzählungen und dem letzten Treffen bemerkt. Wobei ich sagen muss, dass Celeste Frost für mich typisch mütterlich reagiert hat. Zeitweise hatte ich bei den Szenen im Wohnmobil den Eindruck, als würde sie gegen ihren Mann nicht ankommen. Wahrscheinlich hätte ich ähnlich wie John reagiert und hätte mich gegen einen gemeinsamen Trip entschieden. Auch im Nachgang muss ich sagen, dass es mir die Versöhnung und sein positiver Entschluss, seine Eltern begleiten zu wollen, ein bisschen zu schnell kam. Wie man es mit dem Patientenfall von John und Daniel Charles verbunden hat, empfand ich auch eher als emotionale Keule. Ich hatte nicht den Eindruck, man könne Johns private Situation mit der der Matthews-Schwestern vergleichen. Paige war zwar ähnlich jung wie John damals, doch im Gegensatz zu seinen Eltern war bzw. ist Emily krank und wurde Jahre lang falsch diagnostiziert. Johns Eltern waren nur hinter seinem Geld her, wie er es sogar zu Beginn noch einmal betont hat. Letztlich hat Paige nämlich genauso reagiert, wie John selbst es getan hat: sie hat sich an das Vergangene erinnert und hat berechtigterweise Angst, dass es noch einmal so kommt. Natürlich hat John durch seine Aufzählungen dazu beigetragen, dass Paige erst ablehnend darauf reagiert hat, ihre Schwester zu sehen. Verdenken kann man ihr das auch nicht. Sie war 14 Jahre alt, als sie von Heute auf Morgen alleine dastand, weil ihre Mutter ihre Kinder alleine hat gelassen und offenbar selbst nicht mit der Situation umgehen konnte. Ansonsten lobe ich Daniel immer, wie gut er in seinem Beruf ist. Das möchte ich ihm diesmal auch nicht absprechen, dafür, dass er Emily wieder ein normales Leben ermöglicht hat. Diesmal war er in meinen Augen allerdings zu sehr auf eine Seite fixiert. Er sah letztlich nur Emily, die leiden musste, während John eher nur Paige im Blick hatte, weil er selbst in einer ähnlichen Situation gewesen ist. Gut gefallen hätte mir hier Dean Archer als eine Art Vermittler. Weder Daniel noch John haben nämlich bei Emily und Paige etwas Falsches gesagt. Beide sind von Emilys Krankheit betroffen und haben es auf unterschiedliche Weise durchgemacht. Das ist genau das, was Dean neulich gegenüber Sharon Goodwin erwähnt hatte, als sie so fertig war, nachdem sie Bert Goodwin in einem Streitmoment angeschrien hat. Sie hat seine Demenz ebenso durchgemacht, wie Bert. Bei Emily und Paige würde ich mich freuen, wenn man hier ein Update bekommen würde, wie es den beiden geht. Ein solches bekommen wir sicherlich auch noch von Johns Eltern. Immerhin wurde kürzlich die Diagnose von James Frost enthüllt und ich gehe davon aus, dass wir uns in diesem Punkt auf einen emotionalen Verlauf einstellen können.

Man darf bei dem Ganzen aber wie gesagt auch Emily nicht vergessen. Ihr wurden 20 Jahre ihres Lebens genommen und man selbst weiß nur allzu genau, was in 20 Jahren alles passieren kann. Das Traumatische ist hierbei tatsächlich die Falschdiagnose. Ich habe neulich einen Podcast gehört, in dem es auch um Diagnosen ging und man Vertrauen in Ärzte hat und sie eigentlich auf ein Podest habt. Allerdings ging es für mich in dieser Episode weniger darum, dass die Ärzte, die Emily zuvor behandelt haben, hohe Summe abrechnen wollten, sondern dass hier Ärzte und Pflegende sich nicht genug Zeit genommen haben, richtig auf Emily einzugehen. Allerdings kommt noch hinzu, dass die Medizin damals noch nicht so weit entwickelt war, wie es heute der Fall ist und von Zweitmeinung war damals anscheinend auch nicht groß die Rede. Trotz allem kann man hier durchaus von Missbrauch reden. Immerhin wurden ihr Medikamente verabreicht, die Emily vielleicht nie gebraucht hätte.

Um Medikamente geht es auch beim Patientenfall von Mitch Ripley und Hannah Asher. Ich fand den Fall durchaus interessant, weil Maddie Thomas Schlafmittel genommen hat, die zu einem sexuellen Schlafwandeln – Sexomnia – geführt haben. Diese besondere und eigentlich auch erschreckende Art des Schlafwandelns wurde auch schon einmal in "Desperate Housewives" thematisiert. Aufgrund des Genre hatte man dort allerdings etwas zum Schmunzeln, was hier eher nicht der Fall ist und man wurde dadurch auch schon mal auf eine falsche Fährte geführt. Maddie lebt seit einem Jahr enthaltsam, weil sie sich von Grant scheiden lässt, mit ihm allerdings noch immer in einem Haus wohnt. Sie hat aber einen neuen Partner, mit dem sie es langsam angehen lassen will. Dennoch ist sie schwanger. Ich fand es erschreckend, dass man Grant indirekt vorgeworfen hat, er hätte Maddie vergewaltigt, während sie geschlafen hat, angesichts der Tatsache, dass wir mit den Carters bereits einen ähnlichen Fall hatten. Zudem konnte man bei Maddie und Grant ableiten, dass noch eine Menge Gefühle im Spiel sind und sie offenbar nur Abstand gebraucht haben. Beunruhigend fand ich allerdings, dass der romantische Moment zwischen Maddie und Grant von Hannah und Mitch beobachtet wurde. Es könnte durchaus auf etwas hindeuten, was sich erst im Staffelfinale wirklich entfalten wird und ich weiß nicht, ob mir das gefallen wird, zumal es zwischen Mitch und Caitlin Lenox ernster zu werden scheint. Caitlin hat ihn zwar überrumpelt, aber die Reaktion von Sharon war einfach herrlich, als Caitlin ihr detailliert erzählt, dass sie etwas mit Mitch hatte. Caitlin scheint in dieser Staffel ohnehin für die ungewollten lustigen Momente zu sorgen. Ich frage mich aber, wann noch mehr über ihre Krankheit in Kenntnis gesetzt werden, zumal sie diesmal wieder zur Sprache gebracht wurde.

Und auch bei Caitlin wurde die private Situation mit einem Patientenfall verbunden. Hier hat man auch mal wieder wunderbar mit erleben können, wie schnell das Leben vorbei sein kann und manches verhindern werden kann, wenn man ehrlich ist. Ich war durchaus schockiert, wie der Fall bei Glenn und Tim ausgegangen ist und dass Tim nun mit den Schuldgefühlen leben muss. Ich bin gespannt, ob hinter Deans Ratschlag noch mehr steckt, als lediglich ein weiser Rat an Tim, oder ob er selbst jemanden verloren hat und ihn heute noch Schuldgefühle deswegen quälen.

Fazit

"Chicago Med" muss diesmal ein paar Abstriche machen, weil man doch einige Dinge in dieser Episode gesehen hat, die mir bitter aufstoßen und man abwarten muss, was und wie sich manches noch entwickeln wird.

Daniela S. - myFanbase

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