Bewertung: 4

Review: #4.22 Der Doppeltod des Dahingegangenen

Ein Arbeitskollege von Dr. Brennan aus dem Jeffersonian stirbt an einem Herzinfarkt aufgrund eines angeborenen Herzfehlers. Doch Brennan hat auf einmal während der Trauerfeier die Vermutung, dass es ein Mord war. Und so beginnt die Morduntersuchung noch auf der Trauerfeier – und endet direkt im Anschluss auf der Beerdigung.

"Vielleicht konzentrieren wir uns lieber auf Hank..."

Die Eröffnungsszene im Auto mit Bones, Booth, Cam und Hodgins gefiel mir sehr gut! Es war ein ständiges Hin und Her zwischen mehreren Themen, es ging um den Verstorbenen und sonstige Probleme. So erzählt Camille zum Beispiel, dass Michelle, ihre Pflegetochter seit #4.18 Der Doktor und das böse Vieh, neuerdings raucht. Und Booth erzählt, dass der Tote ihm noch Geld schuldete, während Hodgins dem Verstorbenen seinerseits noch Geld schuldete. Brennan kann mit der ganzen Situation sehr schlecht umgehen, zumal sie den Toten gar nicht kannte, obwohl sie beide im Jeffersonian gearbeitet haben. Allerdings scheint dieser Brennan sicher gekannt zu haben, da auch dessen Bruder, Barney, Brennan kennt, beziehungsweise er all ihre Bücher voller Begeisterung gelesen hat.

"Booth, der Mann ist übersetzt worden!"

Während dieser Folge gab es aber leider auch viele langweilige Szenen, die nur mit komischen Dialogen glänzen konnten. Eine dieser Szenen war die, in der Brennan Booth draußen auf der Terrasse von ihrer Mordtheorie erzählt. Alles was Booth sagt wirkt übertrieben und diese Szene ist sehr anstrengend zu beobachten. Allerdings bergen diese Szenen oft wenigstens einige kurze Momente, die lustig sind. Brennans Gesichtsausdruck zum Beispiel, als sie auf Booth' Aufforderung hin ein trauriges Gesicht macht.
Ebenfalls sehr komisch war die betrunkenen Witwe, die etwas über ihren verstorbenen Gatten erzählte. Was sie sagte, habe ich schon längst wieder vergessen. Aber die Art wie sie es sagte, blieb mir sehr im Gedächtnis. Irgendwie gehören solche betrunken gehaltenen Reden zu 90% aller Filmbeerdigungen, ein bisschen Drama und Peinlichkeit muss wohl immer sein. Ein wenig peinlich wäre es wohl auch Booth gewesen, hätte jemand gesehen wie er dem Toten 20 Dollar klaut, die der ihm noch schuldete, und die Hodgins kurz zuvor dem Toten gab. Ich hätte Booth wirklich nicht für so knauserig gehalten!

"Die Hinterbliebenen zu trösten ist mein Job."

Sehr amüsant war auch die kleine Sexszene zwischen dem Leichenbestatter und der Witwe. Allerdings noch wesentlich lustiger fand ich dabei Brennans Geste für Geschlechtsverkehr, die Booth jedoch noch meint verbessern zu müssen. Dies war aber auch eines dieser Beispiele, das etwas zwar irgendwie unterhaltsam ist, doch so unecht wirkt, dass es einen nervt. Genau diese Beispiele ziehen sich weiterhin durch die Folge. Hodgins ist hier also plötzlich ein wirklich schlechter Schauspieler und Improvisieren kann er auch nicht. Auf mich wirkte das sehr unecht. Denn ich bin ganz sicher, dass es schon mehrere Episoden gab, in denen Hodgins aus irgendeinem Grund lügen musste. Und ebenso sicher bin ich mir, dass er es da wesentlich besser hinbekam. Auch Angela scheint eine sehr schlechte Lügnerin zu sein, doch im Gegensatz zu Hodgins scheint sie improvisieren zu können, wie ihre Rede beweißt, als sie etwas davon erzählte, dass Hanks Nase verrutscht sei und seine Haare aussähen wie die von Hitler. Jedoch noch lustiger ist die Geschichte des Leichenbestatters, die jedoch der Wahrheit entsprach. Er erstach Hank wirklich aus einem Reflex heraus, als dieser während der Autopsie zuckte, was das Toxin erklärte. Er wurde also wirklich ermordet. Gewissermaßen sogar zweimal, nämlich einmal vergiftet und einmal erstochen.

"Er lächelt...!"

Die Folge setzt sich langatmig, langweilig, zu sehr in die Länge gezogen und ins Unwichtige verlagert fort. Als nächstes wird der Karibikwissenschaftler von Brennan und Co verdächtigt, sie verbinden das Gift des Kugelfischs mit einem Sushirestaurant. Sweets plaudert noch ein wenig mit dem Leichenbestatter, zu den Handlangern bezüglich der Morduntersuchung kommt nach und nach je ein weiterer Mitarbeiter hinzu, und die Nachlassverwalterin stellt sich als "Kleopatra" aus dem Sushirestaurant heraus. Alles bleibt dabei sehr langweilig und unwichtig und uninteressant für den Zuschauer. Auch als Sweets sich über das Aussehen der Leiche beschwert, weil Hank zu sehr lächelt und noch sehr lebendig aussieht, bringt das keinen weiteren Pepp in den Mittelteil der Folge. Ebenfalls lediglich Geplänkel war das Gespräch zwischen Brennan und Barney, dem Bruder des Toten, der ein Motiv hatte, das er aber auch erst zu begreifen scheint, als Brennan es ihm nennt.

"Was könnte wohl noch Schlimmeres passieren?"

Erst am Ende wird die Folge noch einmal etwas spannender und interessanter. Der Streit zwischen der Assistentin und der Witwe eskaliert – zu einem ordentlichen Zickenduell fehlt nur der Schlamm. Und Booth gibt Camille bezüglich ihrer Probleme mit Michelle den interessanten Tipp, dass sie selber mit dem Rauchen aufhören sollte, damit auch Michelle aufhört. Mir gefällt Camilles Antwort darauf, nämlich, dass sie dann aber statt dem Rauchproblem ein Schokoladen- und Eisproblem hätte. Das unterstreicht Camilles Weiblichkeit, nämlich jene Art von Weiblichkeit, die Brennan im Gegensatz zu ihr nicht besitzt.

Der Trick mit dem Tee um den Mörder zu finden war eine schlaue Idee, besonders gut für den Zuschauer, da er so live miterlebt, wie der Täter entlarvt wird und der Zuschauer bis zum letzten Moment genau so wenig weiß wie Booth und Brennan. Übrigens interessant, wie Brennan die Grabrede für einen Mann hält, den sie bis zu seinem Tod nicht kannte. Dass die Mutter des Toten die Mörderin ist, kam für mich sehr überraschend. Es war ein verrücktes, unerwartetes Ende, vor allem da sie selber kurz danach auch starb, weil sie mit ihren Medikamenten ihren Sohn umbrachte, und dadurch für sich selbst keine Medikamente mehr übrig hatte. Das Ende der Folge passt dann von der Qualität her gar nicht zum Rest der Episode. Sie wurde mit einer wundervollen Szene beendet, in der Brennan Booth verspricht, mit dessen Grab zu reden, wenn dieser irgendwann vor ihr sterben sollte. Sie erzählt ihrem Partner, dass es ihr dann dadurch vermutlich besser gehen würde. Sie könnte ihr Leben erfolgreicher führen, weil sie durch das Reden mit Booth in der Lage wäre, ihr Leben für einen Moment durch seine Augen zu sehen.

Fazit

Es war eine langweilige Folge, auch zwischen den Charakteren von "Bones" geschah nicht wirklich viel. Schlecht ist die Folge nicht, aber eben eher langweilig.

Vivien B. - myFanbase

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